Pigne d’Arolla

Die geplante Überschreitung von Pigne d’Arolla und Mont Blanc de Cheilon kürzen wir etwas ab. Dafür können wir am steilen Übergang des Pas de Chévres noch eine gute Tat vollbringen. 

Langer Hüttenaufstieg zur Cabane des Vignettes

Unsere geplante Hochtour auf den Pigne d’Arolla starten wir auf der Cabane des Vignettes oberhalb von Arolla. Die 1100 Höhenmeter, die wir bis zur Hütte überwinden müssen, sind in der Nachmittagshitze etwas mühsam. Zuerst geht es am Kurhaus vorbei, später über Wiesen und Geröll und am Ende noch über den Glacier de Pièce bis zur Hütte hinauf.

Beim Abendessen gibt es wie so oft einen etwas nervigen Tischnachbar (Berghütten sind schon auch mit schöner Regelmässigkeit Tummelplatz “interessanter” Individuen).Um 22 Uhr verschwinden wir dann im gut gefüllten Lager unter unseren Decken, um für den morgigen Tag fit zu sein.

Kurz vor fünf Uhr ist die Nacht für uns aber schon vorbei. Aufstehen, Rucksack fertig machen, frühstücken und dann geht’s schon los. Wir sind die ersten, die starten können und haben somit erst einmal unsere Ruhe beim Laufen. Über den Col des Vignettes erreichen wir ein nicht allzu langes Schuttgelände, über das wir einige Höhenmeter aufsteigen, bevor wir wieder im Schnee weiter stapfen. Die Sonne geht auf und um uns herum breitet sich in tollem Licht ein wunderschönes Panorama aus. Wir bestaunen die Dent Blanche, das Matterhorn und später ist sogar der Mont Blanc zu sehen.

Als erste Seilschaft erreichen wir den Gipfel

Unsere Seilschaft schlängelt sich so gemächlich bis kurz unter den Gipfel. Dort wird es nochmals für ein paar Meter etwas steiler, bevor wir die letzten Meter zum Gipfel in einer kleinen Schneerinne nach oben laufen. Ein unglaublich schönes Panorama erwartet uns dort oben. Aber leider auch ein eisiger Wind: etwas geschützt ziehen wir in einer Schneerinne noch eine Schicht drüber, um uns vor dem Auskühlen zu schützen und machen uns dann an den Abstieg vom Pigne d’Arolla.

Ich habe etwas schwache Beine und entscheide mich deshalb gegen den weiteren Aufstieg zum Mont Blanc de Cheilon und der anschliessenden Überschreitung (was ich später jedoch schnell bereuen werde). Wir machen uns also an den Abstieg in Richtung Cabanne des Dix. Über den Col du Brenay geht es über eine kleine, aber dennoch steile Firn-Nase auf ein flaches Plateau. Dort genehmigen wir uns eine Frühstückspause und geniessen die Sonne.

Anstatt nun wie ursprünglich geplant weiter über den Col de la Serpentine in Richtung des Mont Blanc de Cheilon zu steigen, gehen wir in Richtung Pointes de Tensa Réfien und steigen über den Gletscher ab. Hier kommen uns noch einige Seilschaften entgegen, die den Pigne d’Arolla von der Cabanne des Dix her in Angriff nehmen. Die Spaltenzone können wir gut überwinden und bald befinden wir uns in Sichtweite der Hütte auf aperem Gletscher.

Klettersteig-Einlage am Pas de Chévres

Nachdem Gurt und Steigeisen wieder im Rucksack verstaut sind, machen wir uns auf den Weg in Richtung Pas de Chévres, dem imposanten Übergang nach Arolla. Über eine Blockhalde steigen wir steil hinauf, bis wir an eine recht steile, rund 30 Meter hohe Felswand kommen. Diese kann allerdings mit Hilfe einer langen Leiter überwunden werden. Ich fühle mich etwas unsicher und während ich meinen Gurt nochmals anlege, um mich (wenigstens psychologisch ) mit einem Karabiner und einer Bandschlinge sicher zu können, kommt Falko mit ein paar Holländern ins Gespräch.

Bald stellt sicher heraus, dass sie mit der Leiter überfordert sind und für die insgesamt vier Erwachsenen und zwei Kinder in ihrer Gruppe nur je einen Gurt für Erwachsene und einen für die Kinder dabei haben, sowie ein einziges Klettersteigset. Falko beschliesst, behilflich zu sein. Er klettert die Leiter hinauf und sichert je zwei Personen von oben im Aufstieg. So dauert unser Aufenthalt an diesem Übergang etwas länger. Aber wenigstens sind die Holländer mit ihren Kindern sicher oben angekommen.

Nun geht es nur noch bergab in Richtung Arolla. Nach einer guten Stunde kommen wir dort in der heissen Nachmittagssonne an und gönnen uns erst mal ein leckeres Eis, bevor wir die letzten Höhenmeter zum Zeltplatz zurücklegen.

Details zur Tour

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