Langlaufen in Studen und Unteriberg

Aktivitäten, Langlaufen

Wunderschöne, einsteiger-freundliche Loipen in einer malerischen Voralpen-Landschaft: so präsentiert sich das Langlaufgebiet Studen in der Region Einsiedeln-Ybrig-Zürich dem Besucher.

Eine der vielfältigen Möglichkeiten zum Langlaufen in der Region Einsiedeln-Ybrig-Zürichsee befindet sich zwischen Studen und Unteriberg, im Schatten des Fluebrig und in der Nähe des Sihlsees. Die insgesamt rund 27 km Loipe überzeugen durch anfängerfreundliches Gelände mit wenigen Steigungen (und Abfahrten, denn die sind ja mit Langlaufski auch immer so eine Sache…) sowie meistens bestens präparierten Loipen für Skating und klassische Technik.

Ausgangspunkt in Studen

Es gibt verschiedene Startpunkte, um in die Loipe einzusteigen. Am logischsten ist aber eigentlich das Langlaufzentrum in Studen. Dort gibt es einen grossen Parkplatz, ein Restaurant, Toiletten, einem Nordic Sports Shop. Und viele wichtig daher laufende Menschen, deren professioneller Auftritt maximal durch die Eisglätte auf dem Parkplatz und dem eklatanten Mangel jeglicher Haftung von Langlaufschuhsohlen kurzzeitig unterbrochen wird. Hat man jedoch diese Hürde gemeistert und die Bindung geschlossen, geht es los. Ich möchte hier den Ablauf gegen den Uhrzeigersinn beschreiben, denn im Grunde genommen ist das gesamte Gebiet eine Aneinanderreihung von fünf verschiedenen kleineren Runden.

Anfangs bewegt man sich am südlichen Rand von Studen auf den Golfplatz zu. Zwischen vielen Bauernhöfen und über die ein oder andere kleine Steigung geht es in einer Schlaufe die Strasse zum Ochsenboden querend auf die andere Seite der Sihl. Dort kann man entweder direkt den Rückweg antreten oder aber der Hauptloipe weiter in Richtung Golfplatz folgen.

Kleiner Abstecher auf den Golfplatz

Nach einer kleinen “Wir machen unsere Loipe so lang wie möglich, indem wir zwei für sich genommen sinnlose Schlaufen einbauen”-Übung erreicht man so den Übergang zu einer kurzen Runde direkt auf dem Golfplatz. Hier touchiert man nun den heiligen Bereich kleiner weisser Bälle, die im Sommer von Schirmchenmützen tragenden Grauköpfen in schweisstreibender Arbeit Schlag um Schlag über 1,3746 cm hohen Rasen getrieben werden. Im Winter hält diese Spezies jedoch Winterschlaf und so kann man sich in Ruhe über die oft leicht schräg verlaufende Loipe mokieren. Ich nehme an, es liegt an meiner Unfähigkeit, aber Langlaufski und eine schräg am Hang verlaufende Loipe sind ein zuverlässiger Stimulator für schlechte Laune bei mir.

Zum Glück ist diese Golfplatzschlaufe aber nur relativ kurz und wir bewegen uns jetzt wieder leicht bergauf zum eigentlichen Schmankerl der grundsätzlich relativ flachen Studen-Loipe. Im Bereich der Sihltalhütte wartet eine nicht superlange, aber trotzdem giftige Steigung auf die Anwärter. Auch hier gilt wieder: hat man seine Langlaufzahnstocher im Griff, wird es gut funktionieren. Im anderen Fall und bei vielleicht schlecht rutschendem Schnee könnte der ein oder andere Schweisstropfen vergossen werden.

Ideales Einsteigergelände

Aber wo es hoch geht, geht es auch wieder runter. Man kann im folgenden ein paar hundert Meter die Abfahrt geniessen. Die ist bei harten Verhältnissen durchaus etwas spannender, bevor es in einer Schlaufe wieder zurück in Richtung Studen geht. Über die Wiesenflächen mäandert die Loipe nun an den Ausgangspunkt in Studen zurück, wo man wieder auf die flache Loipenrunde rund um das Breitried trifft. Hier kann man sich nun in die Reihen derjenigen einordnen, die selber gerade das Langlaufen erlernen. Gerade diese Runde ist dafür ideal, verläuft sie doch auf einer rund fünf Kilometer langen, meistens sehr breiten Loipe ohne nennenswerten Höhenunterschied, auf der man auch mal nebeneinander laufen kann.

