Sommer 2017 in Norwegen

Reisen

Es ist Sommer! Falko und ich sitzen immer noch im Büro, während viele unserer Kollegen sich in den Ferien vergnügen. Wir starten erst Mitte August. Dann, wenn die meisten langsam wieder ins Büro zurück tröpfeln und sich die Feriendestinationen leeren. Dieses Jahr soll es – mal wieder – nach Norwegen gehen. Mit guter Vorbereitung, sorgfältiger Auswahl der Unterkünfte und genügend Infos über Unternehmungen an den verschiedenen Stationen wollen wir drei Wochen im Norden verbringen.

Freitag, 18. August: Viele Wege führen nach Hamburg…

…und unserer führt über München. Warum? Weil die Tunnelgraber bei Rastatt zu nah an den Gleisen waren, das Gleisbett sich abgesenkt hat und unser Autozug nun nicht mehr ab Lörrach, sondern ab München startet. Der Auto-Nachtzug erspart uns die “ersten” 1’000 Kilometer unsere Ferien auf deutschen Raser-Autobahnen – mit lichthupenden Audis und BMWs nur 50 cm von der Heckklappe entfernt. Dafür greifen wir etwas tiefer in die Tasche, aber der Preis lohnt sich allemal – sogar trotz Umweg über München.

Eigentlich hat der ganze Umweg auch sein Gutes. Wir fahren früher los und  kommen zeitig in München an. So haben wir noch Zeit für einen kleinen Rundgang in der Gegend des Ostbahnhofs und gönnen uns in der Nachmittagshitze ein leckeres Eis. Richtiger Eiskaffee – nicht so ein Mokka-Glace-Gepansche! Damit bringt man mich immer zum Strahlen.

Am Abend um kurz vor 19 Uhr können wir unser Auto wie geplant auf den bereitstehenden Autozug verladen. Die Schlafwagen kommen leider später an und so müssen wir uns noch eine weitere Stunde am verlockenden Ostbahnhof vertreiben. Alles ist ein bisschen improvisiert und als der Zug dann endlich kommt, herrscht Verwirrung. Wer darf wo einsteigen, darf man überhaupt schon einsteigen und wann geht’s eigentlich los? Die Train-Crew scheint nicht gerade sehr organisiert und immer wieder huscht ein Zugbegleiter (oder vielleicht auch Lokführer) an uns vorbei. Irgendwann darf dann aber doch jeder in die Blechbüchsen einsteigen.

Die Wagen sind schon etwas in die Jahre gekommen und können mit den ehemals DB (und mitterweile ÖBB) Schlafwagen nicht wirklich mithalten. Vor allem die WCs sind nicht gerade lecker und ich war froh, im Nebenwagen ein WC zu entdecken das nicht aussieht, als wäre es dem Jahre 1987 entsprungen und auch zu dieser Zeit zum letzten Mal geputzt worden. Die Ausstattung in unserer Zweier-Schlafkabine ist zum Glück in Ordnung. Wir haben ein eigenes Waschbecken, zwei gute Matratzen, die zum Schlafen herunter geklappt werden können und eine Sitzecke.

In der Dämmerung verlassen wir den Ostbahnhof in München. Kaum rollt der Zug, bricht ein heftiges Gewitter los. Es schüttet wie aus Kübeln, blitzt und donnert ununterbrochen. Der Sturm, der gerade über München hinwegfegt, hat kein Erbarmen. Und so kommt’s, wie es kommen muss. Nach wenigen Minuten hält der Zug schon wieder an. Auf offener Strecke. Der Lautsprecher knackt und eigentlich weiss schon jeder was kommt: Zugstrecke, umgefallene Bäume, warten. Nach einer guten dreiviertel Stunde ruckelts und die Fahrt geht doch noch weiter. Am nächsten Morgen wird uns die kleine Verzögerung nicht mehr stören, wenn wir mit lediglich 20 Minuten Verspätung in Hamburg Altona einrollen – Nachtzüge sind einfach gemütlicher unterwegs.

