Trailrunning am Ustetind

#storyHike'n'Trail

Nach unserer gestrigen ausgedehnten Wanderung auf den Prestholtskarvet haben wir uns für heute eine etwas kürzere Tour auf der gegenüberliegenden Talseite von Geilo entschieden: es geht auf den Ustetind. Nachdem sich Falko mit neuer Running-Kleidung eingedeckt hat (Laufjacke und Funktions-Hoodie) ist die Sache klar – heute machen wir ein bisserl Trailrunnig.

Mit unserem kleinen Flitzer fahren wir durch Geilo und parken an einem Platz bei Ustebergstølen. Eigentlich wollten wir einen knappen Kilometer weiter hinten parken, doch die Zufahrt wird uns mittels einer SMS-gesteuerten und nur für norwegische Handynutzer zu bedienenden Schranke (Vegbom) verwehrt. Naja, dann wird unsere Tour eben noch zwei Kilometer länger – das werden wir auch verkraften.

Bei strahlenden Sonnenschein laufen wir ein paar Minuten später am Auto los. Nach kurzer Zeit überqueren wir einen kleine Brücke am Ustevatn und stehen bald an unserem Wanderweg-Abzweig. Mir ist mittlerweile mit Top, Shirt und Longsleeve so warm, dass ich eine kurze Umziehpause brauche. Die 14°C sind wärmer als gedacht, wenn die Sonne scheint und kein Wind weht. Also wandern Top und Longsleeve in den Rucksack und ich laufe im luftigen T-Shirt weiter. Der Weg führt uns jetzt mit einer angenehmen Steilheit bergauf. Die ersten paar hundert Meter liegen zwischen Sträuchern und hier staut sich die warme Luft richtig. Kaum zu glauben, dass wir in Norwegen sind. Als das Gebüsch flacher wird und in niedrigere Vegetation übergeht, merkt man doch hier und dort den Wind, der uns ein angenehmes Lüftchen um die Nase weht.

Über eine Kuppe nach der anderen laufen wir mehr oder weniger gerade aus unserem Trampelpfad folgend bergauf. Es ist nie wirklich steil und wir können ein gleichmässiges Tempo durchjoggen. Nach einer der letzten Kuppen kommt dann unser Zielpunkt ins Sicht – der Ustetind. Eine einsame kleine Erhebung mit einem riesigen „Steinmanndli“ on the top, umringt von sanften Hügeln und kleineren Seen.

Die letzte Meter des „Gipfelaufstieges“ sind nochmal etwas steiler als das restliche Gelände, doch bevor wir dort hinkommen, durchzieht ein versumpfter Bach unseren weiteren Weg. Da wir die dünnen und vor allem nicht wasserdichten Laufschuhe tragen, wollen wir natürlich so wenig wie möglich mit der Matschbrühe in Berührung kommen. In einer lustigen „Von Stein zu Stein Hüpfaktion“ überqueren wir das letzte Hindernis erfolgreich und (fast) trockenen Fusses.

Nun geht es an die letzten Meter zum Gipfel und nach ein paar Minuten stehen wir oben und geniessen die tolle Rundumsicht. Von hier oben haben wir einen tollen Ausblick hinüber auf den Prestholtskarvet und den Storeskuta. Aber auch in jede andere Richtung sind die Aussichten herrlich, Hügel und Berge, Seen, vereinzelte dünne Wanderwege und kein Mensch weit und breit. Einfach wunderschön!

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Aber es weht ein strammer und vor allem kalter Wind. Wir stärken uns mit Müsliriegel, trinken etwas, knipsen ein paar Fotos und diskutieren über unseren Rückweg. All zu viele Alternativen gibt es nicht, denn hier eine Runde zu Laufen heisst schnell einmal mehr als 10 oder 15 Kilometer sammeln. Also entschliessen wir uns für eine Minirunde am Gipfel und kehren wieder auf unseren Trail vom Aufstieg zurück. Das Gehampel am Sumpfbach spielt sich somit ein zweites Mal (erfolgreich) ab und dann joggen wir wieder Richtung Tal. Der Ausblick auf den Ustevatn und den dahinter liegenden Storeskuta ist beeindruckend und wir geniessen unsere Strecke so richtig.

Bevor wir wieder in den Buschgürtel eintauchen, machen wir noch eine Rast an einem markanten Felsen, der hier direkt am Weg liegt, mampfen unsere Brote und nehmen dann die letzten Meter in Angriff. Die letzten Meter auf der Kiesstrasse zum Auto sind etwas nervig und vor allem sehr warm, aber auch das bringen wir hinter uns. Zufrieden kommen wir am Auto an und düsen zurück zu unserer Ferienwohnung, um den Rest des Tages mit verdientem Nichtstun verbringen zu können.

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