An der Minsterbrücke muss man sich entscheiden, ob man direkt wieder nach Studen zurück möchte oder lieber zwei weitere, rund fünf Kilometer lange Runden via Unteriberg und Waag angehen will. Hierzu muss ein etwas langgezogener, flacherer Anstieg in Richtung Unteriberg in Angriff genommen werden. Hier trennt sich gerne die Spreu vom Weizen. Beeindruckt hat mich hier durchaus, wie bei eher schlecht rutschenden Bedingungen jemand mit ziemlich hoher Differenzgeschwindigkeit im 1:1er Stil hinauf gelaufen ist, während ich mich selber eher wenig elegant über meine Ski, den Schnee, das Wetter, die Farbe des Schnee etc. beschwert habe. Es lag definitiv nicht an mir und meinen Fahrkünsten, dass ich so langsam war – niemals!

Loipenstation Unteriberg

Nach dem Anstieg gelangt man nach einiger Zeit, den Nidlaubach und erneut die Minster querend, in einer Bratwurstwolke zur kleinen Loipenstation in Unteriberg in der Nähe der Kirche. Hier gibt’s erstens besagte Bratwurst, zweitens etwas Warmes zu trinken und drittens kommt man ins Gefängnis, wenn man nicht im Besitz eines gültigen Loipenpasses ist. Hat man aber all diese Hürden gemeistert, überquert man die Strasse nach Studen. Nun kann man die letzte Runde in Angriff nehmen, die uns via Waag zum Wendepunkt der Loipe führt.

Anfangs verläuft die Loipe, immer flach, entlang der Waag über die Wiesen. Es wartet nur eine kurze giftige Steigung hinauf zu einer kleinen Strasse auf uns. Dann geht es erneut direkt am Ufer der Waag entlang. Man läuft parallel zur Strasse nach Weglosen, bis sich die Loipe dann bei einem Bauernhof nach links wendet und man nun den Rückweg antreten kann. Ein paar Schlaufen später kommt dann die nächste giftige Steigung. Dann traversiert man noch ein paar Meter hanghuhnmässig, bis man es am besten in der Loipenspur hinab laufen lassen kann. Wieder an der Waag, jetzt aber auf der anderen Seite rutscht man nun zurück bis nach Unteriberg, wo man wieder auf den Bratwurstduft und die Loipe vom Hinweg trifft.

Nun geht es leicht abfallend wieder zurück in Richtung Zusammenschluss von Runde 1 und 2. Danach folgen nochmals ein paar relativ flache Kilometer, inklusive einer vollkommen geraden “Rennstrecke” durch das Schützenried. Anschliessend überquert man die kleine Strasse nach Studen und biegt auf die Zielgerade ein. Ein paar kleine Buckel später und rund 25 Kilometer und gute 300 Höhenmeter nach dem Start erreicht man nun wieder den oftmals völlig überfüllten Rummelplatz rund um das Nordic Center und das Ende unserer Loipenrunde.

Stark frequentiertes Langlaufgebiet

Die unmittelbare Nähe zu Zürich, Zug und Umgebung führt leider an schönen Wochenenden dazu, dass es wirklich sehr voll werden kann. Man ist dann oft inmitten eines ganzen Pulks von Anfängern, Profis und “Vollprofis” (das schwierigste Klientel – das sind die, die möchten, aber nicht können) unterwegs. Aber wenn man während der Woche oder Abends (auch je nach dem mal mit der Stirnlampe) geht, sieht das schon wieder ganz anders aus. Dann hat man ein wunderschönes, kleineres Langlaufgebiet sogar fast ganz für sich alleine. Und manchmal trifft man auch auf Personen, die mir wirklich Respekt abverlangen. Wenn sie zum Beispiel ihr Kind im Langlaufschlitten hinter sich herziehen. Oder Menschen mit Behinderung, die ohne Beine in einer Art Schlitten sitzend und nur mit den Armen und Stöcken schiebend unglaubliche Geschwindigkeiten erreichen. Chapeau!

Langlaufdetails

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