Föhnsturm auf dem Firsthöreli

#storySchnee

Erste Arbeitswoche geschafft, erster richtiger Schneefall, erstes freies Wochenende = erste Skitour mit den neuen Ski!

Diese Woche gab es passenderweise auch noch den ersten etwas grösseren Schneefall diesen Winter. Über ca. 1200 m ü. M. liegt eine schöne Schneedecke, die durchaus erste Ausflüge ins Gelände zulässt. Am Samstag konnte ich mich um 6 Uhr morgens nicht von meinem Bettchen trennen und so fällt die geplante Skitour aus. Am Sonntag morgen gibt es allerdings keine Ausreden mehr und pünktlich um 6 Uhr klingelt uns der Wecker aus den Federn.

Nach Frühstück, Brote belegen und Rucksack packen geht es los. Vor dem Losfahren schnell noch mal alles checken, damit wir bei unserer ersten Skitour auch nichts vergessen: Schaufel, Sonde, Pieps, Felle, Handschuhe, Helm, Skibrille. Anscheinend haben wir alles dabei, also los.

Über die Ibergeregg, St. Karl und Ilgau fahren wir ins Muotathal und biegen dort ins Bisisthal ab. Mit andauernder Fahrt werden die Strässchen immer kleiner, bis wir schliesslich kurz nach dem Gasthaus Schwarzenbach parken. Gleich kommen noch ein paar weitere Autos mit Skitourengehern angefahren. Hier ist man also nicht alleine unterwegs. Vor allem, nachdem gestern Abend von einem Tourengeher alle Infos zu den Verhältnissen dieser Route online erschienen sind.

Erst einmal müssen wir über eine sehr, sehr lange Forststrasse aufsteigen. Das ist zwar im Hinblick auf die Schneelage gut, da es schön flach ist und wir hier bei unter 1000 m ü. M. direkt mit den Ski loslaufen können. Andererseits zieht sich der Aufstieg damit ganz schön in die Länge, da man kaum Höhenmeter macht. Nach einem endlosen Geradeaus geht es dann endlich etwas „schneller“ im Zickzack hin und her und damit bergauf.

Nach über zwei Stunden Aufstieg erreichen wir die Galtenäbnet, eine lange Hochebene, auf der es erst mal wieder flach weitergeht. Direkt nach den Alphütten wartet dann allerdings schon der Schlussanstieg auf uns.  Über ein paar weitere Hügelchen erreichen wir den Sattel am Mattnerfirst, von wo aus wir die letzten Meter zum Gipfel steigen. Im unteren Bereich unserer Tour haben wir vor allem die Wärme des Föhns zu spüren bekommen. Hier oben zieht es mittlerweile durch den Föhnsturm ganz schön und 20m vor dem Gipfel muss ich aufpassen, dass mich die Böen nicht von der schmalen Flanke blasen, die uns Richtung Gipfelkreuz bringt.

Dann ist es aber geschafft, auf 2129 Meter Höhe erreichen wir unseren ersten Skitourengipfel für diese Saison. Gemütliche Gipfelrast sieht allerdings anders aus. Im Getose des Föhnsturms packen wir unsere Felle in den Rucksack, machen die Schuhe zu und wollen nur schnell weg von dieser ausgesetzten Stelle. Und dann kommen die ersten Schwünge.

Der Schnee ist nicht gerade ein Traum, aber durchaus fahrbar (wenn man die richtige Technik hat ). Im Sattel sind wir dem Wind schon wieder weniger ausgesetzt. Falko zieht schöne Linien im halbschweren Schnee – ich stemme mit brennenden Oberschenkeln halbrunde Bögen. Jeder eben wie er´s kann. Zumindest kann ich noch über mich selbst lachen, wie fast jedesmal, wenn ich wieder in Top-Rückenlage und explodierenden Beinmuskeln bei Falko ankomme. So arbeiten wir uns langsam an unserer Aufstiegsroute entlang hinunter. Bei der flachen Alp müssen wir ein wenig mit den Stöcken nachhelfen, um vorwärts zu kommen, aber selbst hier sind die Schneebedingungen besser als erwartet.

Kurz darauf geht es wieder auf der Forststrasse in Richtung Tal. Hier ist das Fahren sehr anstrengend. Da der Weg eng ist, kann man keine richtigen Kurven fahren und die tiefe Aufstiegsspur macht die Schwünge auch nicht einfacher. Aber mit vielen Pausen kommen wir unserem Ziel doch allmählich näher.

Bis zum Auto können wir jedoch nicht abfahren. Einige hundert Meter vor unserem Startpunkt ist der Schnee mittlerweile auf ein Minimum geschrumpft, viele apere Stellen, Steine und Wasserläufe haben seit dem Aufstieg am Morgen ihre Schneedecke verloren und da wir unser Glück nicht herausfordern wollen, schnallen wir die Ski hier ab. Bis hierher hatten wir keinen nennenswerten Steinkontakt, der dem Skibelag ernsthaften Schaden hätte zufügen können und so soll es auch bleiben. Also Ski auf die Schulter und nach wenigen Minuten erreichen wir müde aber zufrieden unser Auto.

Nachdem alles im Kofferraum und auf dem Dach verstaut ist geht´s zur Belohnung auf direktem Weg nach Schwyz ins Café Haug. Trüffeltorte, Kaffee und Himbeereisbecher – Traditionen wollen schliesslich gepflegt werden!

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