Aus dem Safiental auf’s Tällihorn

#storySchnee

Im Sommer war ich mit Annatina auf dem Sentiero Alpina Calanca unterwegs. Da sie auch im Winter in den Bergen unterwegs ist, liegt es nahe, dass wir gemeinsam eine Skitour unternehmen. Das Datum stand schon länger, das Wetter passt auch. Somit mussten wir uns nur noch auf unser Ziel einigen. Da sich die Verhältnisse im Safiental nach den letzten „Schneefällen“ etwas entspannt haben, beschliessen wir dort vom Talende zu starten.

Diesmal werden wir aber nicht zu zweit unterwegs sein – ein Päärliausflug steht also an Das heisst für Falko und mich gehts früh aus den Federn, da wir über eine Stunde bis Chur brauchen. Dort holen wir Annatina und Philipp ab, um dann weitere 50 Minuten bis ins Safiental zu kurven. Kurz nach 9 Uhr stehen wir aber am Parkplatz des Gasthaus Turrahuus, machen uns abmarschbereit und legen los. Auch wenn das Tal noch so abgeschieden ist und eine mühsame Fahrt auf engen Strässchen nötig ist, um bis ganz nach hinten zu gelangen, haben doch bereits einige Skitourengeher diesen Weg heute morgen auf sich genommen und verteilen sich über die Hänge. Die Fahrt an den Schluchten des Tals entlang ist abenteuerlich und macht das ein oder andere Ausweichen nötig. Bei Thalkirch weichen die Felswände allerdings zurück und man erreicht den weiten Talkessel, der sich westlich in weiten Hängen verliert.

Zu beginn laufen wir noch im Schatten, die Sonne steht noch nicht so hoch, als dass sie über Bruschghorn und Co. im Osten den Talboden erreichen könnte. Nach ein paar Höhenmetern Aufstieg haben wir aber die Schattenwand überwunden und sind im sonnigen Bereich angekommen, es wird wohlig warm. Den Gipfel haben wir schon im Blick – bis dahin wird es aber noch etwas dauern. Schliesslich müssen wir insgesamt ca. 1100 Höhenmeter überwinden, um an unser Ziel zu gelangen. Wir steigen also über die weiten Hänge auf, immer wieder durch kleine Mulden, um Felsblöcke herum. Dann kommen wir an den Gipfelhang. Das letzte „Hindernis“, dann haben wir es geschafft. Der Hang ist steiler als der Rest der Tour und ein Mix aus zerfahrenem Schnee und abgeschabten Stellen durch die Aufstiegsspur oder den Abfahrtsschwüngen. Ein paar letzte – anstrengende – Spitzkehren sind nötig, um zu einem Durchgang an der Gipfelwechte zu gelangen. Danach sind es nur noch 30 Meter bis zum Ziel – GESCHAFFT

Annatina und Philipp haben im Gipfelhang bekannte Gesichter getroffen und lassen sich etwas Zeit für die letzten Meter. Wir nutzen ganz egoistisch die 5 Minuten für uns und verdrücken unser Schoggi-Tafel zu zweit. Der Zuckerbedarf ist gestillt, als Annatina und Philipp bei uns ankommen. Jetzt gibts erst mal belegte Brote und Zeit, die wunderbare Aussicht zu geniessen. Um uns herum liegt eine atemberaubende Landschaft – Oberalpstock, Zervreilasee, Rheinwald- und Zapporthorn, Piz Tambo usw. usw…

So schön es hier oben ist, müssen wir aber auch wieder mal ins Tal. Und schliesslich wartet damit eine kilometerlange Abfahrt auf uns. Der Übergang über die Wechte in den Gipfelhang verlangt eine Sekunde Mut, dann ist es  geschafft und in mehr oder weniger hübschen Bögelchen schrauben wir uns Richtung Tal. Der Schnee ist gar nicht schlecht. Nur hin und wieder wird man nach einer schön pulvrigen Passage von einem gemeinen Harschdeckel überrascht, der einen aus dem Rhythmus bringt und die Fahrerei aussieht, als würde man das erste mal auf Ski stehen. Die Abfahrt ist also ein heiden Spass. Zwischen den vielen Hügelchen, Steinen und Mulden finden wir immer wieder unberührte Flecken, wo wir unsere eigenen Linien ziehen können. Genial – und ermüdend.

Wieder am Auto packen wir alles ein und machen noch einen Abstecher zur tollen Sonnenterrasse des Turrahuus. Bei Apfelschorle und Rivella lassen wir die Tour revue passieren und freuen uns über die super Abfahrt. Dann geht es wieder zurück, durch enge Schluchten und schmale Strässchen – über Chur nach Oberiberg. Auf der Autobahn bekommen wir  zu spüren, dass nicht nur wir in den Bergen waren an diesem Sonnen-Sonntag. Die Strassen sind vollgestopft mit Flachländern, die alle wieder nach Hause wollen (oder müssen). So brauchen wir anstatt der 75 Minuten vom Morgen fast zwei Stunden, um heim zu kommen.

Als Belohnung für die lange Fahrt und noch viel mehr für den Aufstieg gibt’s dafür Rösti mit Grillwürstl (Falko) und Käsefondue (Marina) zum z`Nacht – bevor wir dann endgültig müde und faul auf dem Sofa landen.

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