Norwegen/Österreich im Sommer 2015

Reise

Unsere Sommerferien 2015 sind auf jeden Fall abwechslungsreich: aufregende Erfahrungen und enttäuschende Tiefschläge in Norwegen, endlose Strecken durch Deutschland und letzten Endes doch noch schöne Unternehmungen in Österreich. Wir reisen in drei Wochen durch insgesamt fünf Ländern und sammeln unzählige Anekdoten, die diesen Urlaub wohl unvergesslich machen.

Freitag, 14. August 2015: Los geht’s

Heute ist der lang ersehnte Tag, an dem wir endlich in unsere 3-wöchigen Ferien starten. Wir arbeiten beide am Vormittag noch, Falko von zu Hause, ich komme um 15 Uhr aus dem Büro nach Hause und dann packen wir die letzten Sachen noch ins Auto. Eigentlich wollten wir erst morgen und dann durchgängig bis nach Buxtehude fahren. Da uns das nun aber sehr lange scheint, haben wir uns vorgestern spontan dazu entschlossen bereits Freitag bis in den Schwarzwald zu fahren und dort noch eine Nacht vorzuschieben.

Natürlich starten wir so direkt in den Freitags-Feierabend-Wochenendverkehr Wären wir erst Samstag früh um 4 Uhr losgefahren hätten wir es wohl entspannter gehabt – aber nun sitzen wir in der Blechwelle, die sich um den Zürichsee herum bewegt. Zürich ist dicht, also geht’s über den Seedamm nach Rapperswil und von dort weiter nach Winterthur. Basel ist auch dicht Jetzt müssen wir auf der A81 bis nach Rottenburg und von dort einmal quer durch den Schwarzwald kurven, da unser Hotel für die Nacht natürlich unweit der geplanten Route, also an der A5 liegt. Nach langem Suchen finden wir gegen 20 Uhr noch ein Restaurant. Wir wollen nur schnell was essen und dann die letzte Stunde weiter fahren. Aber damit wird es wohl nichts. Obwohl hier nicht viel los ist warten wir trotzdem eine geschlagene Stunde auf unser Essen. Genervt fahren wir nach 90 Minuten endlich weiter. Um kurz nach 22 Uhr schaffen wir es doch noch nach einer Navigations-Irrfahrt am Engel anzukommen. Hier sind schon alle in Feierabendstimmung. Wir wollen auch nur noch auf unser Zimmer, denn wir sind todmüde. Für eine gewöhnliche 3-Stunden Strecke haben wir jetzt gute 6 Stunden gebraucht – hoffentlich geht das nicht so weiter.

Samstag, 15. August 2015: Oh, du endloses Deutschland

Im Engel (in irgendeinem Kaff zwischen Freiburg und Offenburg) schlafen wir aus und werden bei einer Dusche erst mal frisch. Mit Blasmusik (heute ist ja Maria Himmelfahrt) gehen wir zum Frühstück hinunter in die Gaststube und machen es uns bei Tee und Kaffee erst mal gemütlich. Das Frühstücksbuffet ist ganz in Ordnung und wir finden alles, was wir so brauchen und gern haben. Ausser uns ist noch ein holländisches Ehepaar zu Gast. Also eigentlich ist es sehr ruhig, bis auf die bescheuerten Töff-Fahrer, die dann direkt vor dem geöffneten Fenster ihre Abfahrt mit 5-minütig laufenden Motoren  vorbereiten – sehr schlau. :s Anschliessend packen wir unseren kleinen “Anreise-Koffer” mit allen nötigen Sachen für die kommenden 3 Tage wieder ins Auto, checken aus und weiter geht die lustige Fahrt in den Norden.

Unsere Strecke ist weiter die A5, später die A7 bis kurz vor Hamburg. Dort wechseln wir auf die A1 und kurz darauf sind wir dann endlich auf Landstrassen unterwegs. Vom Verkehr geht’s heute zum Glück ganz gut. Wir kommen gut durch und es gibt keine grösseren Zwischenfälle. Trotzdem kommen wir aufgrund der Entfernung und unserer etwas späten Abreise erst um 18 Uhr im Hotel Navigare in Buxtehude an.

Wir sind müde und haben ein bisschen Hunger. Leider wird uns an der Rezeption gesagt, dass das hauseigene Restaurant aufgrund einer Hochzeitsfeier geschlossen ist. Nachdem wir kurz unser schönes Zimmer bezogen haben machen wir uns also auf den Weg in die kleine Stadt. Wir schleichen durch die Gassen – die heute gut gefüllt sind, da gerade Weinfest ist und überall Stände und Live-Musik geboten ist – bis wir ein schönes Restaurant finden. Dort werden wir allerdings so schroff begrüsst, dass wir auf dem Absatz kehrt machen und in das daneben gelegene kleine Bistro gehen. Hier sitzt man unter Sonnenschirmen an einer verkehrsberuhigten Strasse und hat ein wahnsinnig freundliche Bedienung. So macht’s schon mehr Spass. Viel kann uns hier aber nicht mehr halten. Wir freuen uns auf unsere weichen Betten, die schon auf uns warten.