Samstag, 19. August: Von der Schiene auf die Strasse

Mit kratzender Musik aus den Deckenlautsprechern werden wir um kurz nach 6 Uhr geweckt. Schade, gerade ein paar Stündchen vorher sind wir bei all dem Geruckel doch noch in einen leichten Schlaf gefallen. Beim ersten Blick aus dem Fenster ruckelt und rattert es immer noch, nur die Landschaft hat sich mittlerweile verändert. Wir sind im Norden – alles ist flach und auf den Wiesen stehen nur noch Holsteinkühe. Unser Frühstück aus der Pappbox: Brötchen, Marmelade, Kaffee und Tee – wir sind zufrieden. Und gleich sind wir in Hamburg.

Im Kopfbahnhof von Hamburg Altona wird der Autozug abgekoppelt und ans Gleis gefahren. Frontal können die Autos über die Rampe vom Zug direkt in die Bahnhofshalle fahren. Ein lustiger Anblick, als unser kleiner roter Flitzer mitten durch den Bahnhof in Altona rollt. Durch die Empfangshalle geht’s nach draussen auf die Strasse und dann auf der Autobahn immer weiter Richtung Norden.

Heutiges Ziel: Hirtshals in Dänemark. Eine Fahrt durch niemals enden wollende Baustellen. Aber es bleibt uns nicht anderes übrig, als diese mit stoischer Gelassenheit zu durchfahren, wenn wir morgen früh mit der Fähre nach Norwegen übersetzen wollen. Augen zu und durch!

Nach einer gefühlten Ewigkeit kommen wir im Skaga Hotel in Hirtshals an. Für ein 4**** Hotel ist es sehr mager, hat alte, abgewohnte Möbel im 90er Jahre Stil und das Badezimmer ist charmant von der Decke bis zum Fussboden mit weissen Fliessen verkleidet und wirkt wie ein Schlachthaus – nett. Wenigstens ist es sauber – was für ein Qualitätskritierium in einem 4**** -“Schuppen”.

Wir erkunden ein bisschen die Umgegung. Einmal quer durch den Fischindustriehafen, ein kurzer windiger Strandbesuch und ein Abstecher in die “City”. Dort finden wir das Restaurant Lilleheden und geniessen ein herrliches Abendessen mit Blick auf den Hafen und die Wellen, was es für Falko offenkundig etwas weniger entspannt macht.

Sonntag, 20. August: Schiff ahoi, es leben die “Zimtsünden”

Über Nacht ist es kalt und auch regnerischer geworden. Der Wind blässt und sicherlich hat es nicht zu vernachlässigende Wellen da draussen auf dem Skagerak. Ja genau – dort fährt in wenigen Stunden unsere Fähre durch.

Nicht die besten Voraussetzungen. Aber gebucht ist gebucht – auch wenn Falko da anderer Meinung ist und am liebsten den gesamten Weg mit dem Auto über Dänemark und Schweden in Angriff nehmen würde. Aber da spiele ich nicht mit. Vom Skaga Hotel sind wir in zwei Autominuten beim Fährterminal der Fjordline. Wir checken ein und dann beginnt das Warten. Bei dem Ekelwetter setzen wir keinen Fuss vor die Tür und müssen uns die Zeit mit Witzen, Spielchen oder Schweigen vertreiben – weniger lustig.

Nach einer guten Stunde fahren wir in den Bauch des Riesen, der uns und unser kleines Auto wieder ein Stück weiter in den Norden bringen soll. Für die Überfahrt von Dänemark nach Norwegen haben wir Air-Lounge Plätze gebucht. An sich läuft das auf diesen Fähren so ab, dass man genügend Sitzplätze in Restaurants oder Selbstbedienungsbereichen findet. Gemütlicher ist es allerdings, wenn man sich einen Sitz (wie im Flugzeug) reserviert und dann seine Ruhe vor dem vierstündigen Getummel an Bord hat. Diese Sitze sind bei der Fjordline nur mit der Bordkarte erreichbar, dementsprechend wenig ist in diesen Räumen los und man kann die Fahrt geniessen und sich entspannen – auch wenn das in Falkos Augen bei dem aktuellen Wellengang beim Verlassen des Hafens nicht möglich ist.

