Via Tälligrat auf’s Tällihorn

#storyFels
Jetzt haben wir also ein paar Hochtouren gemacht und Marina stand auf ihren ersten beiden 4000ern. Also könnten wir jetzt doch noch eine schöne, längere, alpine Kletterei unternehmen. Von ein paar Infos wussten wir schon vom Tälligrat, der sich oberhalb von Saas Fee Richtung Mischabelhütte hinaufzieht und eine recht gut eingerichtete Kletterei bis zum fünften Grad bietet.

Wir nutzen das Angebot des Saastals und die kostenlosen Bergbahnen und fahren zur Hannig hinauf, von wo aus wir in einer knappen Stunde den Einstieg erreichen. Es ist mittlerweile schon etwas später, da wir morgens noch etwas herumgetrödelt haben. Also warten wir nicht allzu lange und steigen direkt ein. Während die erste Seillänge eher in die Kategorie „Ich halte mich an Grasbüscheln, wird schon halten …“ fällt, muss ich mich in der danach folgenden, etwas plattigen Schlüssellänge mit den Bergschuhen schon etwas plagen. Es geht aber trotzdem recht gut und dann folgen Seillänge um Seillänge, immer im leichteren Gelände und wir kommen auch recht zügig vorwärts. Ein kleiner Kamin sieht von unten garstig aus, entpuppt sich aber als nicht übermässig schwierig. Die Rostgurke, die an der Stelle steckt, schreit allerdings förmlich danach, nicht belastet zu werden. Nun folgt ein kleiner Durchschlupf zwischen einer riesigen, angelehnten Platte, bevor es mit einem Spreizschritt, der nochmal etwas spannend ist, und einer letzten etwas schwereren Länge in die einfacheren Seillängen geht, die zum Ende der Route führen.

Mittlerweile sind wir bereits einige Stunden unterwegs und die Schatten werden langsam immer länger – ich bin froh, dass nun das Gelände auch eher einfacher ist und Marina sich doch noch weiter motivieren kann. Oben angekommen tauscht sie ihre Kletterfinken wieder gegen Bergschuhe und wir queren den an dieser Stelle flachen und aperen Hohbalmgletscher. Auf der anderen Seite steigen wir über die Moräne steil wieder ab Richtung Ausgangspunkt und von dort weiter nach Saas Fee. Um 21:30 Uhr gibt es dann eine grosse Portion Spaghetti in Saas Fee im Restaurant – kochen wollten wir jetzt auf dem Campingplatz nicht mehr.

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