Skogshorn – Markanter Gipfel über dem Hemsedal

Unsere Zeit in Geilo ist vorbei, heute geht es wieder ein Stückchen nördlicher, aber von den Bergen wollen wir uns noch nicht trennen. Unser Weg führt uns nach Beitostølen. Ein weiterer Wintersportort, aber etwas kleiner als Geilo. Den Ortswechseln nutzen wir wieder für eine Wanderung. Diesmal haben wir uns das Skogshorn ausgesucht – ein markanter „Hügel“ in Hemsedal.

Bei unserer Ankunft am Wanderparkplatz ist der Himmel etwas bewölkt und es ist nicht gerade sehr warm. Dafür sind hier aber überhaupt keine Menschen unterwegs und wir haben die (bereits von hier) herrliche Aussicht auf die umliegende Seenlandschaft und die Ruhe ganz für uns alleine.

Gut gelaunt überqueren wir die Strasse und folgen dem breiten Wanderweg mit einer leichten Steigung. In einer Wegbiegung steht ein altes Militärkettenfahrzeug und wir wundern uns, wer hier wohl seinen „Spielplatz“ gefunden hat. Aber wahrscheinlich wurde das gute alte Ding für die Renovation des Wanderweges verwendet, die noch nicht all zu lange her sein dürfte. Überall liegt noch das alte Gebüsch herum und der von kleinen Sträuchern befreite Weg ist super zu begehen. An mehreren Stellen wurden Steinplatten als kleine Treppen angebracht, was dem Weg ein schönes Ambiente verleiht.

Kurz darauf kommen wir an der Wegabzweig zum Hundsennvatnet (ein kleiner Angelsee) vorbei und halten uns hier links in Richtung Skogshorn. Der Weg führt jetzt leicht oberhalb des kleinen Baches Skarvanåne entlang und die mittlerweile zurückgewichene Strauchvegetation gibt den Blick auf unser Gipfelziel frei. Der Weg hinauf zum Skogshorn ist nicht zu verfehlen, weil extrem gut sichtbar. In dem dunkelgrauen Fels zieht sich ein heller Streifen nach oben und zeigt uns unverkennbar den weiteren Verlauf unserer Route – die allermeiste Zeit schnurgerade bergauf.

Nach einiger Zeit zieht der Weg weiter nach links und verlässt den Bachlauf, der hier weiter von rechts oben her kommt. Ab jetzt wird der Weg steiler und auch steiniger. In wenigen sanften Kurven und an viele Stellen einfach stur gerade aus und bergauf verläuft der Weg durch Geröll. Vegetation findet sich hier nur noch wenig und ein paar Höhenmeter weiter oben ist es dann bereits gänzlich vorbei mit dem Bewuchs und wir befinden und in einer Geröllhalde. Kleinere Blöcke, Steine aller Grössen und Formen, Kies. Das Gehen ist hier aufgrund der ganzen Steine und vor allem der Steilheit nicht mehr sehr angenehm. Der Höhenmesser zeigt aber an, dass es gar nicht mehr sooo weit sein kann (es ist ja eigentlich nie wirklich weit) und so versuche ich, in einem sehr langsamen aber gleichmässigem Schritt, Meter für Meter an Höhe zu gewinnen.

Sobald der Gipfel dann in Sichtweit kommt, wird das Gelände wieder flacher und das Gehen fällt mir direkt wieder leichter. Dafür werde ich fast aus meinen Socken gefegt, denn hier oben bläst uns eine steife Brise und die Nase. Bei unserer Gipfelankunft versorgen wir uns erst einmal mit Jacken, Mützen und Handschuhen aus unseren Rucksäcken, bevor wir endlich unsere wohl verdienten Brote essen können. Wir treiben uns ein bisschen am Gipfelplateau herum, aber wirklich lange halten wir es aufgrund des Windes hier oben nicht aus. Schnell sind die wichtigsten Sachen wieder im Rucksack verstaut und wir treten unseren Rückweg an, über den gleichen Weg wie die Aufstiegsroute.

Sobald wir das Gipfelplateau verlassen haben, wird der Wind weniger und wir können wieder die ein oder andere Schicht ausziehen. Im Abstieg erweisen sich die Stein- und Geröllhänge als praktischer als im Aufstieg und weiter Teile können wir rasch hintunterlaufen und uns in die Kieshaufen sinken lassen. Das ist ganz angenehm. Irgendwann erreichen wir dann auch wieder den „normalen“ Wanderweg, auf dem es sowieso zügig voran geht. Beim Abzweig zum Hundsennvatnet treffen wir noch auf ein älteres Ehepaar mit Angelausrüstung. Die Frau möchte gerne zum Skogshorngipfel laufen und der Mann sein (heute bisher wohl eher kleines) Anglerglück am kleinen See finden. Für was sie sich letzten Endes entschieden haben, wissen wir nicht. Aber freundlich waren sie allemal.

Unsere nächste Begegnung sind ein paar Schafe, die natürlich mitten auf dem Weg liegen. Anders als die sturen Kühe zeigen Schafe doch mal eher etwas „Respekt“ und machen einem Platz, wenn man auf sie zu geht. Ich mag Schafe!

Bevor wir wieder am Auto sind, machen wir auf einem kleinen Treppenabsatz beim renovierten Wanderwegabschnitt nochmal eine Pause mit Ausblick auf die wunderschöne Seenlandschaft um Helsingvatnet und Storevatnet. Die verzweige Seenlandschaft glitzert in der Nachmittagssonne, die jetzt hinter der ein oder anderen Wolke hervor schaut. Bestimmt könnte man hier auch gut mit den Kajaks unterwegs sein. Vielleicht probieren wir das irgendwann einmal aus – jetzt fahren wir erst einmal unserem Tagesziel Beitostølen entgegen.

Details zur Tour

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