Breithorn Triftjigrat

Wer hatte eigentlich die verfluchte Idee, for den Breithorn Triftjigrat den ganzen Zustieg zur Gandegghütte zu Fuss aufzusteigen? Egal, auf jeden Fall bin ich mit Steph da nun unterwegs und wir haben zumindest keine Kopfschmerzen am Abend. Nett geht es von Zermatt aus über ausgeschobene Pistenrampen einige Stunden hinauf, erst am Schluss wird der Anstieg etwas kurzweiliger, als es durch schöne Blocklandschaften die letzten Meter zur Hütte geht.

Aufgrund des Wassermangels gibt es kein Teewasser, dafür abgefülltes Wasser für’s Zähneputzen. Das Essen ist aber wirklich super und vor allem ausreichend. Ausser uns gehen am nächsten Tag nur noch unsere Sitznachbarn an den Triftjigrat, es wird wohl recht ruhig werden. Dass die beiden mit Nachnamen Z’berg heissen, passt auch noch recht gut.

Wir haben das Lager fast für uns alleine, nur zwei Holländer (mitsamt gesamtem Hausrat im Rucksack) sind noch im Lager, die haben wohl eine längere Gletscher-Trekkingtour vor sich.

Los geht’s am nächsten Morgen um 4 Uhr, zeitlich haut es super hin so dass wir nach einem kurzen Abstieg genau mit der Dämmerung am Gletscher ankommen. Dieser ist aper und so überqueren wir ihn nach dem Anlegen des Gerödels seilfrei. Ein kurzer Abstieg und wir sind am eigentlichen Gratanfang, wobei der Triftjigrat mehr eine Wand als ein Grat ist. Durch die letzten Reste eines Firnfelds geht es hoch, einen kurzen Versuch, schon recht früh nach links in die Felsen auf den Grat auszuweichen geben wir nach ein paar Metern Gewühle im Schutt wieder auf und steigen weiter das rund 45° steile Eisfeld hoch, bis man leicht nach links in die Felsen queren kann. Danach geht es in einfacher Blockkletterei weiter, bis man an den unteren Rand des grossen Eisbalkons gelangt, der sich von links in die Wand hineinzieht. Dort über schön geschwungene Eis- und Firngrat hinauf auf das Trifjiplateau, wo wir uns eine kurze Pause gönnen und misstrauisch den weiteren Verlauf und noch misstrauischer den Bergschrund begutachten. Rechts ginge vielleicht, die Mitte erweist sich als drei Meter breiter Spalt ohne Schneebrücken, also ganz nach links, wo es zwar ekelhaft ausschaut, aber doch gut über den Schrund geht. Anschliessend geht es recht monoton die rund 50° steile Firnflanke hoch, es hat noch genau so viel Schnee drauf, dass man sie hochstapfen kann, ohne dass der Wadenbeisser kommt. Oben queren wir dann nach rechts in die Felsen und steigen hier im nicht besonders schweren, kombinierten Gelände auf, bis wir nach einem letzten kürzeren Schneehang auf dem Gipfel stehen – zusammen mit gefühlt fünf Busladungen Menschen. Zwei Personen kommen noch hinter uns aus der Supersaxo in der Nordwand, auch sie berichten von genialen Verhältnissen.

Nach einer kurzen Pause auf dem Gipfel steigen wir gemütlich über den Normalweg ab und wundern uns ein bisschen über die Seilschaften, die einem hier begegnen. Was hat zum Beispiel der Hund innerhalb der Seilschaft verloren? Kann der eine Spaltenbergung durchführen? Gut, es ist jedem seine Sache und nach einem kurzen Abstieg erreichen wir die Station Klein Matterhorn und schweben ins Tal hinunter nach Zermatt.

Nach einem Rösti gehts dann zum Bahnhof und wieder mit dem Zug retour nach Hause.

Details zur Tour

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Glarner Vorab Westwand

Alpine Kletterei an der 650 m hohen Westwand des Glarner Vorab zusammen mit Steph. Die 17 Seillängen sind lang und aufgrund der kurzen Tage seilen wir nach der 12. Seillänge wieder ab. Trotzdem eine eindrückliche Route durch die imposante Wand.

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