Wo sind die Vögel auf der Vogelinsel Runde?

#storyHike'n'Trail

 

Wir starten unsere Wanderung auf der norwegischen Vogelinsel Runde an unserer Ferienwohnung am Miljøsenter. Ein paar Meter geht’s am Meer entlang bis zu einem Parkplatz kurz vor dem (nicht besonders freundlichen – fragt einfach mal, ob ihr gegen Gebühr die Waschmaschinen des Campingplatzes nutzen dürft 😠) Goksøyr Camping. Frohen Mutes und mit der Hoffnung, ein paar bunten Papageientauchern zu begegnen, laufen wir hier los.

Schon nach einem kurzen Stück zweigt der Wanderweg nach links ab und führt steil den Hang hinauf. Der kleine Bach neben dem Weg führt einiges an Wasser, was wohl auf die Regenfälle der letzten Tage zurückzuführen ist. An der ersten Verzweigung des Wanderweges halten wir uns rechts und steigen nun etwas weniger steil weiter in Richtung Steilküste auf. Bald schon sieht man uns aber mehr springend , ausweichend und von Grasbüschel zu Grasbüschel hüpfend, als das wir normal gehen können. Das Gelände hier ist völlig versumpft und die spärlich verteilten Holzplanken können dies nur mehr schlecht als recht ausgleichen.

Viel Getier…

Zu allem Übel überfallen uns auch noch scharenweise Miniatur-Stechmücken, die es vor allem auf unsere Köpfe und Hände abgesehen haben – freche Biester. Wenn kein Windhauch zu spüren ist, dürfen wir gar nicht erst stehen bleiben, wenn wir von den Viechern nicht halb aufgefressen werden wollen. Na, das habe ich mir hier irgendwie anders vorgestellt.

[socialpug_tweet tweet=“Im Moment bin ich so sehr mit über-Pfützen-balancieren und Mücken-vertreiben beschäftigt, dass mir das Wichtigste gar nicht auffällt – es sind gar keine Vögel zu sehen.“ style=“1″ remove_username=“yes“]

Nach ca. 45 Minuten sind wir schon am Abzweig zum Leuchtturm. Da es dort jedoch steil hinunter geht und der Weg durch ein noch ungemütlicher scheinendes Sumpfgebiet führt, rücken wir schnell wieder von dieser Idee ab und entschliessen uns direkt in Richtung der Vogel-Felswände zu marschieren. Langsam schwant uns aber, dass es hier Anfang September gar keine Vögel mehr hat, denn es ist kein Einziger zu sehen. Was für eine Erkenntnis. Jetzt habe ich mich zwei Jahre lang auf diese Wanderung gefreut und eigentlich bin ich nur genervt – und enttäuscht.

Wir stiefeln also in Richtung Rundabranden – dem wohl bekanntesten Ort für Vogelbeobachtungen auf der ganzen Insel – und sehen: nichts. Naja, die vier bis fünf Basstölpel, die ich mit meinem eigens dafür mitgeschleppten Fernglas erspähen kann, sollte ich vielleicht schon erwähnen. Die sind schliesslich das Highlight der ganzen Tour! 😄

…aber keine Vögel in Sicht

Mühsam steigen wir die glitschigen Pfade weiter ab und versuchen in den zahlreichen Hinterlassenschaften der Schafherden, die sich hier halsbrecherisch an den Abbrüchen tummeln, nicht auszurutschen. Eigentlich könnten wir noch Richtung Sandshornet und Frøystolen weiter laufen, aber die Lust hat uns verlassen. Enttäuscht (ich) und genervt (Falko) treten wir den Rückzug an. Im zu durchquerenden Sumpfgebiet Myrane sind wenigstens ein paar mehr Planken ausgelegt und wir kommen zügiger voran.

Wieder auf dem kleinen Wanderweg kurz oberhalb der letzten Häuser machen wir eine Pause und lassen die letzten 90 Minuten revue passieren. Sumpf, Matsch, Stechmücken, Schafkacke und keine Vögel. Hier ist so viel schief gelaufen, dass es schon wieder lustig ist. 😄

Beim nächsten Mal sollten wir im Juni auf die Vogelinsel Runde kommen, wenn die Vögel hoffentlich da, die Stechmücken noch nicht geschlüpft und die Wege eventuell trockener sind.

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