Badus und Rossbodenstock

#storySchnee

Heute geht’s nochmal ins Gotthardgebiet: nach einer längeren Diskussion mit Fabian, was wir machen, entschliessen wir uns für die Überschreitung Badus und Rossbodenstock vom Oberalppass aus. Markus und Christoph sind auch wieder mit von der Partie, wir treffen uns mit den beiden um kurz nach neun (sie sind etwas im gemütlichen Modus …) am Bahnhof in Andermatt. Um halb zehn steigen wir in den Zug und fahren hinauf zum Oberalppass, wo wir bei heute schönem Sonnenschein und recht warmen Temperaturen eintreffen.

Zuerst geht es einen Hang querend leicht abwärts, bevor wir mit dem Aufstieg zur Maighelshütte beginnen. Hatten wir gestern noch Nordwind hat sich heute die Lage gedreht und der Südföhn ist wieder mal am Arbeiten. Für uns bedeutet das nach einer Geländekuppe einen fiesen Wind von vorne. Christoph und Markus entscheiden sich auf Höhe der Maighelshütte, die Tour abzukürzen und direkt in Richtung Rossbodenstock aufzusteigen. Christoph ist es sonst wohl etwas zu lang und der Wind macht es jetzt nicht schmackhafter.

Fabian und ich steigen weiter auf, jetzt relativ steil, aber hartgepresst in Richtung Badus. Über kuppiertes Gelände und mehrere Terrassen geht es hinauf. Mit dem Triebschnee haben wir jetzt heute keine grossen Probleme, entweder das Gelände ist flach genug oder es handelt sich nur um kleine, nicht zusammenhängende Felder. Immer weiter geht es hinauf, bis wir kurz unterhalb des Gipfels das Skidepot erreichen. Hier binden wir die Ski auf den Rücken und steigen zu Fuss das letzte Stück auf den Gipfel des Badus auf. Kalter Wind, dafür aber eine sehr gute Sicht. Weit im Westen kündigt sich bereits die Schlechtwetterfront für morgen an.

Auf der Nordseite steigen wir noch ein kleines Stück ab, bevor wir die Ski wieder anschnallen und rund 450 Höhenmeter hinabfahren zum Lai da Tuma. Der Schnee ist meist sehr schön zu fahren, unten am See haben wir sogar mal Windstille und können gemütlich eine Pause machen und etwas essen. Danach fellen wir wieder an und steigen nochmal rund 300 Meter auf zur Martschallücke, von wo aus  wir wieder mit den Ski auf dem Rücken eine kurze Kombigelände-Passage überwinden. Danach geht es wieder auf den Ski recht flach zum Gipfel des Rossbodenstocks, der mit einem völlig überdimensionalen Gipfelkreuz zu überzeugen versucht. Das Ding ist schiere 4 – 5 Meter hoch und massiv. Selbst von Andermatt aus und 1500 Meter tiefer ist es noch gut erkennbar.

Hier fellen wir wieder ab und rutschen in den Abfahrtshang hinein. Zuerst geht es kurz recht steil hinunter, bis sich rechts ein grosser, völlig verfahrener und windbearbeiteter Hang öffnet. Hier geht es nun mehrere hundert Höhenmeter hinunter zur Alp Rossboden. Der Schnee ist meist nicht besonders toll, aber es geht noch ganz gut vom Fahren her. Später wird es dann aber immer schlechter, die letzten 200 – 300 Meter nach Andermatt hinunter sind dann wirklich Grauen pur, fette Windgangeln, steinhart, Kreuzbandrissschnee vom Feinsten. Wir schaffen es aber unfall- und sturzfrei nach unten, lediglich die brennenden Oberschenkel brauchen immer mal wieder eine Pause.

Unten treffen wir uns dann mit Markus und Christoph vor dem Spycher, einer Szenebar in Andermatt. Bei einem kühlen Getränk lassen wir den Tag ausklingen und erfahren noch, dass die beiden schlussendlich zum Pazolastock aufgestiegen sind und von dort aus direkt nach Andermatt wieder abgefahren sind. Somit hatten sie auch eine schöne Tour und für Christoph war es sicherlich angenehmer als die lange Variante.

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