Massenandrang am Stockberg

#storySchnee

Endlich hat es mal geklappt. Das Wetter spielt mit, Chico hat Zeit und wir können nach langer Zeit mal wieder gemeinsam eine Schneeschuhwanderung machen. Seraina hat auch noch Zeit und so wollen wir zu dritt den Stockberg im Toggenburg bezwingen. Dieses sehr beliebte Tourenziel steht im Kanton St. Gallen im Schatten des Säntis.

Unser persönliches Taxi (Falko auf dem Weg zu einer Skitour) bringt uns von unserem Treffpunkt Nesslau zu unserem Ausgangspunkt in Stein. Von dort starten wir gut gelaunt. Während der ersten paar Aufstiegsmeter lässt die Kälte in den Fingern nach und bald müssen wir schon das erste Mal stoppen, um uns von unserer viel zu warmen Kleidung zu befreien. Aber es ist nicht nur der Aufstieg, der uns zum Schwitzen bringt, sondern viel mehr der Föhn, der uns die warme Luft nur so um die Ohren wehen lässt.

Dank vieler, vieler anderer Schneeschuh- und Skitourengänger, die dieses leichte Ziel auch ins Auge gefasst haben, können wir in einer ausgetretenen Spur aufsteigen und erreichen bald die Hütten beim Ahorn, einer kleinen Alp, auf der im Sommer sicherlich herrlicher Käse hergestellt wird. Nach einer kurzen Rast geht es weiter.

Seraina steht zum ersten Mal in ihrem Leben auf Schneeschuhen. Sie schlägt sich aber sehr tapfer (es ist ja auch nicht gerade schwer) und findet gleich Gefallen an der ganzen Geschichte. Bald erreichen wir den Risipass und biegen nach links in Richtung Stockberg ab. In einer schönen Spur nehmen wir den Gipfelhang in Angriff.

Bis zu diesem Zeitpunkt haben wir nicht sehr viele Tourengänger getroffen, allerdings waren zwischendurch immer wieder einige am Gipfel zu sehen. Doch als wir 20 Meter unter dem Gipfel stehen, erkennen wir die Massen, die sich links und rechts neben dem Gipfelkreuz breit gemacht haben. Wir reihen uns also in die Skitouren- und Schneeschuhläufer ein und machen es uns am Gipfel gemütlich. Nach und nach leert sich der Gipfelbereich etwas und wir geniessen die tolle Aussicht. Säntis, Appenzeller Land und im Süden die Churfirsten mit den dunklen Wolken des sich auflösenden Föhns.

Nach einer kleinen Stärkung beschliessen wir den Abstieg anzugehen. Da wir nicht die gleiche Strecke zurück laufen wollen wie im Aufstieg, entscheiden wir uns, direkt nach Nesslau zurück zu laufen, wo Chico sein Auto am Morgen abgestellt hat. Der Abstieg ist leicht und wir kommen ganz gut voran. Ab und zu landet einer von uns im Schnee, da durch die warmen Temperaturen und dem Sonnenschein der Schnee recht sulzig und für Schneeschuhe recht rutschig geworfen ist. Das letzte Stück können wir noch auf einer Forststrasse laufen, 250 Höhenmeter über Nesslau ist es dann allerdings vorbei und wir müssen die Schneeschuhe abziehen und auf dem Rücken bis ins Tal tragen.

Unten angekommen freuen wir uns alle drei über die schöne Tour, die geschafften Höhenmeter, die tollen Ausblicke und den schönen Schnee und die Natur. Chico springt gleich ins Auto und macht sich auf den Rückweg nach Konstanz. Seraina und ich bewegen uns erst einmal Richtung Restaurant und gönnen uns einen leckeren Milchkaffee und warten, bis uns Falko auf der Rückfahrt von seiner Skitour wieder mit einpackt.

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