Unterwegs in der Trail-Region Fränkische Schweiz

An einem verlängerten Wochenende erkunden wir beim Trailrunning in der Fränkischen Schweiz zum ersten Mal eine Teilstrecke des FS-Trailissimo, den FS-Trailissimo alpin. Insgesamt gibt es hier ein 65 km langes und gut ausgeschildertes Trailrunning-Erlebnis.

Anfang Juni besuchen wir über ein langes Wochenende meine Familie in Franken. Damit ausgedehnte Kuchennachmittage und Grillabende sich nicht all sehr auf der Waage bemerkbar machen, haben wir auch ein bisschen Sport eingeplant. Bei der Suche nach geeignetem Laufgelände in der Fränkischen Schweiz bin ich zufällig auf die Website des FS-Trailissimo gestossen und war gleich von der Routenführung begeistert. Falko musste ich von der Tour nicht lange überzeugen und so fahren wir am Samstag direkt nach dem Frühstück vom Hotel aus in die “Fränkische”.

Wir haben uns von den fünf Varianten, die auf der Website beschrieben und zwischen 6 und 65 Kilometer lang sind, für den Streitbergtrail alpin entscheiden. Den Ausgangspunkt für den 16 km langen Trail im Muggendorfer Gebürg haben wir in Streitberg gewählt. Der Parkplatz in der Nähe des Freibads ist schnell gefunden und schon können wir lostigern.

Meusel, Muggen und Burgruinen  

Der erste Teil des Weges führt uns direkt hinauf zur Burgruine Neideck. Oben angekommen stehen wir gleich mal verloren in der Gegend herum: Wo geht’s jetzt lang? Nach ein paar genervten Blicken aufs Handy und einigem Suchen finden wir aber doch schnell das Symbol des FS-Trailissimo wieder, welches an der Abzweigung leider halb vom Wanderschild abgekratzt wurde. Auf den weiteren Wegabschnitten ist der Wegweiser zum Glück besser zu sehen und wir müssen nicht ständig anhalten, um zu checken, ob wir noch auf der richtigen Route sind.

Mit wenigen Höhenmetern führt uns der Trail Richtung Trainmeusel. Erst laufen wir im schattigen Wald, später geht’s über offenes Gelände weiter. Das Wetter spielt heute perfekt mit, sodass es weder im Schatten zu kalt, noch in der Sonne zu warm ist. In den letzten Tagen hat es auch nicht viel geregnet, also ist der Trail trocken und wir rutschen nicht über die ein oder andere Wurzel, die den Weg kreuzt. Also perfekte Bedingungen! Trainmeusel streifen wir nur am Rand, der Trail führt nördlich um die kleine Ortschaft herum und verliert anschliessend hinunter nach Muggendorf einiges an Höhenmetern. Im Abstieg passieren wir den Panoramaplatz Frauenstein, von dem sich uns eine tolle Aussicht auf Muggendorf und die Wiesent bietet, die sich durch das Tal und an der Ortschaft vorbei schlängelt. 

Blindflug durch die Oswaldhöhle

Wir kreuzen die B470 mit Hilfe einer Unterführung und laufen dann an der Wiesent-Promenade entlang. Eine kleine Brücke führt uns über den Fluss und am Modelleisenbahnmuseum folgen wir einer kurzen steilen Treppe zurück in den Wald. Anschliessend geht es wieder etwas entspannter zu. Der Weg ist in einer langen Kehre angelegt und steigt sanft an – so komme ich nach der Treppe wieder zu etwas Luft. Bis jetzt war die Orientierung mit Hilfe der FS-Trail Beschilderung relativ klar. Der Abzweig zum Mehlbeerensteig ist für uns allerdings nicht so ganz ersichtlich und so wir laufen einfach gerade aus weiter – leider nicht ganz richtig. Irgendwie kommt mir die Wegführung dann auch komisch vor und so müssen wir doch mal einen Blick aufs Handy werfen. Etwas unsicher ob der ganzen Wegführungen von Ultra, Extrem und Alpin Trail kommen wir zu dem Schluss, dass wir hier wahrscheinlich nicht auf unserer geplanten Route sind und potentiell mal links abbiegen sollten, um nicht auf dem Ultra Trail weiter zu laufen. 65km sind mir dann doch ein bisschen zu viel. Diese Entscheidung erweist sich als richtig und nach einem kurzen, schilderlosen Wegabschnitt finden wir wieder die FS-Trail Markierungen, die uns den Weg in Richtung der Oswaldhöhle anzeigen.

