Trailrunning-Runde im Schatten der Marmolada

Auf der Suche nach Schafen am Passo di Fedaia: wo ist die riesige Herde vom Vortag hin verschwunden? Der Verlauf unserer Trailrunning-Runde gegenüber der Marmolada wird es zeigen…

Die letzten zwei Tage waren wir – mehr oder weniger erfolgreich – mit den Rennrädern unterwegs. Gestern haben wir dabei den Passo di Fedaia in Angriff genommen, die Gegend erkundet, einen ersten Blick auf die Marmolada* geworfen und eine schöne Runde für unser nächstes Lauftraining ausgespäht.

Heute geht’s also etwas entspannter – nämlich mit dem Auto – auf den Passo die Fedaia und von dort zu Fuss weiter. Wir parken aber nicht an der überfüllten Staumauer, sondern fahren am See vorbei bis zur eigentlichen Passhöhe. Genau genommen befinden wir uns jetzt gar nicht mehr in Südtirol, sondern in Venetien. Das wusste ich gestern noch nicht, als wir hier bei unserer Rennradtour den Rückweg angetreten haben. Irgendwie war ich nach wie vor der Meinung, wir befänden uns in Südtirol. Aber es spielt ja auch nicht so eine grosse Rolle.

Einlaufen am Lago di Fedaia

Vom Parkplatz starten wir nicht direkt in die Höhe. Wir haben uns eine Laufrunde überlegt. Dazu geht es erst mal drei Kilometer eher gemütlich und flach am Lago di Fedaia entlang, zurück in Richtung Staumauer. Nach knapp 20 Minuten erreichen wird die diese dann, überqueren sie und starten anschliessend gefühlt senkrecht in unseren Anstieg. Die Steigung hinauf zur Porta Vescovo zieht gleich ganz schön an und unser – oder besser gesagt mein – Tempo verlangsamt sich rapide.

Der Weg ist gut markiert, auch wenn wir das ein oder andere Mal einen kurzen Umweg machen müssen, um den sumpfigsten Stellen auszuweichen. Klappt alles in allem aber sehr gut und wir geniessen den ruhigen Aufstieg, denn viel los ist hier mal wieder nicht. Warum auch? Wir befinden uns schliesslich zu Fuss im Aufstieg – das macht man im Südtirol üblicherweise ja nicht so – so zumindest unser Eindruck. Ich halte die ganze Zeit Ausschau nach Schafen, denn gestern haben wir bei unserer Erkundungsfahrt hier eine riesige Schafherde entdeckt. Heute ist sie aber wie vom Erdboden verschluckt – hier ist kein einziges Schaf zu sehen.

Weitere 35 Minuten später erreichen wir dann die Bergstation der Porta Vescovo Bahn, die hier aus dem benachbarten Tal von Arabba herauf führt. Natürlich treffen wir hier sofort wieder auf einige Menschen, die sich ganz “Südtirol-like” herauf gondeln haben lassen und jetzt entspannt vor dem stylischen Rifugio Luigi Gorza in der Sonne sitzen. Wir machen nur einen kurzen Müsliriegel-Foto-Stop, während wir die tolle Aussicht hinüber zur Sella-Gruppe mit dem Piz Boè und zum Campolongopass geniessen, die Marmolada immer im Rücken.

Marmolada Panorama Trail

Den grössten Teil der Steigung haben wir hier mit rund 400 Höhenmetern bereits hinter uns gebracht. Was jetzt kommt ist ein Panoramatrail, der uns eine wunderschöne Ausblick hinüber zur Marmolada bietet. Wir folgen am Anfang dem Sentiero Geologico Arabba, zweigen dann aber nach links ab, um nicht gleich an Höhe zu verlieren. Kurz darauf erreichen wir den Punkt 2551 unterhalb des La Mesola Gipfels. Von hier können wir mehrere Leute im Trincee Klettersteig sehen, der oberhalb von uns auf dem Grat vom La Mesola zum La Mesolina hinüber führt. Da ist so einiges los. Das hat wahrscheinlich auch damit zu tun, dass der Einstieg nicht weit weg ist von der Gondelstation. Und die Aussicht zur Marmolada ist wirklich beeindruckend. Bei uns hier “unten” auf dem Wanderweg ist dafür so gut wie nichts los. Wir haben die schönen Trails fast ganz für uns alleine und die Aussicht ist trotzdem grandios. Immer wieder stoppen wir und knipsen ein paar Fotos der umliegenden Berge.

Bevor uns kalt wird laufen wir aber weiter. Nach knapp zwei Kilometern leicht bergab treffen wir auf den etwas weiter unten verlaufenden Sentiero Geologico Arabba und kommen wenige Zeit später am bewirtschafteten Rifugio Padon auf 2369 m ü.M. vorbei.

Anstatt hier einzukehren nehmen wir aber den Abstieg in Angriff. Von hier geht es leider auf der sommerlichen Skipiste zurück zur Passhöhe, wo unser Auto auf uns wartet. Der Weg ist also steil, steinig und nicht gerade sehenswert.

Allerdings entdecken wir zum Abschluss doch noch eine Schafherde. Die ist allerdings so gross, dass wir nicht mal zu schätzen wagen, wie viele Tiere das sind. Eine riesige Fläche unterhalb des Pardon ist übersät mit Schafen. Unglaublich, so viele haben wir noch nie auf einmal gesehen – auch gestern nicht.

Die letzten Höhenmeter zuckeln wir dann auf schottrigen Pisten hinunter, bevor uns die kleine Brücke zum Überqueren der Strasse wieder in die Zivilisation ausspuckt.

*Marmolada: Wir haben uns für die italienische Schreibweise entschieden. Im Deutschen würde man Marmolata schreiben.

Details zur Tour

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