Friedberger Klettersteig

Heute Nacht haben wir im Gimpel Haus übernachtet. Da wir ein Doppelzimmer gebucht haben, hatten wir eine wunderbar ruhige und ungestörte Nacht und sind mit einem herrlichen Ausblick über die Tannheimer Berge aufgewacht.

Nach einem gemütlichen Frühstück packen wir unsere Rucksäcke und laufen – genau wie gestern – in Richtung Gimpel. Heute biegen wir jedoch nicht zur Gimpel Südwand ab, sondern laufen weiter auf dem Wanderweg bis zur Roten Flüh hinauf. Der Wanderweg ist durch Matsch und die glitschigen Kalksteine nicht gerade ein Traum, aber nach einiger Hampelei erreichen wir dann den Gipfel und geniessen bei einer kurzen Pause die tolle Aussicht.

Hier legen wir Gurte, Klettersteigsets und Helme an und steigen Richtung Gelber Scharte ab, von wo aus später der eigentliche Klettersteig auf den Schartschrofen beginnt. Kurz nach unserem Start vom Gipfel an der Roten Flüh müssen wir einige Meter eine senkrechte Wand über ein paar Tritte absteigen. Mit der Sicherung an den Klampen mit Hilfe des Klettersteigsets klappt das allerdings ganz gut. Nur die Tritte sind für mich als nicht übergross gewachsenen Mensch etwas weit auseinander, aber schliesslich schaffe ich den Abstieg in die Rinne auch noch. Immer wieder sind Wegpassagen mit Drahtseil versichert. Leider sind es meist die Stellen, an denen eine Sicherung nicht unbedingt nötig wäre.

Andererseits sind die meisten Stellen, die laut Falko zwar “nicht schwierig, aber heikel” sind, gar nicht versichert und wir müssen wieder mühselig vor- oder rückwärts wie die Käfer auf allen vieren abklettern. Warum hier so wenig abgesichert ist bleibt mir völlig rätselhaft, denn die Stellen sind nicht gerade Gehgelände und mein Sicherheitsgefühl geht in diese Momenten eher gegen Null.

Kurz vor der Gelben Scharte legen wir noch mal eine Pause ein, bevor wir dann in den eigentlichen Friedberger Klettersteig einsteigen. Gleich am Anfang müssen wir eine schwierige Stelle überwinden, die lediglich einen speckigen Tritt als Steighilfe zur Verfügung stellt. Mit Zuspruch von Falko kann ich mich nach ein bis zwei Anläufen dann doch überwinden, dort hinauf zu steigen.

Der weitere Klettersteig ist dann sehr gut abgesichert, es gibt genügend Stellen, um absteigenden Kletterern auszuweichen und es macht Spass, hier unterwegs zu sein. Bis zum Gipfel ist es nicht weit, dennoch müssen noch zwei bis drei schwierige Stellen überwunden werden, wo man dann auch mal richtig zupacken muss. Und dann ist es geschafft.

Im Gegensatz zu gestern auf dem Gimpel teilen wir uns den Gipfel des Schartschrofen mit vielen weiteren Wanderern und Klettersteig-Gehern. Dennoch legen wir mal eine Pause ein, um ein bisschen Brot zu essen und das Klettergeraffel wieder in die Rucksäcke zu verpacken. Von hier geniessen wir noch mal den Ausblick zurück auf die Rote Flüh und den Gimpel, sowie die Rundumsicht in die Allgäuer Bergwelt, rüber zu Aggenstein, Breitenberg und Füssener Jöchle…

Anschliessend wartet noch der Abstieg nach Nesselwängle auf uns. Über lange, querende Wanderwege schlängeln wir uns dann hinab zur Gessewangalpe und von dort in ca. 20 Minuten zum Adlerhorst. Hier kehren wir auf ein kühles Getränk ein. Im Eingangsbereich gibt es geschnitzte Kostbarkeiten zu kaufen und wir entschliessen uns, eine geschnitzte Arve mit zwei Wipfeln zu kaufen. Da sie ungefähr 30cm gross ist, können wir sie nicht im Rucksack verpacken und so laufe ich die letzten 45 Minuten bis zum Auto mit einer Plastiktüte in der Hand … Wander-Shopping sozusagen.

Auf der Heimfahrt nach Oberiberg kehren wir noch beim Café Wildanger in Zöblen ein und geniessen auf der gemütlichen Terrasse Eiskaffee und Coup Danmark. Und wie solls auch anders sein – kurz vor der Grenze machen wir noch unseren obligatorischen Stop beim Spar und decken uns mit einer Ration Extra-Wurst, Pfeffersalami und Sauerkäs’ für eine leckere Brotzeit am Abend ein.

Ein spontanes “Kletter”-Wochenende in den Tannheimer Bergen geht damit zu Ende und wir haben die schönen Spätsommertage noch einmal richtig ausgekostet.

Details zur Tour

, , , , , , ,
Vorheriger Beitrag
Gimpel Südost-Wand
Nächster Beitrag
Chaiserstock

Gimpelhaus

Erneut ein kleiner Berglauf – dieses Mal gehts hinauf zum (geschlossenen) Gimpelhaus auf 1659 m Höhe. Aufgrund des eher mittelmässigen Wetters halten wir uns nicht allzu lange draussen auf.

Weiterlesen

Via Ferrata d’Evolène Region

Klettersteig mit Blick über Evolène mit einigen kleinen Überhängen und einem Kletternetz am Ausstieg: die “Via Ferrata d’Evolène Region” mit toller Aussicht auf das Tal.

Weiterlesen
Menü