Wanderung zum Scharnitz-Joch im Leutaschtal

Regen und Nässe verhindern unsere geplante Wanderung auf die Gehrenspitze oberhalb von Leutasch. Dafür finden wir eine schöne, von Wettkampf-Rentnern bevölkerte Alternative auf das Scharnitz-Joch. 

Aufwachen im Regen

Hotel “Aufatmen”, Leutasch in Österreich. Wir verbringen hier zwei Nächte  und sind am Morgen bei strömendem Regen aufgewacht. Nach einem Frühstück scheint das Wetter etwas besser zu werden und wir beschliessen, eine Regenwetter-taugliche Wanderung hinauf ins Scharnitz Joch zu machen. Wir stellen uns aber schon auf weitere Wassergüsse von oben ein und erwarten vom Wetter her gesehen lieber erstmal nichts Besonderes.

Nach eine Zwischenstop im Supermarkt, wo wir uns ein wenig Proviant kaufen, starten wir direkt vom Hotel aus am Waldrand entlang in Richtung Puitfeld. Durch einen lichten Bergwald geht es auf einem steil und sehr schön angelegten Weg hinauf ins Puit-Tal. Zwischenzeitlich hat es wie erwartet bereits wieder leicht zu regnen begonnen. Aber es hält sich immer geradeso im Rahmen, so dass es eher angenehm ist und wir nicht allzu nass werden.

Bloss nicht überholen lassen…

Nach knapp 500 Höhenmetern erreichen wir das Ende des Waldes und betreten das weitläufige Puit-Tal. Praktischerweise hört es nun auch auf zu regnen und teilweise kommt sogar mal kurz die Sonne durch. Wir sehen nun am Ende des Tals bereits das Scharnitz-Joch. Das ist unser nächstes Ziel, wo wir entscheiden wollen, ob wir über die Gehrenspitze wieder ins Tal steigen wollen oder den einfachen Wanderweg via Wettersteinhütte ins Tal nehmen.

Erstmal überholen wir beinahe eine Gruppe wandernder Rentner, die gerade Pause machen, sich aber dann, als sie uns sehen, sofort wieder in Bewegung setzen. Das scheint in Österreich, Deutschland und Südtirol so eine Art Volkssport zu sein, irgendwie kommt mir das Verhalten bekannt vor… Wir lassen uns davon nicht beirren und wandern weiter unser gemütliches Tempo. Nach rund zwei Stunden Gehzeit erreichen wir nach dem Überwinden einiger matschigen und rutschigen Passagen das 2048 Meter hohe Scharnitz-Joch. 

Viel zu sehen gibt es leider nicht. Nur nach Osten und Süden haben wir dank einiger Wolkenlücken eine halbwegs gute Sicht. Während wir unsere Brote mampfen (Österreichische Extrawurst ) überlegen wir kurz, ob unser Alternativplan über die Gehrenspitze Sinn macht. Dann entschliessen wir uns aber aufgrund der matschigen Verhältnisse, diese Variante zu verwerfen. Da der Steig über die Gehrenspitze eher felsig ist, hätten wir da bei der Nässe wohl wenig Spass, es ist bestenfalls heikel und das Risiko lohnt sich bei diesem Hügel nun wirklich nicht. 

Abstieg via Wettersteinhütte

Nach einer Pause steigen wir dann also hinab in Richtung Scharnitz-Tal. Diesem folgen wir nach der Begutachtung eines riesigen frischen Felsausbruches aus den Südwänden der Scharnitzspitzen nach Süden. Nach nicht allzu langer Wanderung erreichen wir erst die Wang-Alp und kurz darauf die auf 1717 Meter Höhe gelegene Wettersteinhütte. Die scheint über Forstwege sehr einfach erreichbar zu sein, denn die Terasse ist knackvoll und diverses Wandervolk tummelt sich hier.

Wir holen uns etwas zu trinken und setzen uns auf die Terasse, um die Sonnenstrahlen zu geniessen, die sich gerade ihren Weg durch die Wolken bahnen. Und natürlich um ein wenig unsere Umgebung zu beobachten, das ist ja auch immer sehr interessant. Was macht zum Beispiel die Familie mit Eispickeln hier oben? Man weiss es nicht…

Unser Weiterweg führt uns den Wurzelsteig wieder hinunter ins Leutaschtal. Wir finden einen wenig begangenen Weg, der auch nicht mehr markiert ist und können so in Ruhe bis ins Tal absteigen. Unten angekommen geht es dann nur noch ziemlich lange topfeben wieder bis nach Leutasch in den Ortsteil Untere Gasse. So schön das breite und flache Leutaschtal mit dem Velo oder auf Langlaufski sein mag, so mühsam ist es, wenn man hier einige Kilometer zu Fuss entlang laufen muss. Aber nach einer Dusche und einem Stück Torte in einem Leutascher Café ist das vergessen. Dort bestaunen wir das riesige Kalb von einem Bernhardiner eines anderen Gastes und geniessen auf der Terrasse die letzten Sonnenstrahlen, bevor es wieder zurück ins Hotel geht.

Details zur Tour

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