Im Hotelzimmer angekommen finden wir schnell den Weg in die Horizontale. Leider ist die Musik der Hochzeitsfeier doch zu hören. Wir ärgern uns ein wenig, freuen uns aber über die vorsorglich eingepackten Ohrstöpsel in unserer Badtasche und schlafen bald ein. Gute Nacht!

Sonntag, 16. August 2015: Wir fahren Fähre

Trotz anfänglichen Schwierigkeiten haben wir in unserem Zimmer im Navigare wunderbar geschlafen. Im Restaurant im Kellergewölbe erwartet uns dann eines der besten Frühstücks-Buffets, die wir kennen. Hier bleibt kein Wunsch offen – Brötchen und Brot, Marmeladen, Gebäck, aber auch Herzhaftes wie Rühr- oder Spiegeleier, Wurst, Käse und Lachs liegt hier auf – wunderbar.

Nach so einem tollen Frühstück steigen wir wieder gestärkt ins Auto – heute ist die Fahrt zum Glück nicht mehr so lange. Auf der A7 geht’s durch Hamburg herum und wir können vom Auto aus die Container-Häfen bewundern (Falko weniger, er muss ja fahren ). Trotz Endlos-Baustellen (von teils über 30 km Länge) kommen wir gut durch und sind recht früh, nämlich schon um 10:40 Uhr in Kiel am Norwegen-Kai. Wir können das Auto in der Warteschlage einchecken und bis 12 Uhr herumlaufen, bis dann Boarding-Time ist. Wir nutzen die Zeit für einen ausgedehnten Hafenspaziergang. Auf der anderen Seite der Anlegestelle haben wir vom Schweden-Kai einen super Blick auf unsere Color Fantasy, die für die kommende Nacht unser Zuhause sein wird.

Pünktlich um 12 Uhr sind wir zurück am Auto. Der Wartebereich um uns herum ins prall gefüllt mit Urlaubern, Lastwägen, Töff-Fahrern etc. Nach und nach darf jede Kolonne zum Boarding vorfahren. Um 12:45 Uhr haben wir unseren Dicken schon tief im Bauch des Schiffes versorgt und den Weg zu unserer Kabine gefunden. Unsere 4**** Aussenkabine sieht aus wie ein richtiges Hotelzimmer – einzig mit dem Unterschied, dass sich später die Aussicht verändern wird Wir verstauen unsere Sachen und machen uns auf Erkundungstour. Um 14:00 Uhr legen wir ab. Die Menschen am Kai winken und verabschieden uns und wir sind schon ganz gespannt auf das, was uns jetzt erwartet. Den Nachmittag verbringen wir vor allem an Deck und geniessen die Aussicht – mal links, mal rechts, auf dem oberen und unteren Deck. Später gönnen wir uns ein der Cosmopolitan Bar Kaffee & Tee und schauen uns das Innere des Schiffes an. Die Shopping-Mall mit den verschiedenen Geschäften und Restaurants ist beeindruckend. Am Abend entscheiden wir uns für eine gewöhnliche Pizza und vertreiben uns die Zeit später mit dem Zusammenbau eines Lego-Technik-Baggers, den wir im Tax-Free Shop ergattert haben Zum Abschluss geht’s noch eine Runde übers Sun-Deck, bevor wir in unserer Koje verschwinden. Unsere Blicke – vor allem die von Falkos (Anmerkung von ebenjenem: Marina, diese Bemerkung ist vollkommen überflüssig … ) – haften an den Wellen. Trotz Befürchtungen wird es aber eine sehr ruhige Nacht und wenn wir am nächsten Morgen aufwachen wird die See total ruhig sein. Bald sind wir in Norwegen

Montag, 17. August 2015: Wir sind im Norden

Heute auf den Tag genau haben wir uns schon 6 1/2 Jahre richtig lieb. Ein schönes Gefühl! Zur “Feier des Tages” betreten wir heute Neuland (naja, zumindest ich) und treffen in Norwegen ein. Unser Tag beginnt aber auf See. In unserer Kabine haben wir bei der ruhigen See gut geschlafen. Die Sonne scheint durch unser Bullauge und nach einer Dusche genehmigen wir uns ein gutes Frühstück mit Blick aufs Wasser – herrlich. Danach packen wir unsere Sachen zusammen und gehen an Deck. Wir sind dem Land ganz nah und pünktlich um 10 Uhr legen wir in Oslo an. Beim Anlegen sitzen wir schon im Auto und warten darauf, dass wir bald aus dem Schiffsbauch herausfahren dürfen. Dann ist es endlich soweit. Die Rampe vor uns fährt zu uns hoch und wir können hinunter rollen. Schnell sind wir aus dem Hafen raus und auf der Strasse unterwegs. Nach ein paar Umwegen haben wir dann doch unser angepeiltes Parkhaus und unser Hotel gefunden. Von aussen sieht’s ganz schön schäbig aus :S Da wir unser Zimmer aber sowieso erst am Nachmittag beziehen können gehen wir direkt in die Stadt.

