Mit dem Bike via Ibergeregg und Holzegg zum Grossen Mythen

Ursprünglich hatte ich mich mit Steph und Benni gegen 10 Uhr auf dem Ibergeregg verabredet, wir wollten dort an die Chli Schijen Klettern gehen. Bereits als ich aber dort rauf fahre werden die Scheibenwischerintervalle immer schneller und der Himmel immer grauer … Vielleicht hätten wir doch eher unseren ersten Plan mit einer Skitour in Angriff nehmen sollen? Dafür ist es jetzt allerdings zu spät. Als ich oben ankomme regnet es dann doch recht konstant und ich kann in Minutenschritten mit ansehen wie die Strasse (und damit auch der Fels) erst feucht und dann immer nasser werden. Ein Blick auf das Wetterradar ist nicht sehr ermutigend, über der ganzen Zentralschweiz poppen immer wieder kleine Regenzellen auf, mal hier, mal da und das wird sich heute wohl auch nicht mehr ändern. Da waren wir wohl etwas zu blauäugig bei der Planung gewesen.

Als die beiden oben ankommen habe ich mir mittlerweile schon meine Regenjacke angezogen. Enttäuschte Gesichter und wir überlegen, was wir nun machen. Die Klettergärten in der Umgebung wird es wohl allesamt ebenso treffen wie das Ibergeregg. Steph und Benni wollen allerdings unbedingt Klettern und überlegen, an die Galerie bei Weesen/Amden zu fahren. Das ist mir allerdings zu weit, ob es dann dort effektiv wirklich nicht regnet weiss man jetzt auch nicht und bis wir dort sind geht auch wieder locker eine Stunde ins Land. Und es ist das Sportklettergebiet Nr. 1 für Zürich und die haben heute alle Feiertag. Das muss ich mir nicht antun.

Also gehen wir wieder getrennter Wege, die zwei versuchen es an der Galerie, ich rolle die paar Minuten wieder zurück nach Hause und esse erstmal etwas. Anschliessend und weil ich keine Lust habe den ganzen Tag daheim herum zu sitzen, werde ich (wieder mal und zum x-ten Mal auch schon dieses Jahr) auf den Mythen hetzen. Nochmal das Auto zu nehmen will ich jetzt allerdings nicht, also mache ich das wie schon einige Male mit dem Bike – auf Neudeutsch nennt man das wohl dann Bike’n Hike … Der Draht- oder besser gesagt Carbon-Esel liegt zwar noch im Winterschlaf, aber mit ein bisschen Kettenschmieren passt es und ich fahre los nach Oberiberg und in den nächsten Regenschauer hinein. Hmpf.

Gut, es wird also nass. Eine Jacke hab ich zwar mit, wenn ich die jetzt zum Ibergeregg hinauf allerdings anziehe bin ich genauso nass und die Jacke auch von innen, also lasse ich sie aus. Es geht die Passstrasse hinauf, heute ist wetterbedingt zum Glück nicht soo viel los. Auf dem ganzen Anstieg habe ich zwei Rennvelofahrer hinter mir, optisch schauen sie (wie mittlerweile so ziemlich alle) aus wie Alberto Contador im Training, beim Fitnessstand ist das dann wohl etwas anders. Mich würde es zumindest ziemlich nerven, wenn ich es auf dem Rennvelo nicht schaffe, den doofen Mountainbiker da vorne mit Trekkinghose und Rucksack nicht ein zu holen. Hihi …

An der Passhöhe muss ich sie dann leider verlassen und biege rechts ab, hier geht es nun auf einem Forstweg entlang. Unterhalb vom Brünnelistock und an diversen Alpen geht es Richtung Mythen zur Alp Zwäcken. Der Weg ist recht matschig und ich versuche die kurzen Abfahrten langsam zu fahren, weil ich dann später nicht wie das Schlammmännchen persönlich am Mythen rumrennen will. Nach der Alp Zwäcken kommt ein recht bissiger Anstieg, bevor es durch tiefe Schlammlöcher weiter geht in Richtung Stäglerenegg und dann zur Holzegg. Dort parkiere ich das Velo an meinem Stammplatz hinter einer Hütte, schlupfe in die Laufschuhe und weiter geht es direkt auf dem Bergweg hinauf zum Mythen.

Der Wechsel ist immer etwas ungewohnt, aber nach kurzer Zeit finde ich meinen Trott und laufe zügig und schlammbespritzt Serpentine für Serpentine nach oben. Heute ist nicht so viel los und ich kann mir meinen Atem für mich sparen, anstatt alle zehn Meter ein “Grüezi”, “Salü” oder “Hoi” rauszupusten. Der weitere Anstieg verläuft so wie immer, ich verfluche den Hügel und rede mir ein, dass es Spasss macht, was es aber wie immer erst beim Abstieg macht. Aber insgesamt läuft es heute ganz gut, letzte Woche gab es auch mal einen Tag, da musste ich irgendwann wirklich richtig Tempo rausnehmen, weil einfach nix ging.

Oben angekommen verkrieche ich mich an eine windgeschützte Stelle, ziehe meine Jacke an und trinke etwas. Dann geht es auch sofort wieder herunter, im üblichen Hüpf-Spring-Jogging-Geh-Mix. Ein paar bekannte Gesichter vom Aufstieg treffe ich noch, die japanische Lady und ihr Gefolge klammern sich immer noch im Abstieg an die Metallketten und wenig später bin ich wieder unten bei meinem Bike, tausche die Schuhe, setze den Topf auf und mache mich auf den Rückweg. Die Strecke ist identisch, nur dass man jetzt nochmal an zwei Stellen ziemlich übel den Berg rauf muss – das missfällt mir immer etwas an der Bike-Variante auf den Mythen. Auf die Schlammstellen nehme ich jetzt keine Rücksicht, jetzt bin ich eh dreckig wie eine Sau, die Klamotten müssen so oder so daheim in die Wäsche.

Wieder an der Ibergeregg-Passhöhe geht es auf der Strasse wieder hinunter, kurz halte ich nochmal an um mir Handschuhe anzuziehen (zum einen ist es kalt, zum anderen ist das der einzige Handschutz, den ich im Falle des Falles hätte) und dann rolle ich wieder durch Oberiberg und erreiche pünktlich vor dem nächsten Schauer wieder unser Zuhause. Jetzt ist auch endlich der Zeitpunkt gekommen, wo es Spass gemacht hat.

Details zur Tour

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Grosser Mythen

Herbstliche Wanderung mit Seraina und Falko auf den Grossen Mythen. Dank des Föhnlochs konnten wir vor dem Schnee- und Kälteeinbruch die letzte Wanderung auf den Mythen unternehmen. Ein strammer Wind und hungrige Dohlen haben und am Gipfel begrüsst und uns in den Winter verabschiedet.

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