Roggenstock

Kurz vor 9 Uhr kommen Anna und Michael mit dem Postbus in Oberiberg an. Ganz untypisch vergessen wir ein wenig die Zeit und holen die beiden ein paar Minuten zu spät an der Haltestelle ab. Gemeinsam laufen wir mit geschulterten Ski nach Tschalun hinunter, wo wir direkt neben der Strasse die Ski anschnallen und loslaufen können.

Sehr verlockend scheint die Tour auf den Roggenstock heute nicht zu sein. Kurz über uns hängt eine dicke Nebeldecke, die ziemlich unüberwindbar aussieht und auch laut den Wetterprognosen liegt die Nebelobergrenze wohl eher oberhalb unseres Gipfels.

Nichtsdestotrotz laufen wir gut gelaunt unserem Ziel entgegen. Es ist schön, mal wieder etwas mit den beiden zu unternehmen, schliesslich haben wir uns – abgesehen von einer Trauerfeier in Konstanz – schon sehr lange nicht mehr gesehen. Anna wohnt mittlerweile in Luzern und Michael wohnt zwar noch in Konstanz, ist derzeit aber auf Stellensuche, nachdem er Ende 2014 seine Doktorarbeit abgeschlossen hat. Wir würden uns natürlich wünschen, dass auch Micha Richtung Luzern/Zürich etc. kommt, dann stünden wohl noch häufiger gemeinsame Aktivitäten auf dem Programm.

Nun sind wir aber erst mal Richtung Roggenstock unterwegs. Wir haben heute ein schöne Spur und kommen gut voran. Oberhalb vom Chäswald machen wir eine kleine Trink- und Stärkungspause, bevor es dann Richtung Steilstufe geht. Wir sind schon gespannt, denn um uns herum ist es in den letzten Minuten immer etwas heller geworden und wir hoffen, dass es bis zum Gipfel reicht, die dicke Nebeldecke vielleicht doch noch zu durchbrechen. Mit Wasser im Bauch und Zucker im Blut geht’s also weiter. Die Steilstufe ist heute gnädig, der Schnee ist griffig und die Spur gut. Ohne grosse Rutscher kommen wir darüber hinweg und dann haben wir es geschafft – in zweifacher Hinsicht. Nicht nur die Steilstufe, sondern auch die Nebeldecke ist überwunden! Wir stehen in der Sonne und freuen uns über den wahnsinnig blauen Himmel! Falko und ich haben nicht mal einen Sonnenbrille dabei, weil wir damit überhaupt nicht gerechnet haben

Die letzten Meter zum Skidepot geniessen wir also bei herrlichem Sonnenschein! Anna und ich schnallen kurz unterhalb des Gipfels unsere Ski ab und gehen zu Fuss weiter. Das Gelände wir hier etwas steiler und vor allem enger. Deshalb bevorzugen wir die Fussvariante. Die beiden Männer wollen’s natürlich “richtig” machen und steigen mit Ski bis zum Gipfel – schneller sind sie deswegen auch nicht – zumindest nicht im Aufstieg.

Oben angekommen machen wir es uns im Schnee gemütlich, packen leckere Sachen aus und geniessen Essen und Aussicht. Das Hoch-Ybrig Skigebiet liegt komplett über der Nebeldecke und viele Gipfel der Zentralschweiz räkeln sich in der Sonne. Auch der Furggelenstock und die Mythen spitzen aus dem Nebelmeer heraus …

Nach einer ausgiebigen Rast mit Klatsch und Tratscht über die neuesten Neuigkeiten machen wir uns an die Abfahrt. Anna und ich steigen wieder zum Skidepot ab, während Falko und Micha schon am Gipfel die Ski anschnallen und in kleinen Bögelchen Richtung Tal fahren.

Ab dem Skidepot gehts dann zusammen weiter. Oberhalb der Steilstufe hat es noch einige freie Flächen, in die man seine Schwünge in herrlichsten Pulver ziehen kann – genau wie man sich das eben wünscht. Nach der Steilstufe schluckt uns am Jäntli allerdings wieder der Nebel. Der Schnee ist aber auch hier noch sehr gut und wir geniessen die Abfahrt in vollen Zügen.

Wieder in Tschalun angekommen, schultern wir die Ski und da Anna und Micha noch Zeit haben, laufen wir zu uns nach Hause, wo wir den Nachmittag bei Tee, heisser Schoggi und Kaffee gemütlich ausklingen lassen, bevor die zwei sich auf den Weg zur nächsten Bushaltestelle machen.

Details zur Tour

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