Wir schlendern durch die Strassen, besichtigen das Schloss und die Wachen, die davor exerzieren, den schönen Park, der dahinter liegt und machen uns auf die Suche nach einem guten Restaurant fürs Mittagessen. Bei Egon’s am Karl Johan Gate werden wir dann fündig. Dort bekommen wir richtig gute Hamburger und eine freundliche Bedienung. Gestärkt machen wir uns weiter auf den Weg und besichtigen noch Aker Brygge, ein kleines Szene-Viertel direkt am Fjord im Stadtteil Forgner. Hier gibt es viele touristische Restaurants und absolut futuristische Häuser, aber sonst auch nicht sooo viel zu sehen.

Wir sind etwas müde und machen uns auf den Rückweg zu unserem Hotel Børsparken. Gerne würden wir jetzt duschen, uns ausruhen und überlegen, wo wir heute zu Abend essen. Der Weg ist schnell gefunden und die Sachen aus dem Auto geholt. Beim Eintreten ins Hotel merken wir gleich, dass das hier nicht das ist, was wir uns vorgestellt haben – es hat irgendwie den Charme einer aufgepeppten Jugendherberge. An der Rezeption, die aussieht wie ein Kioskstand, bekommen wir den Schlüssel für unser Zimmer im dritten Stock. Angeblich bereits ein Upgrade zu unserer eigentlichen Zimmerkategorie. Über verschlungene Wege finden wir das Zimmer – und sind entsetzt. Der Teppichboden ist dreckig, das Bad gleich eher einem Schlachtraum (gekachelt von oben bis unten…) und wirklich gemütlich ist es auch nicht. Wir setzen uns erst mal hin und sind genervt. Und dann wird es noch schlimmer. Während wir dort sitzen bemerken wir plötzlich, dass der ganze Raum vibriert, wenn unten auf der Strasse ein Bus vorbei fährt. Mir reicht’s. Wütend stampfe ich zur Rezeption. Prompt bekommen wir ein anderes Zimmer im 8. Stock mit Blick auf Oper und nicht auf der Strassenseite. Dreckig ist es trotzdem. Aber jetzt müssen wir wohl eine Nacht damit klar kommen.

Am Abend machen wir uns auf den Weg zu Baltazar, einer kleinen Enoteca und grünen Oase mitten in der Stadt. Hier können wir quasi im Garten der Domkirche von Oslo in einem geschützten Biergarten sitzen und sind abgeschirmt vom Lärm der Stadt – richtig gemütlich. Da wir nicht so viel Hunger haben geniessen wir Salami/Käse Platte und Bruschetta al Pomodoro. Richtig lustig wird es noch, als plötzlich eine “Kapelle” auftaucht. Vier oder fünf südländisch wirkende Gestalten mit Streichbass, zwei Akkordeons und Triangel und ein Verstärker mit angeschlossener Autobatterie stellen sich vor die Gäste auf, drücken auf Play (ganz heimlich natürlich) und tun zur Musik vom Band, als würden sie auf ihren Instrumenten spielen. So gelangweilt wie die dort standen hätte sich die Musik allerdings nie so gut anhören können – trotzdem werfen erstaunlich viele Gäste Geld in den Hut des Triangelspielers, der zwischenzeitlich herumgeht und den Lohn einsammelt. Wir haben für dieses Schauspiel kein Geld locker gemacht, amüsieren uns aber um so mehr, als wir sehen, dass der Streichbass als Saiten eine gelbe Wäscheleine eingezogen hat – zum totlachen!

Unser Abend klingt gemütlich aus und mit Blick auf die futuristische Oper sinken wir bald in unsere Betten – morgen lassen wir die Stadt hinter uns und es geht zurück in die Natur.

Dienstag, 18. August 2015: Maurvangen – wir kommen!

Nach einem wirklich schlechten Frühstück in unserem Hotel packen wir unsere Sachen und machen uns auf den Weg nach Maurvangen. Der Weg aus der Stadt ist leicht zu finden – immer der “18” nach und auf den Landstrassen ist wenig Verkehr, so dass wir schnell voran kommen. Auch wenn es hier keine Autobahnen gibt und man fast überall nur 80 km/h fahren darf, kommt man wegen der gut ausgebauten Strassen und des geringen Verkehrs trotzdem schnell vom Fleck. Bei Sundvollen gehen wir das erste mal in einen norwegischen Supermarkt (Joker), um das Nötigste zu kaufen. Die Fahrt über das Hochplateau bei Jotunheimen ist genial und der Blick hinunter zum Jotunheimenveggen wirklich einmalig.

Am Zeltplatz in Maurvangen haben wir dann erst einmal ein paar Probleme, bevor wir einen geeigneten Platz für unser Zelt finden, alle schönen Ecken sind leider schon belegt. Aber nach einiger Zeit werden wir uns doch noch einig. Das Zelt ist schnell aufgebaut und vor dem Abendessen laufen wir noch eine Runde nach Gjendesheim. Dort legt das Schiff nach Memurubu an und wir wollen noch den Fahrplan für morgen checken.

