Schneeschuhtour nach Liplisbüel im Hürital

#storySchnee

Nachdem der Winter bisher in Bezug auf Eisklettern sehr verhalten (nämlich gar nicht ) war, beschliesse ich, mir heute mal die verschiedenen Locations im Muothatal anzuschauen. Die Eisverhältnisse sind insgesamt in dieser Saison nicht gerade berauschend und ich möchte mal sehen, ob es dort etwas zu holen gäbe.

Ich werfe mal noch die Eisgeräte, Helm und Steigeisen ins Auto, vielleicht kann ich ja noch ein bisschen herumbouldern, die Schneeschuhe sind natürlich auch mit am Start. Die ganzen Gebiete, die man direkt von der Strasse aus sehen kann, glänzen durch beeindruckende Eisabwesenheit. Stooswald, Zingeliflue, Bettbach – überall entweder fliessendes Wasser oder einfach gar nichts. Na super. Bleibt noch ein Fussmarsch von 2,5 Stunden zu einem Fall im Bisistal oder ein Fussmarsch hinauf ins Hürital, wo auch noch vier Fälle stehen … Da das Hürital etwas weiter oben liegt, hoffe ich, dass die Temperaturen da etwas besser für die Eisbildung waren. Ich fahre über ein paar haarsträubende Alp“strassen“ soweit es geht hinauf, bei Äbnet auf 860 m ist dann aber Schluss.

Ab hier geht’s dann mit den Schneeschuhe auf der Alpstrasse weiter, dank des Neuschnees ist hier noch keine Spur und ich habe meine Ruhe in dieser Winterwelt. Den Rucksack mit dem Eisklettergerödel habe ich mal mitgenommen, viel Hoffnung mache ich mir allerdings nicht mehr. Rund 45 Minuten geht es leicht ansteigend das Tal hinter, bis man den Sommerweiler Liplisbüel erreicht, der auf einer Ebene auf rund 1200 m liegt. Auf dem Wanderweg hängen die Bäume und Büsche mit ihren schneebeladenen Zweigen teilweise bis auf den Boden hinunter und kreieren so eine leicht mystisch anmutende Stimmung mit der gegenüberstehenden Sonne. Durch die Sonneneinstrahlung wirft immer mal wieder ein Baum seine Schneeladung von einem seiner Ästen, übrigens meist genau dann, wenn man gerade darunter hindurch läuft.

Oben in Liplisbüel angekommen, mache ich eine Pause, esse etwas und schaue mir die Eisfälle an. Beziehungsweise ich schaue mir die Felswände an, wo manchmal Eis existiert, wobei die Betonung auf „manchmal“ liegt. Direkt westlich vom Weiler sind ein paar schüchterne Eiszapfen gewachsen, aber da müsste man erst einmal 50 Meter Drytoolen, um sie zu erreichen. Vorher bricht wahrscheinlich der ganze Fels in sich zusammen. Das „Minarett“, ein anspruchsvoller Eisfall im Osten des Tals, liegt nochmal rund eineinhalb Stunden weiter oben, ich kann den Ort zwar sehen, aber auch da steht die Schlusssäule überhaupt nicht und der untere Teil ist nur ganz minimal vorhanden. Das war also auch nichts. Also packe ich meinen Kram wieder ein und stapfe zurück durch den Wald zum Auto. Immerhin eine nette kleine Schneeschuhtour und die Gewissheit, dass es die nächsten zwei Wochen hier mit Eisklettern sicherlich nichts werden wird.

Ich fahre dann noch schnell hinter ins Bisistal und schaue mir den sehr weit oben gelegenen Fall an, der zwar etwas Eis hat, aber wahrlich nicht nach „da-muss-ich-unbedingt-drei-Stunden-hinstapfen“ ausschaut. Dann fahre ich auf dem Rückweg über die Ibergeregg und halte noch im Skigebiet an, um noch ein paar Ski-Trainingsrunden am Ibergeregg-Lift zu fahren, bevor es nach Hause geht.

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