Zu viel “keep wild” am Pizzo Nero …

Nun stehen bereits die letzten zwei Tage unseres Sommerurlaubs vor der Tür. In Arolla packen wir unser Hab und Gut wieder in unser Auto und machen uns von dort auf Richtung Goms. Bei Geschinen machen wir noch eine entspannte Mittagspause an einem kleinen Badesee, geniessen die Sonne und fahren danach weiter auf den Nufenenpass, einem kleinen Übergang vom Wallis ins Tessin.

Erst leicht ansteigend, später in steilen Serpentinen schlängelt sich die Strasse zur Passhöhe auf 2478 m ü. M. Auf der anderen Seite fahren wir bis zur ersten Kurve hinunter, stellen dort das Auto ab und geniessen die Aussicht. Nun heisst es einen netten Biwakplatz für die Nacht zu suchen. Nach einigem Hin und Her haben wir ein lauschiges Plätzchen etwas oberhalb der Passstrasse und hinter einer kleinen Kuppe gefunden. In der Nähe gibt es genug fliessendes Wasser und der Biwakplatz so in einer Mulde gelegen, dass man unser grell orangefarbenes Biwakzelt von der Strasse nicht erkennen kann.

Dort richten wir uns also für die Nacht ein und machen es uns gemütlich. Nachdem die wichtigsten Sachen am Zelt sind, erkunden wir ein wenig die Umgebung, bauen ein Steinmanndli und einen Steinbogen. Am Abend kochen wir uns dort oben leckere Spaghetti Bolognese und geniessen beim Essen die unglaubliche Aussicht ins Bedretto bei untergehender Sonne. Etwas später am Abend besucht uns sogar noch eine zehnköpfige Steinbock-Kolonie, die gerade vorbei zieht und weiter oben am Fels klingeln ein paar Schäfchen mit ihren Glocken – wirklich sehr idyllisch.

Am Morgen packen wir alles zusammen und verstauen Zelt, Schlafsäcke und Isomatten wieder im Auto. Nach einem kurzen Frühstück schultern wir unsere gepackten Rucksäcke und starten los. Zuerst gehts es auf einem markierten Wanderweg, später im weglosem Gelände zum Einstieg des Grats am Pizzo Nero. Wir müssen noch ein kleines Schneefeld queren, dann eine brüchige Rinne hinauf und noch ein paar Schritte im Schrofengelände, bis wir Gurte, Helme und Seil anlegen.

Dafür, dass der Pizzo Nero als gute Einstiegs-Tour fürs alpine Klettern ohne Bohrhaken beschrieben ist, lässt der Fels allerdings sehr zu wünschen übrig. Viele der Platten klingen hohl und erwecken nicht gerade Vertrauen, um sich gut daran festhalten zu wollen. Bis auf das erste der fünf Türmchen brauchen wir viel zu lange, da ich mich in diesem Fels sehr, sehr unwohl fühle. Oben wird wieder beratschlagt und ich entschliesse mich, in so einem Fels nicht klettern zu wollen. Es ist ja auch nicht gesagt, dass der Fels besser wird. Also opfern wir zwei Bandschlingen und seilen wieder dorthin ab, wo wir hergekommen sind. Anschliessend geht es wieder die Rinne runter, über’s Schneefeld zurück und über Blockgelände wieder auf den Wanderweg hinab in Richtung Auto.

So endet unser Urlaub leider mit einer unvollendeten Tour …

Details zur Tour

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