Als wir wieder zurück am Zelt sind kochen wir erst mal, aber gemütlich ist es leider nicht. Die Mücken hier sind so aufdringlich, dass man aufpassen muss keine zu verschlucken, während man sich die Gabel in den Mund steckt und genau so aufdringlich stechen sie auch. Zudem wird es jetzt am Abend ziemlich schnell ziemlich kalt und nach dem Abspülen wissen wir nichts anderes, als noch eine Runde mit dem Auto zu fahren, da wir jetzt noch nicht direkt ins Zelt wollen. Unsere Fahrt führt uns wieder durch Jotunheimen nach Beitostølen. Als wir wieder zurück kommen verschwinden wir ziemlich schnell im Zelt *brrrrr* kalt! Irgendwie haben wir uns das alles ein wenig romantischer vorgestellt.

Mittwoch, 19. August 2015: Besseggen

Heute stehen wir früh auf, frühstücken in der Kälte und machen uns dann überhetzt (weil wir die Zeit vergessen haben) auf den Fussweg nach Gjendesheim (2km). Dort kommen wir genau richtig für das Schiff, welches uns nach Memurubu bringt, denn von dort startet die Wanderung über den Besseggen.

Abends kommen wir nach dieser schönen, aber langen Wanderung zurück und haben keine Lust, wieder in der Kälte zu essen und dabei von den Mücken zerstochen zu werden. Nach der Duschen fahren wir also nochmals nach Beitostølen, wo wir gestern eine Pizzeria gesehen haben. Bei Peppes Pizza sitzen wir in den letzten Sonnenstrahlen des Tages gemütlich auf der Terrasse und lassen den Tag noch einmal Revue passieren. Danach geht’s zurück zum Zeltplatz. Als wir vom Zähneputzen kommen packen plötzlich ca. 10 Polen (oder was auch immer) ihr Hab und Gut aus und fangen Abends um 21 Uhr an ihre Zelte aufzustellen. Natürlich keine 3 Meter von unserem Zelt weg, obwohl der Zeltplatz fast leer ist… Typisch. Zum Glück sind sie nicht all zu laut und wir können in Ruhe schlafen.

Donnerstag, 20. August 2015: Immer weiter

Als wir aus unserem Zelt kriechen sind die Polen schon wieder abgereist und wir haben unsere Ruhe. Nach dem Z’morge packen wir unsere sieben Sachen ins Auto und verlassen diesen dreckigen Campingplatz. Unsere Fahrt geht Richtung Norden. Wohin genau, das wissen wir noch nicht.

Nach einer guten Stunde Fahrt erreichen wir Lom. Hier halten wir an und besichtigen die eindrucksvolle Stabkirche (von aussen) und den schönen Friedhof drum herum. Hier gibt es nicht aufwändig bepflanzte Gräber, sondern nur ganz schlichte Grabsteine, oftmals aus Naturstein und davor steht ein Blümchen. Ein ganz schöner Platz hier. Wir geniessen die Ruhe und machen noch einen Spaziergang durch den kleinen Ort. Nach einem kurzen Einkauf geht die Fahrt dann weiter.

Die “15” führt uns am See Breiddalsvatnet im Breiddalen entlang. Am Ende des Sees geht rechts dir Strasse zum Geiranger Fjord ab. Wir jedoch halten uns leicht links und tauchen dann ein in einen langen Tunnel ein. Zwischendurch tauchen wir mal wieder kurz auf in einer skurrilen Bergwelt, nur um wenige hundert Meter darauf im nächsten schwarzen Loch zu verschwinden. Als wir wieder ans Tageslicht kommen führt uns eine kleine Passtrasse neben beeindruckenden Wasserfällen zum Strynevatnet See hinunter. Hier könnte man fast meinen man sei am Vierwaldstättersee: kurvige Strassen, die direkt am Wasser entlang führen. Übrigens, die Tunnel in Norwegen sind echt spannend: schlecht beleuchtet, man darf überholen und streckenweise sind sie auch so schmal, dass man bei einem entgegenkommenden Bus oder LKW schnell mal in erschreckende Nähe der Wand kommt.

Wir entschliessen hier unsere Mittagspause einzulegen und halten an einem Parkplatz wo wir es uns an einem Tisch mit Seeblick gemütlich machen. Kaum haben wir unser Essen ausgepackt fährt ein Reisebus auf den Rastplatz. Ich ahne Böses und sage noch zu Falko, dass wir gleich 50 Fotohungrige Touris um uns herum haben werden. Und so passiert es dann auch. Alle steigen aus – mit Kamera, iphone, ipad, Videokamera etc. bewaffnet schiessen sie munter drauf los. Aber damit nicht genug. Keine 2 Minuten später tritt noch ein Reisebus ein, und noch einer, und noch einer und zu guter letzt auch noch Nummero 5!!!!! Grob geschätzt stehen jetzt also innerhalb von 5 Minuten ca. 200 Leute mit Fotoapparaten um uns herum und lichten diesen bescheuerten See ab. Dass wir hier sitzen und eigentlich in Ruhe essen wollen interessiert hier niemanden mehr. Mit einem Puls von 280 und einer Wut im Bauch, die mehr Energie als ein ganzes Atomkraftwerk hat steigen wir ins Auto und können, nachdem der letzte Busfahrer seinen dicken Bus zur Seite fährt, mit dem er die Ausfahrt blockiert, endlich hier verschwinden. Warum trifft sowas immer uns? Natürlich gibt es ca. zehn weitere leere Parkplätze auf den nächsten 5 Kilometern am See entlang! :s