Später wird die See zum Glück etwas ruhiger und wir können beide die Überfahrt geniessen. Kurz vor unserer Ankunft zeigt sich sogar noch die Sonne und wir geniessen das schöne Wetter an Deck. Am frühen Nachmittag rollen wir in Langesund in Norwegen von Bord.

Am Ziel sind wir aber noch nicht. Heutige Endstation ist der Sandviken Camping. 160km und gute drei Stunden später erreichen wir unser Tagesziel. Zur Überraschung bekommen wir noch ein kostenloses Upgrade unserer gebuchten Hüttenkategorie. Unser Hytta für heute Nacht verfügt nun nicht nur über ein WC, sondern über ein komplett eingerichtetes Badezimmer mit Dusche – super.

Auf der Fahrt nach Sandviken haben wir die norwegischen Kanelboller, Kanelknuter oder wie man sie auch immer nennen mag entdeckt.

Unser Name für die süssen Dinger ist schlicht und einfach “Zimtsünden”.

Die Vorliebe der Norweger für Hefegebäck mit Zimt und Zucker war uns bisher nicht bekannt. Aber wir haben diese nordische Eigenschaft direkt übernommen und die Kanelgebäcke in unser Herz beziehungsweise unseren Magen geschlossen. Wenn wir geahnt hätten, wie viele von den Dingern wir in diesen Ferien noch vernaschen würden, hätten wir uns den Einstieg in unseren Ferien-Zimtsünden-Rausch vielleicht noch einmal überlegt.

Damit die Bewegung (nach der ersten Zimtsünde) nicht zu kurz kommt unternehmen wir noch noch eine kurze Joggingrunde gleich gegenüber dem Campingplatz am Åseral. Einmal im Wald den Berg hoch, bis wir keine Lust mehr haben und wieder retour – schöne Ausblick auf den See Tinnsjå inklusive.

Montag, 21. August – Mittwoch, 23. August: Geilo Revival

Langschläferfrühstück – die Überfahrt gestern hat uns zugesetzt und wir bleiben lange im Bett liegen. All zu weit müssen wir heute nicht fahren – unser Tagesziel ist der Tourismusort Geilo.

Bei unserer Reise vor zwei Jahren waren wir schon einmal hier, damals leider nur für eine Nacht. Abgereist sind wir mit dem Vorhaben, auf jeden Fall wieder zu kommen – und nun ist es endlich soweit. Wir haben uns für drei Nächte eine kleine Ferienwohnung in Havsdalsgrenda gemietet.

Die Fahrt von Sandviken nach Geilo dauert ca. anderthalb Stunden. Bevor wir Geilo ankommen, stoppen wir auf der Anreise noch für eine kleine Wanderung auf den Borgsjåbrotet. Am Nachmittag erreichen wir Geilo. Schön, wieder hier zu sein.

In den folgenden zwei Tage sind wir bei einer Wanderung auf den Prestholtskarvet und einem Trailrun auf den Ustetind unterwegs. Wir geniessen das Wetter, die kleinen Sportläden in Geilo und unser gemütliche Ferienwohnung.

Donnerstag, 24. August – Samstag, 26. August:
WWW – Wäsche Waschen Will gelernt sein!

Wieder packen wir unsere (gefühlt) sieben(tausend) Sachen und machen uns auf den Weg. Ziel heute: Beitostølen. Unser erste Unterkunft, die wir über AirBnB gebucht haben. Eigentlich nutzen wir dieses Portal nicht, da wir der Meinung sind, dass das Konzept den regionalen Tourismusanbietern schadet und Mieten verzerrt. Aber in Beitostølen haben wir einfach keine vernünftige Alternative gefunden.

