Chaiserstock

Wir haben uns für heute mit Daniel und Antonia verabredet und wollen mit den beiden eine Wanderung im Gebiet der Lidernenhütte machen. Die beiden haben mit noch einem Freund auf der Hütte übernachtet, sie sind gestern schon vom Schächental her aufgestiegen. Marina und ich haben es an einem Schönwetterwochenende (einem der letzten wo viele Hütten geöffnet haben) vorgezogen, lieber zu Hause zu schlafen, da wir gesehen haben, dass die ganze Hütte knackvoll belegt ist. Das wollen wir uns nicht antun.

Also starten wir früh am Morgen nach einem kleinen Frühstück von daheim aus und fahren hinauf ins Riemenstaldener Tal zur Talstation der Chäppelibergbahn. Wir nehmen aber nicht die Gondel, sondern steigen zu Fuss durch den dichten Wald und auf relativ matschigem Weg auf zur Hütte, was ungefähr eine gute Stunde dauert. Zwischendurch machen wir eine längere Pause und laufen sehr langsam, weil Marina aus irgendeinem Grund etwas schlecht ist (angeblich wäre auch mein Fahrstil nicht ganz unschuldig daran …). Da wir aber ohnehin deutlich früher als abgemacht dran sind, ist das nicht so schlimm und wir können uns Zeit lassen.

Kurz nach neun Uhr sind wir dann an der Hütte, wo die anderen schon warten und die strahlende Sonne geniessen. Nach einem kurzen Plausch (wir haben uns schon länger nicht mehr gesehen machen wir uns auf den Weg zum Chaiserstock, wo ich mit Fabian mal im Winter mit Ski war. Es geht um das Schmal Stöckli herum und auf einem schönen Wanderweg ins „Loch“ und durch die „Löcher“ – interessante Flurnamen hier in dem Eck. Es ist relativ wenig los für so einen Sonntag und so haben wir die schöne Landschaft fast für uns alleine.

Unterhalb des Chaiserstock und seiner steil abfallenden Westwand queren wir auf dem Weg in eine kleine Scharte am Anfang des versicherten Schlussaufstieges zum Gipfel. Der Aufstieg in die Scharte ist nicht schwer, aber durch schuttiges Gelände etwas mühsam und heikel. Wir kommen aber alle heil oben an und machen eine kleine Gummibärenpause (beziehungsweise die anderen haben wieder ihre hundsverdammten Trockenfrüchte dabei – wollen die aber natürlich jetzt auch gerne gegen Gummibärchen tauschen! Wie ich das hasse!!! Ein jeder sollte selber wissen, dass man sich unterwegs einfach mal auf was Süsses freut und nicht diesen Vegi-Mist essen möchte. ).

Nachdem wir dieses Problem erfolgreich gelöst haben, geht es kurz ein paar Meter hinunter und um einen ersten Gratturm herum. Anschliessend steigt der Weg steil und mit einiger leichter Kletterei verbunden an. Der Grossteil ist mit einem guten Stahlseil versichert, trotzdem muss man immer mal wieder Klettern und der Fels ist kalktypisch auch etwas schmierig.

Nicht jeder mag das so und Marina beschliesst, unter einem kleinen Aufschwung zu warten, weil ihr das Gelände nicht so behagt. Ich gehe mit den anderen drei weiter und wir ersteigen über ein paar Eisenbügel eine kleine Schulter, hinter der sich das Gelände dann auch schon deutlich zurücklegt und mit einem normalen Weg die letzten paar Meter hinauf auf den Gipfel führt.

Oben gibt es ein paar Fotos und ich mache mich dann gleich wieder auf den Rückweg, um Marina da unten im Schatten nicht zu lange warten zu lassen. Zügig flitze ich wieder hinunter und steige mit ihr zusammen dann gleich weiter ab, bis wir wieder die Scharte erreicht haben. Es klappt aber alles prima und wir machen uns gleich noch daran, die paar Meter durch den steilen Schutt abzusteigen, wo man anschliessend wieder auf den Wanderweg gelangt. Dort warten wir dann in der Sonne und an einem vor Steinschlag geschützten Ort auf die anderen, die aber auch bald retour kommen.

Nun wandern wir wieder ein kurzes Stück auf dem Aufstiegsweg zurück, bevor wir eine andere Variante nehmen, die uns an P. 2261 vorbei führt. Dort machen wir eine ausgiebige Mittagspause mit herrlicher Aussicht in die Berge. Anschliessend geht es noch ein Stück den Weg entlang, bevor wir uns wieder in Richtung Lidernenhütte wenden und später wieder auf den Aufstiegsweg treffen. An der Hütte vorbei steigen wir zusammen ins Tal ab – fast der mühsamste Teil durch die feuchten und glitschigen Wanderwege. Unten am Auto angekommen nehmen wir alle drei noch mit und bringen sie zurück ins Schächental zu ihrem Auto, bevor wir uns wieder auf den Weg in unsere Heimat machen.

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