Auf der Mutte – Forststrassen-Skitour mit Zirbenschnaps

#storySchnee

Bachelorarbeit abgegeben, Studium vorbei – wir wollen ein paar Tage abspannen und haben uns eine gemütliche Ferienwohnung im Lechtal gemietet. Unser Domizil befindet sich in Obergiblen, ein Teil von Elbigenalp, dam Heimatdorf der berühmten Geierwally

Nachdem wir vorgestern hier angekommen sind, wollen wir nach dem vergangenen Schneefall ein bisschen auf die Ski. Wir haben uns eine „Tour“ oder eher einen Spaziergang ausgesucht, der uns von Elbigenalp über einen laaangen Forstweg zur Bernhardseckhütte führt. Von dort sind’s dann noch gute 300 Höhenmeter bis auf die Mutte.

Nach einem gemütlichen Frühstück packen wir also unsere Rucksäcke, rollen die paar Meter von Obergiblen, wo unsere Ferienwohnung ist, nach Elbigenalp und parken direkt vor der Schnitzschule. An der Strasse überqueren wir noch den Bernhardsbach und biegen dann rechts Richtung Berg ab. Ein paar Meter müssen wir unser Ski noch die Strasse hoch tragen, aber am letzten Haus können wir die Latten dann an die Füsse schnallen und los gehts.

An der Gibleralm vorbei schlängelt sich der Forstweg den Berg hoch. Auf ungefähr 1700 m kommen wir dann aus dem Wald und können auf dem Rücken, auf dem wir aufsteigen, auf der einen Seite die Aussicht ins Lechtal geniessen. Auf der anderen Seite blicken wir auf die 2432m hohe Wolfebnerspitze mit der darunter liegenden Hermann-von-Barth-Hütte.

Nach guten zwei Stunden kommen wir an der Bernhardseckhütte an, laufen daran vorbei und weiter Richtung Mutte. Bis hierher war der Forstweg von vielen Spuren platt getrampelt – Fussgänger, Skitourengeher, Schneeschuhwanderer. Nach der Hütte ist der Schnee allerdings unverspurt. Das Gelände ist flach und führt über ein paar sanfte Kuppen zu unserem Ziel.

Im weiteren Austieg auf dem flachen Rücken hören wir unter unseren Ski immer wieder „kleine“ Wumm-Geräusche. Ein deutliches Zeichen, für Schwachschichten in der Schneedecken, die beim Laufen durch unser Gewicht zusammen brechen. In steilem Gelände wären wir nun sicher am falschen Ort, auf dem mehrere Meter breiten und flachen Rücken können wir aber erst einmal weiter gehen. Mir wird aber trotz Rücken, flach und breit etwas mulmig und wirklich wohl fühle ich mich nicht mehr.

Für mich ist die Tour an einem kleinen Pass aus dem Sommer zu Ende, ich will nicht mehr weiter. Falko ist schon ein Stück voraus, geht aber auch nicht bis zum eigentlichen Gipfel „Auf der Mutte“, da es bis dahin nur noch ebenes Gelände ist – nicht sehr lohnend. Unseren eigentlichen Plan, über Bach abzufahren, lassen wir aufgrund der nicht vorhandenen Geländekenntnisse und der Schneesituation ausfallen, fellen ab und gleichen durch den Powder zurück zur Hütte.

Dort kehren wir erst einmal ein und gönnen uns Germknödel mit Vanillesosse. Nach einem Austausch mit dem Hüttenwirt und einem Zirbenschnapserl gehts dann auf dem Forstweg wieder Richtung Tal und zurück zum Auto.

Keine aufregende Tour, aber immerhin etwas Bewegung an der frischen Luft in einer wunderbar verschneiten Landschaft

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