Wir fahren an vielen Campingplätzen vorbei, aber keiner ist so richtig schön Über Stryn und Loen fahren wir nach Olden. Wir sind schon etwas verzweifelt, als wir in Olden Richtung Jostedalsbreen abbiegen und das Tal dort hinter fahren. Das schmale Tal hat nur eine Hand voll Campingplätze und wir hoffen noch etwas zu finden für heute Nacht oder länger :S Der hinterste Campingplatz Melkevoll hat ganz gute 5***** Hütten, allerdings sind diese leider schon ausgebucht und so geht unsere Suche weiter. Wir fahren das Tal wieder zurück. Auf der Hälfte des Sees, gibt es noch den Oldevatn Camping. Hier bekommen wir noch eine schöne Hütte für eine Nacht, mit der wir mal zufrieden sind. Wir haben hier ein eigenes WC, aber keine Dusche in der Hütte. Die sanitären Anlagen lassen einen aber ausnahmsweise mal ohne schlechtes Gewissen duschen, alles ist sauber und funktioniert.

Den restlichen Nachmittag vertreiben wir uns in/vor der Hütte und auf dem See. Vom Camping kann man verschiedene Boote nutzen, was wir auch ausgiebig tun. Erst schnappen wir uns das gelbe Tretboot. Anfängerfehler: wir fahren erst Strom abwärts, was bedeutet, dass wir auf unserem Rückweg ganz schön strampeln müssen. Später will Falko Ruderboot fahren, da die Kanus immer noch unterwegs sind. Ich bin da eher skeptisch, aber mache mal mit. Natürlich kommen wir mit dem Ruderboot nicht zurecht und bieten den anderen Campern am Ufer ein herrliches Schauspiel Vor dem Abendessen sind dann doch noch die Kanus zurück. Wir schnappen uns eines und damit klappt es dann auch richtig gut. Ich paddle vorne und Falko gleicht hinten die Richtung aus und paddelt kräftig(er) mit Diesmal paddeln wir auch erst Strom aufwärts in den Sonnenuntergang hinein und freuen uns über die tolle Abendstimmung und die Ruhe auf dem See/Fluss. Auf dem Rückweg kommen wir zügig voran und auch das Anlegen am Ufer klappt ohne Probleme. Diesmal haben unsere Beobachter also nichts zu Lachen.

Nach unserem Bootsausflug kochen wir ein leckeres Abendessen und machen uns dann (mal wieder) auf die Suche nach einer neuen Unterkunft (via Internet). Unsere Wahl fällt auf Bud an der Atlantikküste.

Freitag, 21. August 2015: Ab ans Meer

Nach einer gemütlichen Nacht frühstücken wir und putzen unsere kleine Hytta. Die Fahrt wird lang und wir sind nicht gerade sehr früh dran. Nun müssen wir wieder nach Olden und über Loen zurück nach Stryn. Am Strynevatnet (Bus-Touristen-Disaster) geht’s wieder die kleine Passstrasse hinauf und durch die Tunnelwelt zurück ins Breiddalen. Hier biegen wir diesmal nach links in Richtung Geiranger ab. Die Strasse und die umliegende Bergwelt ist toll und wir freuen uns sehr über die tolle Landschaft – auch wenn wir sie gerade nur aus dem Auto geniessen können. In Geiranger machen wir einen kurzen Stopp, begutachten die Ausleger für die Kreuzfahrtschiffe. Leider ist gerade keines im Hafen oder im Anmarsch und so können wir uns die Riesen in diesem schmalen Fjord nur vorstellen. Auf der anderen Seite von Geiranger geht’s wieder den Berg hinauf. Die Strasse schlängelt sich immer weiter Richtung Norden. Auf der anderen Seite des kleinen Passes fällt die Landschaft sanft ab und die Strasse führt und über Eide bis nach Eisdalen, wo wir mit einer kleinen Autofähre nach Linge übersetzen. Hier geht’s durchs Valldal – das Erdbeertal. Überall wachsen hier Erdbeeren und werden auch an jeder Ecke verkauft. Aber auch in jeder anderen Ecke von Norwegen findet man zu dieser Jahreszeit Valldal-Erdbeeren, auf Norwegisch jordbæret. In Meiadalen gewinnen wir wieder an Höhe. Bei Trollstigen laufen wir auf dem Touristenweglein, der oberhalb der Passstrasse angelegt wurde, zu den Aussichtsplattformen und schauen hinunter auf die Strasse und den riesigen Wasserfall. Der ist mal wirklich beeindruckend.

