Zwei Schlingel am Tschingel

#storySchnee

Wieder mal treffe ich mit Silvan in Pfäffikon (SZ) und wir fahren durchs schlechte Wetter und Regen hindurch nach Nordbünden. Bereits am Walensee entlang sieht man weiter vorne ein märchenhaftes rötliches Licht am Himmel, die Wolken scheinen sich da nicht weiter nach Osten vorzubewegen. Kurze Zeit später fahren wir dann durch die klare Morgendämmerung und freuen uns auf eine Skitour auf den Tschingel. Ein Stück vor Davos biegen wir aus der Kolonne der Skisportler, die sich im Davoser Skigebiet vergnügen wollen, ab und fahren hinauf nach Seewis, einem verschlafenen kleinen Örtchen auf rund 1000 m Höhe. Wir schlängeln uns noch ein Stück eine Alpstrasse hinter, bevor wir das Auto abstellen und losmarschieren, die Ski vorerst noch auf dem Rücken.

Laut Karte geht es jetzt erstmal rund fünf Kilometer die Strasse entlang, bevor wir sie verlassen und Richtung Tschingel aufsteigen können. Im Moment ist auch alles schwarz geräumt, aber nach ein paar hundert Metern fängt dann der Schnee an und wir können in einer breit ausgelatschten Spur weiter laufen. Ein interessanter Weg, man macht kaum Höhe sondern nur Strecke und plötzlich passiert man eine Hängebrücke im Stil der Golden Gade Bridge, dann folgt eine Lawinengallerie in der Grösse wie für eine Autobahn – das erwartet man hier auf einer gesperrten Strasse eher nicht.

Nach ein paar Kilometern steigen wir dann auf die Ski um, da man teilweise dann doch recht einsinkt. Wir überschreiten noch zwei Brücken, dann biegen wir links ab und suchen uns einen Weg hinauf durch den steilen Bergwald zur Leidegg, ein paar verstreute Alphütten. Rechts entlang käme man zur Schesaplanahütte und Richtung Sulzfluh und Drusenfluh. Oben erwartet uns dann auch Sonne. Südlich vom Schafberg müssen wir einen grossen, ungegliederten Hang im unteren Teil traversieren, aber es lässt sich recht gut entschärfen, indem man etwas weiter links quert. Dann geht es weiter hinauf bis in die Gross Furgga, wo wir ziemlich im Wind stehen und ein Skidepot machen, da der restliche Hang nicht besonders gut gangbar ausschaut. Zu Fuss stapfen wir über fast apere, blankgefegte Hänge hinauf zum Vorgipfel. Eine leichte Klettereinlage später stehen wir auf dem Vorgipfel. Die restlichen Meter hinüber zum Hauptgipfel sparen wir uns, da wir sowieso nicht abfahren könnten und die Querung schneetechnisch auch eher etwas heikel ausschaut.

Nach einer kurzen Mittagsrast auf dem Vorgipfel steigen wir wieder zu den Ski ab und fahren hinunter. Grösstenteils ist der Schnee herrlich zu fahren und bietet viele Möglichkeiten für Sprünge und andern Gaudi. Durch den steilen Wald geht es wieder hinunter zur Alpstrasse, wo wir nach einer lockeren Langlaufeinlage kurze Zeit später wieder das Auto erreichen.

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