Bei der Anreise nach Beito machen wir einen kleinen “Umweg” über das Hemsedal und steigen aufs Skogshorn. Über atemberaubende Hochebenen und der Panoramastrasse fahren wir dann bis zu unserem heutigen Ziel.

Im kleinen Nebendörfchen Beito haben wir also eine private Hütte gemietet. Die Fotos waren vielversprechend – aber aufgrund unserer Erfahrungen aus dem ersten Norwegen-Aufenthalt sind wir vorerst kritisch eingestellt und erwarten (zwar für den Preis schon, aber an sich) erst mal nicht all zu viel.

Die Hütte ist dann gar nicht so schlecht – nur fehlt die beschriebene Waschmaschine gänzlich. Das heisst, dass wir in den kommenden Tagen unsere gesamte Wäsche von Hand waschen müssen.

In solchen Zeiten lernt man den Luxus eines so banalen Gegenstandes, wie eine Waschmaschine, erst wieder richtig zu schätzen.

Die Laune lassen wir uns dadurch aber nicht verderben. Wir machen eine super Trailrunning-Tour auf den Knutshøe und steigen mit vielen anderen Wanderern auf’s Bitihorn. Nach den Tagen in den Bergen wollen wir nun ans Meer. Durch den Rondane Nationalpark und über den berühmten Trollvegen fahren wir am Sonntag zur Hafenstadt Ålesund bis an den Atlantik.

Sonntag, 27. August – Dienstag, 29. August: Meer mehr!

Wir schlafen im Hotel Brosundet mitten in Ålesund und können (fast) alle Unternehmungen direkt zu Fuss starten. Wir flanieren durch die kleine, aber feine Innenstadt, rennen mehrmals die 418 Stufen auf den Hausberg Aksla und freuen uns über die tolle Aussicht über Ålesund. Ausserdem machen wir mit dem Schnell-Kat einen Shopping-Ausflug zur Devoldfabrikken, ein Outlet norwegischer Marken und laufen bei stürmischem Wind auf den Sukkertoppen – ein weiterer Aussichtspunkt über Ålesund.

Unsere geplante Wanderung auf das Storhornet auf der Insel Godøy fällt wegen des stürmischen Windes und dem Regen leider ins Wasser. Die Insel besuchen wir trotzdem. Am Leuchtturm, dem Alnes Fyr, wandern wir ein bisschen über den steinigen Strand und trotzen dem starken Wind.  Die Brandung ist enorm und die riesigen, sich überschlagenden Wellen begeistern uns. Irgendwann wird das Im-Wind-Stehen aber ganz schön kalt. Zum Aufwärmen genehmigen wir uns heissen Kaffee und ein leckeres Stück Kuchen im Besucherzentrum. Durch die grossen Fensterfronten haben wir einen herrlichen Blick auf den Strand und die Brandung. Im Warmen sitzen und den tobenden Sturm beobachten – so mag ich das.

Mittwoch, 30. August – Donnerstag, 31. August: Läuft nicht rund(e).

Die Insel Runde wollte ich schon vor zwei Jahren besuchen, als wir zum ersten Mal in Norwegen waren. Damals hat uns die Lust einen Strich durch die Rechnung gemacht und ich war enttäuscht, keinen dieser kleinen, bunten Papageientaucher zu Gesicht bekommen zu haben. Dieses Jahr haben wir einen Besuch auf Runde aber fest eingeplant. Eingemietet haben wir uns im Miljøsenter (Umweltzentrum) Runde. Eine kleine Ferienwohnung mit Blick auf’s Meer und eigentlich sollten wir hier auch die Möglichkeit haben, unsere Wäsche endlich in einer Maschine waschen zu können. Das Zentrum hat bei unserer Ankunft leider schon Saisonpause – schade, hat uns das bei der Buchnung niemand gesagt. Unser Appartment ist zwar  offen und wir können es uns erst mal gemütlich machen, aber an die Waschmaschine im Hauptgebäude kommen wir leider nicht ran. Hier ist wirklich gar nichts los – es wirkt fast gespenstisch.