Bei unserer Weiterfahrt fällt die Strasse wieder ab, bis wir das Meer erreichen. In Åndalsnes müssen wir um den Isjorden herum fahren, um nach Åfarnes zu kommen, von wo aus wir mit der nächsten Fähre übersetzen nach Sølsnes. Auf der “64” geht’s weiter Richtung Molde. Wir sind jetzt schon lange unterwegs und haben keine Lust mehr im Auto zu sitzen, aber das hilft alles nichts… püber die 663 und 664 führt unser Weg weiter nach Elnevsågen bis nach Bud.

Bud ist ein winziges Kaff direkt an der Atlantikküste mit weniger als 800 Einwohnern (also noch weniger als Oberiberg). Alles was es hier gibt ist der Campingplatz PlusCamp, zwei etwas heruntergekommene Supermärkte, eine Schule, eine Tankstelle und eine alte Befestigungsanlage, die zum Atlantikwall der deutschen Intelligenzbestien aus dem zweiten Weltkrieg gehört.

Auf dem Camping können wir direkt unsere Hütte beziehen, die wir für die nächsten drei Nächte gebucht haben. Die Hütte ist geräumig und sauber und wir sind froh, für die nächsten Tage erst mal unser Übernachtungsproblem gelöst zu haben. Vom grossen Koch-/Wohnbereich mit voll ausgestatteter Küche, Esstisch und Sofaecke haben wir Blick auf den Atlanktik – und sogar die Hurtigruten-Schiffe kommen hier vorbei Neben unserem Schlafzimmer gibt es noch ein weiteres kleines Schlafzimmer und ein richtiges, komplettes Badezimmer mit Waschbecken, WC und Dusche. Schön ist es hier!

Samstag, 22. August 2015: Fahrt ins Blaue

Für heute haben wir einen Ausflug geplant. Nach dem Frühstück fahren wir auf der Atlantikstrasse nach Kristiansund. Dabei überqueren wir eine total cool geschwungene Brücke und kurz vor Kristiansund fahren wir durch den Atlanterhavstunnel, der rund 5.8 km lang ist und am tiefsten Punkt 250m unterhalb der Meeresoberfläche liegt.

Kristiansund gefällt uns leider nicht besonders. Die Stadt ist nicht sehr schön und eher langweilig. Wir laufen ein wenig durch die Strassen und schauen den verschiedenen Booten im Hafen zu, bevor wir uns etwas später wieder auf den Rückweg machen.

Auf der Rückfahrt biegen wir kurz vor Farstad in einen kleinen Seitenweg ein, an dem ein Wanderwegschild steht. Mit Hilfe von Goolge Earth haben wir hier einen Weg ausgemacht, wo wir noch ein wenig wandern wollen. Der Parkplatz ist schnell gefunden und der Weg ist auch relativ eindeutig. Wir laufen also noch auf den Sjurvarden und geniessen von dort die tolle Aussicht aufs Meer.

Im Anschluss machen wir noch einen Halt beim coop market in Vevang und fahren dann heim. Nach einer erfrischenden Dusche gibt’s leckere Crêpes mit Apfelbrei und Zimtzucker Ein schöner Tag!

Sonntag, 23. August 2015: Mehr Meer…

Für heute haben wir uns ein Boot gemietet. Mit unserer gelben Nussschale schippern wir den ganzen Tag die Küste rauf und runter. Mehr Meer dazu gibt’s hier!

Montag, 24. August 2015: …mehr Ärger

Heute ist unser Zeit im PlusCamp Bud leider schon abgelaufen. Wir wollen Richtung Insel Runde für vorerst eine Nacht in eine andere Hytte wechseln und auf den Weg dorthin noch Ålesund besichtigen. Eine kleine Seestadt direkt am Atlantik. Nach dem Frühstück packen wir also unsere Sachen wieder in den Subi und los geht’s. Die Fahrt nach Ålesund ist nicht all zu lang und bei strahlendem Sonnenschein kommen wir dort an.

Dank unseres neuen Reiseführers, den wir uns in den letzten Tagen mal aufs kindle geladen haben, haben wir auch eine kleine Stadtkarte, um uns zurecht zu finden. Trotzdem laufen wir erst mal in die falsche Richtung, bevor wir dann doch noch Innenstadt und Hafen erreichen. Etwas ratlos laufen wir umher und beschliessen dann noch auf den Aksla, den Hausberg des Städtchens zu laufen. Genau 418 Stufen sind es bis dort hoch und man hat dann eine fantastische Aussicht. Damit man immer weiss, wie weit es noch bis oben ist steht auf jeder ca. 40sten Stufe die Anzahl, die man schon gelaufen ist – am Anfang etwas demotivierend, am Ende sehr erfreulich

Oben gibt es noch ein Restaurant und da gerade Mittagszeit ist holen wir uns etwas Kleines an der Theke und geniessen Sonne, Wärme und Aussicht von hier oben. Im Fjord unten sausen die Linien-Katamarane hin und her und ziehen die Wellen hinter sich, die die kleinen Sportboote als “Sprungschanzen” benutzen – immer und immer wieder kann man diesem Schauspiel zusehen. Irgendwann haben wir aber genug davon und machen uns an den Abstieg. In der Sonne ist es hier richtig heiss und wir sind froh, als wir unten im kühlen Schatten der Bäume ankommen. In einem kleinen Haushaltsgeschäft schnüffeln wir noch ein bisschen durch die Regale und finden ein schönes Geburtstagsgeschenk für Conny und einen neuen, tollen Coffee-to-Go Becher für mich

Nach einem Einkauf (natürlich mal wieder in einem Coop) geht’s dann Richtung Runde. Zwischendurch wartet wieder eine Fähre auf uns: Sulesund – Hareid, bevor wir dann auf der kleinen Insel Jensholmen, die auf dem Weg nach Runde liegt und mit dem Auto erreichbar ist, unsere Unterkunft erreichen – Camping Lanternen.

