Skitour auf den Fluebrig

6 Uhr, der Wecker klingelt mich aus den Federn. Brrr … Aber ich quäl mich trotzdem raus. Heute Nachmittag treffe ich mich noch mit Fabian in der Kletterhalle, vorher möchte ich noch eine Skitour machen. Die Verhältnisse dürften heute am Fluebrig im Wägital sehr gut sein, bei den kalten Temperaturen und lockere Neuschnee dürfte die Befahrung der steilen Hänge keine Probleme darstellen und auch noch gehörig Spass machen.

Als ich das Haus verlasse und in die Dunkelheit mit Schneefall schaue, zweifel ich allerdings erstmal an dem Plan – ohne Sicht werde ich wohl mein Tourenziel in den Mutteristock oder den Redertengrat ändern. Aber jetzt fahre ich erstmal über das Sattelegg ins Wägital und als ich dort bin bessert sich auch das Wetter und die Sicht. An den Parkplätzen für die Mutteristock-Tour stapeln sich bereits die Autos, da wird heute sicherlich die Hölle los sein. Ich fahre noch ein Stück weiter, zum Fluebrig wollen wohl schon nicht mehr so viele.

Es hat bereits eine gute Spur, das ist mir ganz recht, denn ich will ziemlich Tempo machen, um einerseits rechtzeitig in der Kletterhalle zu sein und andererseits ein bisschen zu trainieren. Zwei Parteien, die vor mir los sind, habe ich dann auch bald wieder ein- und überholt und schlurfe nun alleine vor mich hin. Der Schnee verspricht eine hervorragende Abfahrt, lawinentechnisch scheint alles sehr stabil zu sein. Kein Windeinfluss, auch heute ist es komplett windstill. Eine steile Querung unterhalb der Alp Fluebrig ist problemlos, an der Alp mache ich eine kurze Pause, trinke etwas und ergänze mein etwas spartanisches Frühstück von heute früh durch einen Müsliriegel. Aprikose, die sind ziemlich scheisse. Dann geht es gleich weiter über steile Hänge und am Schluss etwas flacher in den Sattel zwischen Diethelm und Turner, die zwei Hauptgipfel, aus denen der Fluebrig besteht. Der Diethelm ist etwas höher (sage und schreibe 23 m) und dorthin mache ich mich dann aus dem Sattel zu Fuss noch auf, über eine Metallleiter und ein kurzes Kettenversichertes Stück geht es auf den letzten Grat hinauf und diesen entlang. Vom Kreuz trennt mich nun noch ein rund zehn Meter hoher Grataufschwung, der im Sommer recht problemlos mit einem Drahtseil gesichert ist, im Moment liegt aber alles unter einer dicken Schneedecke. Das sieht nach etwas heikler Mixedkletterei aus, ohne Pickel und vor allem Steigeisen lasse ich das dann lieber sein. Also war ich fast oben. 1:50 Std. für knapp 1200 Höhenmeter, das ist ganz okay.

Wieder zurück am Skidepot felle ich ab und dann geht es los, die ersten 500 Höhenmeter rausche ich einfach durch, weil es so unglaublich genialer Powder ist. *jodelü* An der Alp brennen dann doch etwas die Beine und ich mache eine kurze Verschnaufpause, bevor es über steile Hänge die Querung retour geht. Oberhalb warte ich kurz ab, da unter mir nun doch noch einige andere am Aufsteigen sind. Falls ich hier was lostrete, stünden die sonst völlig in der Spülung. Dann geht es noch das letzte Stück durch den Wald wieder hinunter ins Tal. Einen kurzen Abstecher einen verlockenden Hang hinunter beendet aprupt ein Stacheldrahtzaun und dahinter eine Schlucht, was zu einem kurzen unfreiwilligen Rückaufstieg zur Normalroute führt. Dann bin ich wieder unten und schlängele mich durch Unmengen von Autos, die alle am Mutteristock unterwegs sind wieder zurück nach Hause, wo es nach kurzer Pause in die Kletterhalle geht.

Details zur Tour

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