Vilsalpsee und (fast) auf den Breitenberg

Bei einer Runde via Vilstal und Vilsalpsee entdeckt Marina während eines Abstechers auf den Breitenberg, dass Mountainbiken doch anstrengend sein kann. 

Mitte Juni 2018 habe ich einen Moutainbike Kurs bei Bella Bike besucht. Nachdem wir an den letzten Wochenende nun “rund ums Haus” die ersten Touren unternommen haben, soll es jetzt in “fremde” Gefilde gehen. So fremd sind sie uns allerdings gar nicht, denn wir fahren mal wieder ins Allgäu. Aber zum Biken waren wir bisher noch nie dort und hoffen darauf, einige neue Ecken zu entdecken.

Aufwärm-Runde auf den Falkenstein

Am Anreisetag geht’s wir am Nachmittag noch für eine kleine Aufwärm-Runde auf den Falkenstein. Dort waren wir schon sehr lange nicht mehr und wir geniessen die vertraute Aussicht von dort oben. Am nächsten Tag soll es dann aber doch eine “richtige” Tour sein. Unsere Unterkunft für diese Kurzferien ist die Wildgrün Allgäu Lodge im Ortsteil Halden, direkt am Eingang zum Vilstal. Diese Ausgangslage nutzen wir und starten nach einem gemütlichen Frühstück direkt vom Appartement mit den Bikes ins Vilstal.

An der Vils führt uns der Radweg gemütlich das Tal entlang, technisch ist hier rein gar nichts zu beachten. Die Forst- und Landwirtschaftswege sind breit und wir fahren ganz entspannt nebeneinander her. Ab und an müssen wir eine Kuhweide durchqueren, aber die Mutterkühe sind uns heute freundlich gesinnt und stehen in sicherer Entfernung zum Weg. Wir können also weiter. Hin und wieder gibt es kurze, knackige Steigungen, aber auch die sind eher eine willkommene Abwechslung zum sonst gemütlichen Dahinpedalieren.

An Schattwald und Zöblen vorbei kommen wir schliesslich nach Tannheim. Wir kennen diese Region mittlerweile richtig gut. Falko hat während seines Studium immer wieder in den Sommerferien in Pfronten gearbeitet und seit wir gemeinsam unterwegs sind, zieht es uns regelmässig in diese Region zurück. Egal, ob zum Wandern, Klettern, Langlaufen oder für ein paar Tage Wellness. Wir fühlen uns hier ziemlich wohl.

Abstecher zum Vilsalpsee

Heute gibt’s aber leider kein Wellness. In Tannheim biegen wir Richtung Vilsalpsee ab. Der See am Ende der kleinen Asphaltstrasse liegt in einem Naturschutzgebiet. Deshalb dürfen Autofahrer das Strässchen nur vor 10 Uhr oder nach 17 Uhr befahren. Mit den Bikes haben wir also freie Fahrt und himmlische Ruhe. Natürlich ist der kleine Bergsee ein beliebtes Ausflugsziel für Wanderer, Biker, Rennradfahrer oder “Kutschenfahrer” (Alpentaxi nennt sich das heute). Alles in allem hält sich der Andrang an diesem etwas wolkenverhangenen Tag aber in Grenzen und wir geniessen die freie Strasse und freuen uns auf eine Pause am See.

Und so ist es dann auch. Wir entdecken ein hübsches freies Bänkchen direkt am Ufer, machen es uns gemütlich und mampfen erst mal die mitgebrachten Brote. Der See bietet selbst an so einem trüben Tag genügend Potenzial für ein paar schöne Fotos und so vertreiben wir uns die Zeit mit Knipsen.

Nebel und Kühe am Breitenberg

Gut gestärkt rollen wir im Anschluss wieder zurück nach Tannheim und biegen Richtung Grän ab. Vorbei an unserer Wellness -Oase, dem Hotel Engel, machen wir uns auf ins Engetal, welches wieder zurück über die Grenze nach Deutschland führt. Bevor wir aber einfach die leicht abfällige Strasse komplett unter unserer Reifen durchrollen lassen, entscheiden wir uns spontan, die Tour über den Breitenberg bis nach Pfronten zu fahren.

Nach einem abrupten Bremsmanöver, um die Abzweigung noch zu erwischen, geht’s dann nicht mehr so locker flockig rollend vorwärts. Die Schotterstrasse zum Breitenberg hat es ganz schön in sich. Wir einigen uns schnell darauf, dass jeder sein eigenes Tempo fährt und so verliere ich Falko vor mir schnell aus den Augen. Jetzt trample ich also alleine vor mich hin. Ohne Wenn und Aber geht es hier hoch und ich muss ganz schön drücken, damit ich vorwärts komme. Nach einiger Zeit meldet sich dann auch mein Rücken und schon bald schmerzt gefühlt mein ganzer Körper. Mann hey, ist das hier steil…

Vom Rennradfahren und Mountainbiken

Eigentlich darf man das ja gar nicht sagen und meine Naivität (in manchen Belangen) so offen legen. Aber bisher dachte ich immer, dass Mountainbiken ein gemütlicher Sport wäre, den man macht, wenn man entweder zu faul zum Rennrad fahren ist, oder einem das Wandern zu lange dauert. Die Strasse zum Breitenberg hoch (morgen ist hier übrigens der Pfrontner Bike-Marathon unterwegs), zeigt mir nun aber eine für mich gänzlich unbekannte Seite dieses Sports. Das ist ja wesentlich anstrengender, als die Rennradtouren, die ich oft mache. Alles tut weh, jeder Muskel ist angespannt und ich bin fix und fertig. Puuh, damit hätte ich nun nicht gerechnet. Vielleicht ist Mountainbiken doch nicht so blöd, wie ich immer dachte.

Wieder zurück ins Achtal

Dann kommt mir plötzlich Falko in einer Kehre entgegen. Halleluja, ich darf endlich stehen bleiben und für einen Moment absteigen. Hier ist es zum Glück gerade auch flach, das macht das Anfahren später einfacher (ja, klappt immer noch nicht so gut…).

Falko war schon fast ganz oben, ist aber der Meinung, dass es sich für mich gar nicht lohnt weiterzufahren. Erstens hat es dicke Wolken, so dass man da oben gar nichts sieht und zweitens stehen irgendwo in den Wolken bimmelnde Kühe – vielleicht Mutterkühe? Wir sind da mittlerweile sehr vorsichtig geworden…

Erst mal ist mir das aber alles egal. Ich brauche im Moment einfach eine Pause und bin froh, endlich von meinem Rad zu kommen.

Nachdem ich mich ein bisschen erholt habe, beschliessen wir, die erklommenen Höhenmeter wieder hinunterzurollen und durch das Achtal zurück nach Pfronten zu radeln. Ach, so froh war ich selten, dass eine Tour bald zu Ende ist.

Nach einem kurzen Stop am Supermarkt, um uns für das Abendessen einzudecken, strampeln wir noch die letzten Meter zu unserer Ferienwohnung. Die letzten mickrigen Steigungen lassen meine Beine fast platzen und ich bin heilfroh, als wir endlich ankommen. Ich will heute nicht mehr viel – duschen, essen, Beine hochlegen. Schöne war es trotzdem – und für mich super anstrengend.

Details zur Route

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