Wir beobachten einzelne Wasservögel, vorbeifahrende Kreuzfahrtschiffe und das Meer direkt vor unserem Fenstern. Am Abend spazieren wir im eisigen Wind über die Hafenmole und schauen dem Sonnenuntergang zu.

Unsere Wanderung auf Runde ist eher von nasser Natur. Die Insel ist sehr sumpfig und wir versuchen einigermassen trockenen Fusses dem Rundweg zu folgen. Die Vögel, auf die ich mich so gefreut habe, sind wohl alle schon ausgeflogen. Denn trotz intensiver Suche inklusive Fernglas können wir nur vereinzelt ein Paar Basstölpel ausmachen. Die Felswände sind alle leer und wirken sehr verlassen. Alles war hier im Moment herumfliegt sind Horden von Mini-Stechmücken, die uns Gesicht und Hände zerstechen. Wir können kaum stehen bleiben, ohne sofort von einem Schwarm umringt zu sein. Aber es gibt noch mehr Tiere. Schafe – überall Schafe – die halsbrecherisch an den Klippen weiden und zu unserer Freude die ganzen Wanderwege vollsch***. Enttäuscht schlendern wir wieder in unsere Ferienwohnung im verlassenen Umweltzentrum. Morgen geht’s weg von diesem verlassenen Stückchen Erde.

Freitag, 01. September: Zwischenstop in Lavik.

Ohne Kontakt zu den Vermietern auf Runde, ohne Vogelsichtung und mit dreckiger Wäsche im Gepäck, lassen wir das einsame Runde hinter uns. Eine lange Fahrt bringt uns heute zum Lavik Fjordhotel am Sognefjord. Für einen Zwischenhalt ist das Hotel völlig in Ordnung und wir sind froh, eine gute Unterkunft gefunden zu haben. Sie macht es uns möglich, die Entfernung bis zu unserer nächsten Ferienwohnung in zwei sinnvolle Abschnitte zu unterteilen.

Von unserem Zimmer aus können wir die Anlegestelle der Fähre hinüber nach Oppedal beobachten und dem geschäftigen Ent- und Beladen zuschauen. Unter den Fährschiffen ist auch die erste norwegische Elektrofähre ZeroCat 120, mit der wir am nächsten Tag den Fjord überqueren werden.

Samstag, 02. September – Montag, 04. September: Ferien am Fjord

Pünktlich um 09:28 Uhr fahren wir vom Parkplatz des Lavik Fjordhotels und huschen noch auf die ZeroCat 120, um damit den Sognefjord zu überqueren. Nach einer eher langweiligen Fahrt auf der 39 biegen wir auf eine kleinere Nebenstrasse ab und fahren am Mo- und Eidsfjord entlang. Und hier geht uns das Herz auf. Die kleinen Fjorde sind das, was wir uns unter Fjordnorwegen vorstellen. Enge Täler, steile Felswände, bewaldete Hänge, die Sonne, die im Wasser glitzert. Wie gerne hätten wir jetzt unsere Kajaks bei, um hier ein bisschen zu paddeln.

Über Voss, mit Picknick am Ufer des Vangsvatnet, und der Fähre von Kvanndal nach Utne erreichen wir am frühen Abend Aga. Dort erwartet uns direkt am Hardangerfjord eine tiptop Ferienwohnung: modern, sauber und – fast schon unglaublich – mit Waschmaschine! Was wir in den nächsten Tagen ausgiebigst tun werden, sollte wohl klar sein.

Luxus: Zur Ferienwohung, die direkt am Ufer des Hardangerfjord liegt, gehört ein kleiner privater Hafen mit Mietbooten. Natürlich machen wir von diesem Angebot Gebrauch und schippern ein bisschen auf dem Fjord herum.

