Munt Buffalora

#storySchnee

Wir sind immer noch in Zernez in unserem schönen Hotel Crusch Alba. Heute ist mein Geburtstag und wir wollen bei diesem Kaiserwetter eine Skitour machen. Nachdem wir gestern auf dem Piz Terza waren, steht heute eigentlich der Piz Daint auf dem Programm. Falko kämpft aber sehr mit seiner triefenden Schnupfennase und fühlt sich nicht so richtig fit. Also beschliessen wir, die Tour etwas abzukürzen und nur auf den benachbarten Munt Buffalora zu laufen.
Aber bevor es überhaupt mal los geht, gibts noch am Bett die ersten Geschenke und dann ein leckeres Z’Morge im Hotel. Gemütlich packen wir unsere Rucksäcke und fahren wieder Richtung Ofenpass. Heute geht es nicht bis zur Passhöhe. Ausgangspunkt ist für uns Buffalora am P10 (10. Parkplatz des Nationalparks).

Im Nationalpark selber dürfen im Winter keine Touren unternommen werden. 30 Säugetier- und 100 Vogelarten, 5000 Arten wirbelloser Tiere und ca. 650 Pflanzenarten sind hier beheimatet. Das insgesamt 170 km2 grosse Gebiet steht nun seit fast 101 Jahren unter Schutz. Weder Jagd noch Landwirtschaft ist hier erlaubt und nur im Sommer darf auf den rund 80km beschilderten Wanderwegen die Natur erkundet werden. Und dies lockt immerhin rund 150’000 Besucher pro Jahr in den Nationalpark.

Wir halten uns jedenfalls an die Regeln und starten nicht im, sondern direkt neben dem Nationalpark. Buffalora liegt direkt an der Grenze und somit begehen wir keinen Regelverstoss. Zu allererst geht es ein paar Meter nach unten, um ein leeres Flussbett zu überqueren. Auch im Sommer, am Ende unserer Wanderung im Nationalpark haben wir dieses Flussbett schon durchquert – damals allerdings ohne Ski.

Auf der gegenüberliegenden Seite steigt unsere Spur langsam in Richtung Alp Buffalora an, danach verläuft die Route ein wenig kurviger und steiler bergauf, bis es ab P. 2157 wieder flacher vorwärts geht. Wir schwitzen in der Sonne und sind froh, heute morgen an die Sonnencreme gedacht zu haben. Die Spur führt uns in einem weiten Bogen nach rechts und später leicht steiler werdend seitlich an unseren Gipfel heran. Hier wird es langsam etwas windiger und die (für mich fast unerträgliche) Hitze wird etwas abgeschwächt. Kurz unterhalb des Gipfel fängt es dann richtig an zu winden und ich hoffe, dass es nicht wieder so eine Gipfelflucht wie am Piz Terza gibt.

Als wir kurz darauf oben ankommen, weht zum Glück nicht so viel Wind und wir können in aller Ruhe die Aussicht hinüber zum Piz Daint und in den Nationalpark geniessen.

Die Grenze verläuft genau über den Gipfel auf dem wir gerade stehen – quasi mit einem Fuss schon im verbotenen Gelände.

Nach einer kurzen Gipfelrast packen wir unsere Felle ein und fahre wieder Richtung Tal. Der Schnee ist (mal wieder) eher mässig. Hart und abgeblasen, weiter unten dann teilweise schon so abgefahren, dass es fast so ist als würde man auf einer Piste abfahren. Auf ca. 2300 m ü. M. finden wir allerdings ein paar schöne Stellen, um doch noch einige schwungvolle Linien in den Schnee zu zaubern.

Bevor es wieder zur Alp Buffalora hinunter geht, suchen wir uns ein sonniges Plätzchen unter einem Baum und machen ein schönes Picknick mit Brot, Käse, Salami, Süssigkeiten und natürlich ein paar Mäusen im Gepäck. Logischerweise haben die auch Hunger!

Anschliessend rutschen wir an der Alp Buffalora Richtung Flussbett, durchqueren dieses und kraxeln auf der gegenüberliegenden Seite die paar Meter Richtung Parkplatz hinauf. Eine schöne, gemütliche Geburtstags-Skitour in wunderbarer Natur!

Nach einer erfrischenden Dusche und dem Auspacken der restlichen Geschenke wollen wir noch in das Restaurant neben unserem Hotel auf Kaffee und Kuchen einkehren. Die Sonnenterrasse ist sehr einladend und wir ergattern ein windgeschütztes Plätzchen. Leider haben sie weder für Falko das ersehnte Erdbeer-Frappé, noch Kuchen OHNE NÜSSE für mich. Also kein Kuchen zum Geburtstag. Für den Abend haben wir in der zum Hotel gehörenden Pizzeria einen Platz reserviert. Falko geht’s am Nachmittag dann allerdings nicht so gut – die Nase läuft, die Augen tränen und die Nebenhöhlen schmerzen – also beschliesse ich kurzerhand die Pizza abzuholen, so dass wir gemütlich im Zimmer essen können. So haben wir uns das zwar eigentlich nicht vorgestellt – aber eigentlich ist es ganz lustig. Zu zweit auf einem Mini-Schreibtisch Pizza zu mampfen und sich über den schönen Tag freuen. Mehr brauchen wir gerade nicht! Und zusätzlich gibts in der Pizzeria Adriana die Pizzen für Geburtstagskinder gratis! Ein Ausgleich für den fehlenden Kuchen.

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