Patteriol

Nach Jahren klappt es wieder einmal, mit Chris auf Tour zu gehen und wir treffen uns am Samstag Nachmittag mit den Velos am Parkplatz oberhalb von St. Anton, wo es ins Verwall hineingeht. Auf der Teerstrasse und später einem Forstweg geht es gemütlich zur Konstanzer Hütte hinauf, die an der Verzweigung zwischen Schönverwall und Fasultal auf 1688 m Höhe liegt. Aufgrund der guten Erreichbarkeit ist auch der Komfort recht anschaulich und neben Duschen gibt es einige Abendessen à la Carte – da ist man durchaus anderes gewöhnt von den hoch gelegenen Hütten. Wir verbringen den Nachmittag und Abend mit Quatschen und einigen Gläschen Wein.

Morgens geht es recht gediegen erst um halb acht los, wir haben es nicht wie eine andere Seilschaft gemacht und sind vor dem ersten offiziellen Frühstückstermin gestartet, sondern stehen erst um kurz vor sieben auf. Mit den Bikes können wir (nachdem ich direkt mal den falschen Wegweiser vorgeschlagen habe, was uns eine Tragepassage zwischen Kühen einbrockt) noch ein Stück weit ins Fasultal hineinfahren und deponieren sie an einem gelben Wegweiser mit der Aufschrift “Patteriol NO-Grat”. Sieht so aus, als müssten wir dort hin. Die Räder kommen ins Gebüsch und wir ins Schwitzen, als wir den steilen Fussspuren Richtung Einstieg folgen. Spärliche rote Markierungen erleichtern stellenweise die Wegfindung. Am Einstieg füllen wir an einem Schneefeld mit darunter liegendem Schmelzwasserbach nochmal unsere Flaschen auf, da es einer der heissesten Tage des Jahres werden wird – weiter oben werden wir nichts mehr finden.

Anfangs geht es über Platten und eingebetteten Gehpassagen in der Flanke aufwärts, einzelne Bohrhaken, die durch die Sanierung der Bergwacht gesetzt wurden, weisen den Weg. Meist ist es aber auch egal, ob man einige Meter weiter rechts oder links geht, wir sind sowieso seilfrei unterwegs und klettern recht kontinuierlich aufwärts. Bereits nach zwei Seillängen haben wir die Seilschaft, welche rund zwei Stunden vor uns aufgebrochen ist, wieder eingeholt – sie haben sich verstiegen und sind einige Meter zu weit links unterwegs und insgesamt recht langsam. Aber das Wetter ist stabil, das sollte wohl keine Probleme geben, auch wenn es für sie sicherlich spät wird. Wir gehen Richtung Gratkante und orientieren uns nach rechts. Oben geht es teilweise ausgesetzt, aber meist in bestem Fels weiter, einige Passagen im III und IV Grad können wir noch gut ohne Sicherung klettern. Auch die Entscheidung, keine Kletterschuhe, sondern diese auf neudeutsch sogenannten “Approachschuhe” – also einfach knöchelhohe Schlappen mit einer guten Reibungssohle – anzuziehen, erweist sich für mich als richtig. Vor der Schlüsselstelle kommt das Seil dann noch zur Ehre und darf sich in einer kurzen, aber steilen und nicht ganz festen Passage beweisen, bevor wir am laufenden Seil weiter Richtung Gipfel gehen, den wir nach rund fünf Stunden ab Hütte erreichen. Es herrscht ein Bombenwetter und durch die stabile Hochdrucklage ist kaum ein Wölkchen zu sehen.

Im Abstieg geht es den Normalweg hinunter, der nicht schön, aber effektiv an Höhe verliert. Eine ziemlich staubige Schutttrasse, die nochmal die volle Aufmerksamkeit erfordert, nicht weil er besonders schwierig ist, aber durch das viele Geröll auf plattigem Fels oder schuttige Wegen in Kombination mit einer gewissen Absturzgefährdung muss man doch gut aufpassen. Wir erreichen dann einen markierten Wanderweg, der uns wieder hinunter ins Fasultal bringt, wo wir in Kürze unsere Velos wieder erreichen, die freundlicherweise auch noch da sind. Zügig sind wir wieder zurück an der Konstanzer Hütte und nach einem Skiwasser (das muss man ja mal nutzen, wenn man schon in Österreich ist ) geht es wieder hinunter zum Parkplatz.

Details zur Tour

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