Berglauf via Brünnelistock auf den Furggelenstock

Es ist Freitag Mittag und ich hab jetzt zwei Stunden Zeit, bevor ich wieder arbeiten muss. Auf das Velo habe ich keine Lust, also schlüpfe ich in die Laufschuhe und fahre rauf auf die Ibergeregg, wo ich das Auto abstelle. Von hier starte ich dann zu meiner Lieblings-Jogging-Strecke, die gleichzeitig zurzeit auch meine einzige Laufstrecke ist. Ich hasse Joggen eigentlich, aber das hier macht doch Spass (sobald man dann am Gipfel ist ).

Ich hole mir ein Parkticket (praktischerweise ist die erste Stunde gratis und das reicht mir immer ziemlich genau, bis ich wieder am Auto bin), setze mein Laufrucksackerl auf und mache mich auf den Weg. Der Rucksack ist mehr so eine Art Weste mit integriertem Trinksystem und ein klein bisschen Platz für eine Jacke, Müsliriegel und dergleichen und heute noch für die Kamera, da ich auf dem Rückweg mal nicht joggen will, sondern noch ein paar Fotos machen möchte. Der Vorteil von dem Ding gegenüber einem klassischen Rucksack ist, dass er beim Laufen nicht wie wild hin und her hüpft, sondern recht straff sitzt und damit auch nicht stört, trotzdem kann man bei solchen längeren Sachen oder wenn es dann oben kühler wird noch etwas mitnehmen.

Vom Parkplatz geht es direkt mal recht rassig los und man läuft quasi am Rand der Skipiste (bzw. im Moment Kuhpiste) auf einem kleinen Wanderweg hinauf auf den Brünnelistock. Das sind dann zum Warmwerden mal 200 Höhenmeter bergauf, die jedes Mal wieder mehr oder weniger in die Beine gehen (heute mal wieder mehr). Der einzige Lichtblick ist, dass das der Hauptanstieg ist und man sieht die ganze Zeit schon oben die Bergstation vom Skilift.

Mit einem Rudel Fliegen im Schlepptau komme ich oben an. Nun geht es (wie ich finde mega schön) auf dem Rücken des Brünnelistock mehr oder weniger auf einer Höhe zur Halbegg. Rechts hat man die Sicht auf das heutige Ziel, den Furggelenstock, und über den Sihlsee bis nach Oberiberg und ins Hoch Ybrig. Links dagegen die komplette Zentralschweiz, den Vierwaldstättersee und die Mythen, die hochnäsig vor mir stehen und mir sagen, dass ich es zwar schaffe, auf den Furggelenstock zu joggen, aber nicht auf sie! Sie sind nämlich steiler und länger als der lächerliche kleine Furggelenhügel.

Das ist mir allerdings recht egal und ich laufe nun immer mehr oder weniger auf einer Höhe, mit kleinen Steigungen und Abstiegen, in Richtung Ziel. Links von mir habe ich jetzt Bäume, rechts immer noch freie Sicht ins Ybrig. Zwei alte Männer kommen mir entgegen, mit karierten Hemden, Hüten auf den Köpfen und in einem gemütlichen Tempo. Ein ziemlicher Kontrast …

Immer wieder mal zieht der Weg kurz an, bevor es wieder querend weiter in Richtung Gipfel geht. Eine matschige Stelle wird langsam etwas mühsam, da jetzt auch Kühe hier oben weiden und denen ist es augenscheinlich piepegal, ob sie durch knietiefen Matsch waten müssen. Ich hüpfe von Grasbüschel zu Grasbüschel und komme so halbwegs trockenen Fusses über dieses kleine Moor. Dann folgt noch ein letzter kurzer und bissiger Anstieg, bevor es gemächlich ansteigend mitten durch die Kuhherde und zum Gipfelkreuz des Furggelenstock geht.

Unter den prüfenden Blicken von rund zehn wiederkäuenden Hornträgern erreiche ich den Gipfel. Hier gibt es heute mal eine etwas längere Pause, weil ich noch ein paar Fotos machen möchte. Dann behalte ich die Kamera in der Hand und mache mich wieder auf den Rückweg, allerdings gehe ich heute mal, um auch ein paar schöne Motive zu finden. Beim Joggen hätte ich da wahrscheinlich nicht so die Zeit für.

Gemütlich geht es wieder zurück auf den Brünnelistock, immer mal wieder unterbrochen von kurzen Fotopausen. Von da aus folgt noch der Abstieg zurück zum Parkplatz, bevor es dann in wenigen Minuten wieder nach Hause geht.

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