Schon bei der Einfahrt sieht es komisch aus und ich habe ein schlechtes Gefühl. Alles ein bisschen herunter gekommen :S Ich hole mir den Schlüssel an der Rezeption, die eher aus einem Fenster von einem Raum besteht, der als “Kiosk” dient und wir gehen erst mal in die Hütte. Als wir in die Hütte gehen ist die Sache für mich schnell klar – hier werde ich keine einzige Nacht verbringen. Wir sind ratlos und können nicht glauben, was hier für nicht gerade wenig Geld an den Mann gebracht werden soll. Alles ist alt, staubig und eklig. Das Schlafzimmer ist ein dunkles Loch und das Badezimmer wäre wohl besser ein leerer Raum geblieben… Einfach nur grausam.

Ich rufe in Flø auf dem Campingplatz an, den Falko noch von früher kennt und wir verabreden uns für in einer halben Stunde mit dem Besitzer vor Ort. Er hat noch Hütten frei und wir können 3, 4 oder 5 Nächte bleiben. Die Hütte ist solala. Besser als die vorherige, aber auch kein Heiligtum. Wir wollen jetzt aber einfach nur noch essen und uns ausruhen, schliesslich war es ein langer Tag und mittlerweile haben wir schon 20.30 Uhr. Während ich versuche saubere Töpfe fürs Abendessen zu finden kann Falko ein bisschen telefonieren. Meine Suche bleibt leider erfolglos und wir kochen im Campinggeschirr. Wenigstens funktioniert der Herd…

Die Hütte hat ein riesiges Panoramafenster und wir können einen wunderschönen Sonnenuntergang anschauen! Immerhin etwas

Wir sind beide müde, sauer und enttäuscht. So macht der Urlaub einfach keinen Spass und wir wollen unsere Nächte nicht mehr damit verbringen nach “hoffentlich” schönen Unterkünften zu suchen. Uns reicht es und wir beschliessen nach Hause zu fahren. Die Würfel sind gefallen. Nach dem Abendessen überlegen wir, wie wir das am besten machen: Fähre umbuchen, Unterkünfte für die Fahrt nach Larvik und weitere Urlaubsgestaltung. Nach ein paar Stunden haben wir aber noch nichts gefunden und keine Lust mehr und gehen erst mal ins Bett.

Dienstag, 25. August 2015: Ab in den Süden!

Nachdem wir gestern beschlossen haben, Norwegen früher als geplant zu verlassen, nehme ich die Reiseplanung in die Hand. Während Falko erst mal ausgiebig duscht, kann ich die Fähre umbuchen und finde auch noch eine tolle und extrem günstige Unterkunft in Geilo, auf halber Strecke bis nach Larvik. Beim Aufwachen kam mir der Ort Geilo in den Sinn und sofort google ich auf meinem Smartphone nach Unterkünften, die es dort gibt. Havsdalsgrenda ist quasi ein neues Feriendorf, wo im Winter zum Skifahren wohl mehr los ist als im Sommer und so gibt es auch noch freie Unterkünfte. Wir beschliessen dort eine kleine Ferienwohnung für eine Nacht zu mieten und dann weiter nach Larvik zu fahren, wo morgen Abend unsere Fähre ablegen wird.

Nachdem wir unsere Wäsche gewaschen haben und alles wieder im Auto verstaut ist geht’s also los. Ich bin traurig, da ich nicht mehr die Gelegenheit hatte, einen Ausflug auf die Insel Runde zu machen. Dabei hätte ich sooooo gerne die Papageientaucher gesehen, die dort in Massen nisten. Das sind ganz tolle bunte Vögel. Ich hoffe, dass ich noch einmal die Chance dazu bekomme.

