Füssener Jöchle

#storySchnee

Wellness muss man sich verdienen. Zumindest vertreten wir diese Meinung und starten den Tag mit einer Skitour auf das Füssener Jöchle im Tannheimer Tal, inklusive Beschuss aus diversen Schneekanonen. 

Tagelang nur Wellness und gutes Essen geniessen hört sich schon verlockend an. Aber bereits nach einem Tag kribbelt es – besonders bei mir – doch wieder in den Beinen. Wir wollen raus. Frische Luft schnappen, schwitzen und die Sonne geniessen, um uns anschliessend wieder im Hotel Engel verwöhnen zu lassen.

Skitouren sind bereits möglich

Grän liegt direkt am kleinen Skigebiet beim Füssener Jöchle. Unsere Reisezeit Anfang Dezember macht eine Skibetrieb noch nicht möglich. Aber es ist kalt, der erste Schnee ist gefallen und die Schneekanonen laufen bereits. Somit ist es auf jeden Fall ausreichend für eine „Pisten/Wellness“-Skitour auf das Füssener Jöchle.

Unsere kleine Skitour startet an der Talstation der Bahn auf das Füssener Jöchle. Vom Hotel sind das nur wenige Gehminuten, während der wir unsere Ski schultern müssen. Marina kämpft mit einem fiesen Schnupfen und geht die Tour daher etwas entspannter an. Ich werde den Aufstieg in meinem eigenen Tempo in Angriff nehmen und die kleine Schniefnase dann bei der Abfahrt irgendwo wieder treffen.

Praktischerweise wurden die Pisten schon einige Male (vor-)präpariert. Das macht den Aufstieg natürlich sehr angenehm, da ich keine Spurarbeit leisten muss und nicht permanent tief in den Schnee einsinke.

Schneedusche statt Wellnessbrause

Am Anfang geht es mit wenig Höhenunterschied an einigen laufenden Schneekanonen vorbei. Eine Begegnung, die jedesmal mit dem herrlichen Gefühl eiskalten Schneegestöbers im Nacken endet. Später nimmt die Steigung zu und über die Pistenfläche gewinne ich recht schnell an Höhe.

Rund 150 m unter der Bergstation verlasse ich den Wald und es geht über freie Wiesenflächen weiter, bis ich nach knapp 700 Höhenmetern das Füssener Jöchle erreiche. Da es ziemlich kalt ist (unten an der Talstation hat es immerhin -11° C angezeigt), warte ich nicht lange. Schnell werfe ich meine Jacke über, tausche die Aufstiegs-Handschuhe gegen dickere Exemplare und befinde mich kurz darauf schon wieder in der Abfahrt. Nach den ersten Schwüngen halte ich nochmals kurz an und  fotografiere eine Gemse, die an einer sonnigen Stelle ihr Unwesen treibt. Ob der auch so kalt ist wie mir?

Ein kurzes Stück geht es nun auf der „Piste“ hinunter. Dann kann ich aber endlich ein paar tolle Hänge im Tiefschnee fahren. Kalter, lockerer Pulverschnee – jodel…

„Asphalt-Skifahren“…

Kurz darauf treffe ich wieder auf Marina. Sie ist schon dabei, die Felle abzuziehen. Als zwei Lästermäuler kommentieren wir noch kritisch den Fahrstil zweier anderer Tourengänger, bevor es zügig wieder in Richtung Tal geht. An den Schneekanonen haben wir das Gefühl, durch tausende kleine Nadeln zu fahren. Aber auch das geht schnell vorbei und ruckzuck sind wir wieder an unserem Ausgangspunkt, der Talstation. Ein kurzes Stück können wir noch auf der verschneiten Strasse in Richtung Hotel rutschen. Ich versuche jeden noch so kleinen Rest Schnee mitzunehmen, aber irgendwann ist einfach Schluss. Um den Skibelag nicht zu ruinieren, laufen wir die letzten Meter dann doch lieber zu Fuss.

Kurz darauf tauchen wir wieder in die faule Wellness-Welt des Engel ein – aber mit dem guten Gefühl, doch ein paar Kalorien verbraucht zu haben.

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