Alp Flix

#storySchnee

Letzten Herbst hat Caroline, eine Outdoor Journalistin und begeisterte Bergsteigerin, ein Inserat im Internet aufgeschaltet, dass sie nach bergbegeisterten Frauen sucht, die zusammen Touren unternehmen wollen. Nicht nur ich hab darauf geantwortet, sondern auch über 30 andere Frauen. So entstand ein kleines Netzwerk, Emailadressen wurden ausgetauscht und jeder kann jeden für Touren anfragen.

So kam vor ein paar Tagen ein Mail von Carolin in mein Postfach mit der Anfrage nach Frauen die am kommenden Wochenende Zeit haben für eine Vollmond-Schneeschuhtour. Die Geschichte will sie für die Zeitschrift Schweizer Familie schreiben und braucht für die Fotos, die im Artikel erscheinen sollen noch tatkräftige Unterstützung. Da ich Zeit und vor allem Lust auf so eine Unternehmung hab bin ich kurz entschlossen dabei.

Samstag Mittag setze ich mich also in den Zug, treffe beim Umsteigen in Tiefencastel auf Caroline und zusammen steigen wir in Sur, einem winzigen Dorf an der Julierpass-Strasse, aus dem Bus. Dort treffen wir auf Alex, unseren Fotograf. Zu dritt nehmen wir den Aufstieg zur Alp Flix „in Angriff“. Stramme 350 Höhenmeter erwarten uns

Alex nutzt das Nachmittagslicht, um noch ein paar herrliche Sonnenuntergangsfotos zu knipsen und der Sonnenuntergang wird in Szene gesetzt. Kurz bevor es dunkel wird erreichen wir dann auch unser Ziel. Nach einer Querung des Hochplateaus kommen wir zum Hotel Piz Platta – einer Geniesser-Oase auf 2000m ü. M. Sofort werden wir von Renske und Werner – die Gastgeber – freundlichst begrüsst. Hier treffen wir auch auf Anette und Thomas, die ebenfalls an dem Event teilnehmen wollen. Schnell beziehen wir unser „Familienzimmer“ mit 5 Betten. Kein Luxus, aber dafür sind die Betten herrlich gemütlich

Schnell sind wir aber wieder in der Gaststube, wo uns ein 4-Gang Menü versprochen wurde – und das Versprechen wurde gehalten. Ein einmaliges Abendessen mit ausgefallenen aber unglaublich leckeren Kreationen füllt unsere Mägen. Auf das Dessert verzichten wir vorerst, denn der Mond ist mittlerweile aufgegangen und wir wollen an die frische Luft. Und los gehts…

…kalt ist es draussen und ein leichter Wind macht die Situation noch ein bisschen ungemütlicher. Wir sind aber warm ein gepackt und trampeln mit unserer Schneeschuhen los. Fast keine Wolke ist am Himmel und der Mond strahlt so hell, dass wir die Stirnlampen nur anknipsen, wenn Alex ein paar Fotos von uns machen will. Dazu müssen wir in der Kläte immer ein paar Minuten ohne Bewegung stehen bleiben, da die Belichtungszeit bei der Kamera in der Dunkelheit länger ist und sonst keine guten Fotos entstehen…

…aber es geht auch immer ein Stück voran. Wir haben kein Ziel bei dieser Tour und bewegen uns nur über die Hochebene. Das aber mit Freude. Das Mondlicht zaubert eine ganz eigene Stimmung in die Landschaft. Es ist so hell, dass wir alles erkennen können, Steine, Windverblasungen im Schnee, Tierspuren… einfach wunderschön. Beim Rückweg zum Hotel machen wir noch eine kleine Teepause bei einer kleinen Tannengruppe – für den Fotografen versteht sich. Der heisse, dampfende Tee muss natürlich für eine Aufnahme herhalten, bevor wir ihn austrinken „dürfen“ und dann geht es nach ca. 2 Stunden aber endgültig zurück ins Warme.

Renske und Werner haben auf uns gewartet und als wir es uns in der Stube nochmal für ein warmes Getränk gemütlich machen zaubern sie uns das vorher ausgelassene Dessert auf den Tisch – Vanilleeis mit Pflaumenkompott. Zwar sind wir von Draussen noch nicht ganz aufgetaut, aber bei so leckeren Dingen kann man einfach nicht verzichten Dann gehts aber flott ins Bett.

An nächsten Morgen geniessen wir noch allerlei Köstlichkeiten beim Panoramafrühstück. Die Sonne lacht und der Piz Platta mit seinen stolzen  Kollegen auf der gegenüberliegenden Talseite lachen uns verschneit entgegen. Danach trennen sich unsere Wege – Renske und Werner bleiben im Hotel, Anette und Thomas machen sich auf zu einer Skitour Richtung Piz d’Err, Caroline und Alex fahren mit den Tourenski ab ins Tal um zu einer Skitour andernorts aufzubrechen und ich…

…ich lasse mir Zeit, schnalle mir die Schneeschuhe an und laufe durch den kalten Morgen. Die Alp Flix ist wunderschön, überall sind Tierspuren zu sehen und die Bergwelt drum herum ist einfach nur eindrucksvoll. Ich laufe einen einfachen Weg ins Tal nach Sur und geniesse die einmalige Landschaft. In Sur warte ich keine 5 Minuten auf den Postbus, der mich wieder nach Tiefencastel und Richtung Bennau bring

Ein tolles Erlebnis.

Möchtest du diese Story teilen?
Vorheriger Beitrag
Rätschenflue
Nächster Beitrag
Mutteristock

Ähnliche Stories

Menü