Mein persönliches Highlight war, als wir im Wasser vor uns ein paar Tümmler sehen, die im Fjord ihre Runden ziehen. Sooo cool! Das breite Grinsen in meinem Gesicht bleibt noch lange bestehen! Glück kann so einfach sein.

Eine geplante Wanderung im Buardalen wurde jäh von Highland Cattel in Mutterkuhhaltung “unterbrochen”. Wir hatten keine Lust in so einem einsamen Land genau die Wanderung ausgesucht zu haben, die uns direkt durch eine Mutterkuhweide führt. Also sind wir frühzeitig umgedreht und haben unseren geplanten Gipfel – den Reinanuten – eben sein lassen und den Blick auf den Folgefonna Gletscher nur von unten genossen. Aber wir können ja auch nicht jeden Tag so viel Glück haben…

Dienstag, 05. September – Mittwoch, 06. September: Egersund

Wie schon vor ein paar Tagen führt uns unsere Fahrt nun immer weiter gen Süden. Bei Suldal fahren wir über einen kleinen Pass am Mosvatnet. Das “Skisenter” deutet darauf hin, dass man im Winter hier wohl Langlaufen kann. Wir merken uns das mal!

Panoramaweg-Tipp: Kurz vor Tau biegen wir am Bjørheimsvatnet ab und fahren über kleinere Nebenstrassen weiter. Einerseits umgehen wir hier den dichter werdenden Verkehr, andererseits bieten sich uns bei der Abfahrt von Heia hinunter zum Meer wunderbare Ausblicke auf Stavanger!

Am Nachmittag werden wir dann mit dem strömenden Regen in Egersund angespült. Zum Glück finden wir gleich unser Apartment. Jetzt müssen wir erst einmal wieder trocknen. Trocken bleiben wir allerdings nicht lange. Bei unserer Joggingrunde im Freizeitgebiet Vannbassengan am nächsten Tag regnet es zwar nicht mehr, die Auswirkungen des Dauerregens der letzten Tages sind aber noch sehr gut sicht- und spürbar. Viele Wege sind matschig, sumpfig oder stehen komplett unter Wasser. Die Markierungen finden sich auch nur an den Stellen, wo man sie nicht braucht und so wird aus einem kleinen Training eine doch etwas längere Orientierungslauf-Einheit, da wir uns natürlich auch noch verlaufen. Die Stimmung war schon besser.

Da klappt unser Ausflug an den Sandstrand von Brusand schon besser. Auch wenn es hier zu Beginn etwas schwierig war, aufgrund einer riesigen Baustelle einen Parkplatz zu finden, können wir die Zeit am Strand so richtig geniessen. Sonne, Sand und Wellen satt – wir bleiben lange auf den Dünen sitzen und hängen unseren Gedanken nach. Einfach schön.

In dieser traumhaften Stimmung will eigentlich will keiner von uns beiden, dass die Ferien zu Ende gehen – aber morgen ist es schon so weit und wir verlassen Norwegen wieder.

Donnerstag, 07. September – Sonntag, 10. September 2017: Auf Wiedersehen, Norwegen!

Egersund – Kristiansand: das sind weniger als 3 Stunden Fahrt mit dem Auto. Da unsere Fähre Richtung Dänemark erst am Nachmittag ablegt haben wir also genügend Zeit für eine ruhige Fahrt. Leider regnet’s schon wieder uns so können wir die Fahrt durch Südnorwegen gar nicht richtig geniessen.

Auch die Fährüberfahrt ist nicht all zu entspannt – viele laute, nervige, rücksichtslose Passagiere. Wir sind froh, als wir in Hirtshals von Bord rollen. Es ist spät, bis wir unsere Unterkunft in Tylstrup erreichen. Das Hotel ist ein Mischmasch aus uraltem Hauptgebäude mit Möbel aus vergangenen Zeiten, renovierten Zimmer im Nebengebäude und eklig alten Badezimmern. Mit eher gemischten Gefühlen verbringen wir hier die Nacht. Warum ist es so schwierig in Dänemark auf der Durchfahrtsrute nach Süden schöne Unterkünfte (sprich: sauber, einigermassen modern und gutes Frühstück) zu finden? Hat jemand einen Tipp?

