Mutteristock/Redertengrat

#storySchnee

Der einzige schöne Tag an diesem Ostern, aber niemand hat Zeit – also nutze ich den Tag für ein bisschen Training. Da es noch einigen Neuschnee gegeben hat, dürfte heute auch die Abfahrt Spass machen. Ich fahre ins Wägital, um den Mutteristock in Angriff zu nehmen. Die Parkplätze sind alle schon mehr als belegt, einzelne Autos kommen mir sogar schon wieder entgegen. Ganz am Ende des Sees finde ich noch einen Platz und mache mich bereit fürs Loslaufen.

Spuren muss ich zum Glück nicht mehr, es ist eine bereits völlig ausgelatschte Spur vorhanden. Durch den Wald geht es Anfangs recht steil nach oben, ein paar Leute kann ich bereits hier überholen, unter anderem Hund Nr. 1. Nach der Alp Rinderweid quert man etwas in Richtung Lufthütte, bevor es nach einem weiteren Anstieg unter den Ausläufern des Mutteribergs nach rechts geht. In meinem Rythmus laufe ich vor mich hin, von oben kommen wieder einige Tourengänger zurück und fahren teilweise so knapp an mir vorbei, dass ich sie mit dem Skistock erreichen könnte. Ziemlich nervig, es ist ja nicht so, dass der ganze Hang um mich herum frei wäre. So beschissen wie sie alle fahren, wäre es mir lieber, wenn ein gewisser Abstand da wäre, denn seine Ski unter Kontrolle zu haben sieht anders aus. Der letzte hat dann auch wieder seinen Hund dabei, der mich noch fast über den Haufen rennt, das Herrchen fegt einen halben Meter vor mir über die Aufstiegsspur.

Ich ignoriere es so gut wie möglich und laufe weiter hinauf. Bis zur Torberglücke, wo es dann nochmal rund 250 Hm auf den Gipfel geht, habe ich mehr oder weniger meine Ruhe. Hier kommt dann der nächste Kerl mit seinem Köter, ein kleines Viech der Kategorie Wischmopp (keine Ahnung, was das für eine Rasse ist, Terrier vielleicht?), völlig überfordert vom tiefen Schnee. Rennt natürlich in der Aufstiegsspur hinterher, da sinkt man ja auch nicht so tief ein. Aus der Sicht des Hundes noch nachvollziehbar, aus der Sicht seines Besitzers ein völlig in Ordnung gehender Vorgang, meine Sicht – nun ja. Grössenbedingt werde ich nicht über den Haufen gerannt und kann nach dem erneuten Überleben dieser Beinahe-Katastrophe meinen Aufstieg fortsetzen.

Bis zum Gipfel wieder Ruhe, dort ziehe ich einen kleinen Nebengipfel dem Menschenauflauf am Hauptgipfel vor und mache eine kurze Pause. Zeitlich hat’s trotz diverser vierbeiniger Attacken ganz gut geklappt. Einen Apfel später felle ich dann ab, trinke noch etwas und rutsche dann ab in Richtung der Nordwestflanke, durch die man abfahrend auf die Aufstiegsroute zum Redertengrat stösst. Der Schnee ist zwar schon ziemlich zerfahren, ganz aussen finde ich aber noch ein paar schöne Stellen, wenige Schwünge und ich bin 300 Meter tiefer, wo ich zur Aufstiegsspur Richtung Rederten quere und nochmal auffelle.

Ein sich streitendes Pärchen kommt vorbei, er beendet die Diskussion dann einfach durch schnelleres Laufen. In der breiten Spur steige ich nun noch hinauf zum Grat. Bis kurz vor dem Ende verläuft alles nach Plan, dann kommt – richtig, ein Hund. Frauchen in der Abfahrt, Hund ebenfalls wieder in der Spur. Der Mann vor mir nimmts gewissermassen notgedrungen mit Humor, der Hund rennt einfach zwischen den Beinen hindurch. Ich laufe hier grad in einer Spur etwas links davon, daher betrifft es mich nicht so direkt. Aber langsam frage ich mich schon etwas … Ist das hier jetzt ein Hundesportplatz, können die ihre gottverdammten Viecher nicht einfach daheim lassen? Nicht jeder steht da drauf, permanent  von einem Hund quasi über den Haufen gerannt zu werden. Von der Hundescheisse in der Spur mal ganz zu schweigen.

Mir stinkts, ich gehe die letzten Meter noch bis hinauf, dann mache ich eine kurze Pause und fahre danach direkt ab. Oben wieder schöner Schnee, mittlerweile etwas feucht und schon sehr zerfahren, aber es geht noch recht gut. Ab der Rinderweid wird es dann mühsam, der restliche Teil präsentiert sich als rechter Acker mit feuchtem, tiefem Schnee. Augen zu und durch, bis auf den Ziehweg unten im Tal, der mich (und ein Pärchen, die Frau mit dem Hund Nr. 5 auf den Armen! Ja, auf Ski.)  wieder zurück zum Auto bringt.

Gutes Training, eine grösstenteils schöne Abfahrt und endlich mal schönes Wetter. Über den Rest schweigt man besser, aber das ist halt so an einem Ostermontag.

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