Kleine Höhle, kleines Highlight – der Wanderweg führt nicht nur zur Oswaldhöhle hin, sondern direkt durch diese hindurch. Damit wir uns nicht die Köpfe stossen, ist die maximale Höhe von 1.60 m am Höheneingang angeschrieben. Der Durchgang durch den Fels macht eine leichte Linkskurve. Daher ist der Weg wirklich nicht gut zu erkennen und ich bin das zweite Mal in meinem Leben froh, dass mein iPhone über eine Taschenlampenfunktion verfügt, um wenigstens ein bisschen was erkennen zu können. 😆 

Auf der anderen Seite treten wir wieder ins Freie und joggen weiter. Oberhalb von Muggendorf nehmen wir die nächsten Höhen- und Kilometer unter die Füsse. Ca. 150 m verläuft der Trail auf einer Asphaltstrasse entlang, dies ist aber so ziemlich die einzige Strecken, die wir hier nicht auf einem Trail oder zumindest einem Forstweg oder einer Naturstrasse laufen. Die Routenplanung des FS Trails begeistert uns wirklich auf der ganzen Tour. Danach schlängelt sich der Weg auf der Nordseite des Wiesenttals wieder Richtung Streitberg. Die Aussicht am Brunhildenstein bietet volles Panorama über Muggendorf und das Wiesenttal und auch die spätere Aussicht vom Panoramastandort Neideckblick ist den kurzen Stop wert. 

Panoramareicher Endspurt bei Guckhüll

Beim Neideckblick sind meine Beine bereits ziemlich schwer geworden. Die knapp 13km und das ständige Auf und Ab auf dem Trail machen sich jetzt doch bemerkbar. Ich bin froh, dass wir ein paar Minuten stehen bleiben und verschnaufen, bevor wir die letzten Kilometer angehen. Nach dem Neideckblick verlieren wir erst einmal wieder an Höhe, bevor mich der letzte Aufstieg Richtung Guckshüll noch einmal fordert. Müde und geschafft überwinde ich den letzten Höhepunkt auf 480m ü. M., um dann in stetigem bergab wieder nach Streitberg zu laufen. Der Ort ist schnell durchquert, dann geht’s über die B470 und kurz nachdem wir die Wiesent zum letzten Mal überquert haben stehen wieder am Auto. Auf dem Parkplatz des Freibades lasse ich es mir nicht nehmen und drehe noch eine letzte Ehrenrunde, damit die 17km komplett sind. 😉🏁 Und dann freue ich mich einfach nur noch auf frisches Wasser, einen gemütlichen Autositz und eine baldige Dusche!

Also – Trailrunning in der Fränkischen? Auf jeden Fall empfehlenswert. Die Trails sind gut ausgebaut und beschildert (was man vom restlichen Wandernetz nicht immer behaupten kann 😉 ). Uns hat besonders gut gefallen, dass der FS Trail wirklich nur an Stellen, wo es gar nicht anders geht, auf die Strasse ausweicht. Der allergrösste Teil bewegt sich aber auf Wanderwegen und Forst- oder Naturstrassen und führt immer wieder abwechslungsreich durch Wald oder über Wiesen, mal flach, mal steil – eine gelungene Mischung. Und mit den verschiedenen Strecken bieten die FS Trails definitiv Potential zum Wiederkommen! 

Wettkampf gefällig?

Übrigens findet jährlich im Oktober der Muggendorfer Gebirgslauf statt. Die Kernrunde des FS Trailissimo ist die Runde Neideck 1000. 22km und 1000 Höhenmeter gibt es als Trailrun oder Powerhike Disziplin. Das Rennen ist zudem Teil des neuen Nordbayerischen Trailrunningcups. Also auf zum Training!

Details zur Tour

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Burgruine Leienfels

Wanderung beziehungsweise Orientierungslauf in der fränkischen Schweiz, wo wir eine Rundwanderung machen, bei der wir unter anderem an der Burgruine Leienfels vorbei kommen.

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