Leider haben wir keinen Autozug für die Rückfahrt gebucht und müssen daher mit der Strasse vorlieb nehmen. Von Tylstrup bis nach Hause sind es noch 1’400 km – so weit können und wollen wir nicht am Stück im Auto sitzen.

Am ersten Tag geht’s von Tylstrup nach Isernhagen. Anstatt der in Google Maps angegebenen fünf Stunden und 40 Minuten brauchen wir dank der Endlos-Baustellen rund um Hamburg geschlagene 9 Stunden bis an unser Ziel. Genervt erreichen wir am Abend das Hotel Auszeit. Und die Auszeit könnten wir jetzt wirklich gebrauchen. In diesem Hotel fühlen wir uns mal wieder richtig wohl. Alles ist wunderschön eingerichtet, herzlich und sauber. Perfekt. Schade, dass wir nicht noch ein oder zwei Tage länger Zeit haben. Hier würden wir gerne noch ein wenig bleiben. Ein extrem leckeres Abendessen finden wir im Restaurant Heinrichs. Aber Vorsicht – hier kann man nicht mit Kreditkarte bezahlen! Wir haben unsere Auslagen dann per Rechnung auf dem Postweg beglichen.

Perfekt war im Auszeit auch das Frühstück. Mit besserer Laune und der Hoffnung auf weniger Stau geht’s am nächsten Morgen zurück auf die Strasse. Heute müssen wir nur bis Karlsruhe. Vier Stunden und 30 Minuten laut Google Maps – und diesmal stimmt’s auch. Am frühen Nachmittag erreichen wir schon das Hotel Rio mitten in Karlsruhe. Ein herzlicher Empfang, ein geschützter Parkplatz im Innenhof und ein wahrlich schönes Zimmer. Genau so haben wir uns das vorgestellt.

Wir tauschen Jeans gegen Laufhosen und rennen noch eine Runde durch den Schlossgarten und die Waldstadt (hier auf Strava). Für das Abendessen haben wir uns schon einen Tisch im Punjab reserviert. Dieses Restaurant kennen wir schon – und das indische Essen dort ist wirklich ein Genuss!

Für uns war es genau die richtige Mischung aus Outdoor, Erlebnis und ein bisschen Luxus. Aber nach drei Wochen Reisen freuen wir uns dann doch immer wieder auf unser Zuhause.

Und dann kommen wir am nächsten Tag endlich wieder zu Hause an. Die Fahrerei hat ein Ende, keine Staus mehr, keine Landkarten, kein Routen suchen, keine Wohnungen ohne Waschmanschinen… Doch, doch, wir haben unsere Ferien in Norwegen sehr genossen. Wir haben viele neue Eindrücke bekommen, viel gelernt und noch mehr Spass gehabt. Aber nach drei Wochen Reisen freuen wir uns dann doch immer wieder auf unser Zuhause, unsere Betten, das eigene WC und die eigene Küche.

Wir haben viel Vorbereitung in diese Norwegen-Reise gesteckt, Buchungsportale durchforstet, Landkarten studiert, Blogs und Foren gelesen und uns einen Haufen Gedanken gemacht, wie wir unsere Reise gestalten wollen. Wenn wir ein Fazit ziehen müssten, würde ich sagen, dass wir das gut gemacht haben. Für uns war es genau die richtige Mischung aus Outdoor, Erlebnis und ein bisschen Luxus!

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Koppenkarstein Nordwestwand

Wir fahren an den Dachstein und mit der Gondel hinauf zur Dachsteinwarte. Von dort aus geht es an die Koppenkarstein Nordwestwand, wo wir aber nach einigen Metern in einer Route aufgrund abgeschlagener Bohrhaken den Rückzug antreten und uns lieber noch einen Kuchen in Mitterndorf schmecken lassen.

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