Skitour auf den Rütistein

#storySchnee
Heute treffe ich mich gegen 8.30 Uhr mit Charlie in Weglosen. Von dort aus wollen wir zu ihrer zweiten Skitour starten, und da sich der Rütistein als gute Einstiegstour bewiesen hat, nehmen wir heute die rund 1000 Hm in Angriff. Marina ist in Rothenthurm auf der Loipe unterwegs ist und hat mit einer Freundin einen Skating-Kurs macht. Daher kann ich Charlie Marina’s Ski, Schuhe und Felle mitbringen und so muss sie nicht die viel zu langen Bretter nehmen, die sie von einem Kollegen bekommen hat.

Über die Skipiste steigen wir langsam auf, wir wählen aber nicht den steilen Hang zu unserer linken, der heute tendenziell eher vereist ist, sondern gehen komplett aussen herum über den Fahrweg. Diesen geht es dann gemütlich quatschend entlang, bis wir auf der altbekannten Route über den Schlittelweg die Druesberghütte erreichen. Die lassen wir für den Moment allerdings links liegen, auf der Abfahrt wollen wir hier dann noch einkehren. Wir machen aber eine kurze Ess- und Trinkpause, bevor es dann über die weiten und flachen Hänge weiter hinauf in Richtung Rütistein geht.

Ein paar etwas steilere Stellen bedingen dann einige wenige Spitzkehren, die Charlie aber recht gut meistert (hier machen sich jetzt die kürzeren Ski definitiv positiv bemerkbar). Dann flacht das Gelände wieder etwas ab und bei einer weiteren Trinkpause zeichnet sich dann ab, das wir vielleicht aus Konditionsgründen nicht auf den Rütistein, sondern eher nur auf das etwas niedrigere Pfannenstöckli laufen werden. Weiter geht’s und wie es so ist – nachdem wir nahe an den Gipfelaufbau des Rütistein heran gekommen sind, schaut der Gipfel dann doch gar nicht mehr soo weit entfernt aus. Ein paar Traubenzucker und motivierende Worte später entscheiden wir uns dann, doch noch zum eigentlichen Ziel aufzusteigen und nehmen die heute recht rutschige Steilstufe in Angriff. Nachdem ich dann gelernt habe, dass es nicht Spitzkehre, sondern Piekwende (oder Peak Wende?) heisst und Charlie die ersten dieser Dinger erfolgreich hier im Hang absolviert hat, kommt eine steilere Querung, bis es recht eisig und in hartem Schnee weiter hinauf geht – beziehungsweise gehen sollte. Bei einer Spitzkehre löst sich dann bei Charlie ein Ski, wahrscheinlich ist sie aus Versehen auf den Hebel für die Aufstiegsarretierung gekommen. Das ist jetzt hier nicht so schlimm, aber für die neue Bindung spricht es irgendwie trotzdem nicht, denn wenn einem das an anderen Stellen passiert, ist ziemlich schnell mal die ganze Tour im Eimer. Hier rutscht der Ski halt jetzt einfach die letzten 20 bis 30 Meter wieder hinunter, bleibt dann aber freundlicherweise recht schnell liegen. Ich rutsche mehr oder weniger elegant (mit offenen Schuhen, offener Bindung und Fellen an den Ski geht das nicht so wahnsinnig toll …) das Stück hinunter und hole ihren Ski wieder zurück.

Nach diesem kleinen Malheur kommen wir dann langsam aber sicher in Gipfelnähe, wo sich bereits knapp zehn Leute tummeln. Oben gibt es dann eine Pause mit Essen und Trinken, einen Eintrag ins Gipfelbuch und anschliessend machen wir uns in Anbetracht der sich nähernden Wolken langsam fertig für die Abfahrt. Blöderweise hat Charlie eine Druckstelle am Schienbein von Marina’s Schuhen bekommen und so leidet sie etwas bei der Abfahrt, wo man sich natürlich mit vollem Gewicht in die Schuhe lehnen muss. Da hier im oberen Teil auch noch der Schnee etwas weniger toll ist, dauert es ein bisschen, bis wir wieder an der steilen Stelle vom Aufstieg angelangt sind. Hier rutscht sie dann mehr oder weniger seitwärts runter, aber das ist ja auch in Ordnung und wir kommen damit bald sturzfrei in flacheres Gelände.

Ab hier ist jetzt auch der Schnee etwas angenehmer zu fahren und wir können ziemlich schnell weiter in Richtung Hütte hinunter fahren. Nachdem Charlie an einer Stelle noch Bekanntschaft mit Bruchharsch und der Tatsache, dass die Ski dann einfach wie auf Schienen fahren, gemacht hat und der meiste Schnee wieder abgeschüttelt ist, sind wir auch schon an der Druesberghütte angelangt, wo wir nun noch auf eine heisse Schoggi einkehren möchten.

Wir bekommen einen Platz neben dem bollernden Schwedenofen, Schoggi gibt’s leider keine (wasndasfürnscheiss???), dafür Kaffee beziehungsweise Rivella. Während im Laufe unserer Pause draussen langsam der Nebel hochzieht, haben wir bei der weiteren Abfahrt Glück, denn es ist noch gute Sicht bis zum Waldrand, wo dann ja ohnehin wieder die Forststrasse anfängt. Hier lassen wir es dann noch laufen, bis wir wieder im Talboden angelangt sind.

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