Die Fahrt ist wirklich lange, GoogleMaps gibt dafür rund 400 km und eine Fahrtzeit von knapp 7 Stunden an. Also auf geht’s! Über Ulsteinvik, Eiksund und Kalvatn gelangen wir mal wieder nach Stryn. Von diesem Ort kommen wir anscheinend einfach nicht los – obwohl er nicht besonders aufregend ist Wieder fahren wir um den gezipfelten Fjord nach Olden. Diesmal biegen wir aber nicht zum Jostedalsbreen ab, sondern fahren weiter nach Utvik, Byrkjelo und Skei. Hier kommen wir an den nächsten Fjord, an dem wir entlang fahren. Weiter geht’s nach Bøyum und zum Dalavatnet. Über Sogndal gelangen wir bis nach Mannheller, wo die Fähre nach Fodnes übersetzt. Im Lærdal bieten wir dann in einen ca. 25 km langen, kerzengeraden Tunnel ab. Der Tunnel ist sehr dunkel und natürlich mit Gegenverkehr. Man darf hier 80 fahren und sogar überholen. Die Tunnelfahrweise in Norwegen unterscheidet sich zu der in der Schweiz also etwas Die 25 km sind in Abschnitte unterteilt und es gibt 3 grosse “Hallen” die man durchfährt. Dort ist jeweils ein riesiger Raum ausgeschlagen und hell beleuchtet mit blauen und orangenen bzw. grünen Lichtern und man hat fast das Gefühl man sei am Tageslicht, bevor man einige Sekunde später wieder ins dunkle Loch auf der anderen Seite eintaucht.

Irgendwann erreichen wir doch die andere Seite und kommen wieder zurück ans Tageslicht. In Aurland fahren wir Richtung Vassbygdevatnet See und durch Steine. Danach geht’s über eine Mini-Strasse in aufregenden Serpetinen und Kehrtunneln in die Höhe, bis wir anschliessend eine Hochebene erreichen. Weiter geht’s durch ein paar Tunnel, bis wir den Strandavatnet See erreichen. Ein wunderbar langgezogener See in dieser einsamen Hochebene. Hier würden wir gerne bleiben und bereuen es wieder, keinen Camper gemietet zu haben. Es hilft also alles nichts, die Schafe auf der Strasse müssen uns doch irgendwann Platz machen und die Fahrt geht weiter.

In Hagafoss ist unser Ziel schon greifbar nahe – hier biegen wir nach Geilo ab JUHUU Die letzten Kilometer fahren wir ohne Probleme und erreichen bald unseren Zielort. Hier biegen wir bald nach rechts ab, überqueren die Bahnlinie und fahren dann die kleine, aber gut ausgebaute Bergstrasse hinauf. Die Strasse windet sich an schönen, meist neuen Häusern den Berg, naja vielleicht eher Hügel, hinauf. Von der Umgebung sehen wir leider nicht all zu viel. Seit dem Nachmittag regnet es und alles ist nebelig und mit Wolken verhangen. Unsere Unterkunft ist aber nicht zu übersehen. Nachdem wir den grossen verlassenen Parkplatz (für die Skifahrer im Winter) überquert haben stehen wir vor einem grossen Tor – die Einfahrt zu Havsdalsgrenda.

Das Hauptgebäude liegt direkt vor uns. Da die Rezeption hier leider bereits um 16.30 Uhr schliesst hat man unseren Schlüssel in einer Schlüsselbox am Eingang deponiert. Dazu gibts noch einen “Fahrplan” für die Tiefgarage. In der riesigen Tiefgarage, die anscheinend das ganze Areal des Feriendorfes unterspannt finden wir schnell unseren Platz und den Ausgang zu unserem Appartement.

Als wir die Tür aufschliessen empfängt uns ein warmes Zuhause Der TV ist für uns eingeschaltet worden. Im Eingangsbereich sind SAUBERE Handtücher und frische Bettwäsche bereit gelegt und es gibt sogar einen Gaskamin. Wir packen aus, machen die Betten und kochen uns dann mit dem sauberen Geschirr hier ein leckeres Abendessen. Den Abend verbringen wir gemütlich auf Sofa und Sessel, es ist wohlig warm und seit langem mal wieder richtig gemütlich. Zwischen den Appartementhäusern bimmelt es immer wieder mal, da eine kleine Schafherde hier herumzieht und die Wiesenflächen zwischen den Gebäuden schön kurz hält – herrlich! Schade, dass wir hier nicht länger bleiben. Aber jetzt ist alles andere schon gebucht. Das Internet ist ganz gut und so beschliessen wir auch noch nach verschiedenen Unterkünften in Österreich zu schauen, was unser nächstes Ferienziel sein wird…

Später sinken wir im Obergeschoss in unsere frisch bezogenen Betten und schlafen endlich mal wieder richtig gut

Mittwoch, 26. August 2015: Fährfahrt – zum Zweiten!

In Havsdalsgrenda haben wir richtig gut geschlafen und sind mit einem herrlichen Sonnen-Wolken-Aufgang geweckt worden. Der Nebel hat sich etwas verzogen und beim Frühstück können wir ein wenig die umliegenden Hügel begutachten. Anschliessend wird gepackt und ein wenig geputzt, bevor wir unseren Weg aus der riesigen Tiefgarage zurück ans Tageslicht finden. Im Rezeptionsgebäude checke ich aus und kann mich noch ein wenig umsehen. Hier gibt es noch eine richtig schöne Sitzecke, einen Pool, Sauna und Dampfbad. Nicht schlecht – und das alles im Preis inbegriffen (750 NOK/Nacht!!!)

Für uns heisst es jetzt aber wieder: Zurück auf die Strasse. Heute geht die Fahrt bis Larvik, wo um 17.30 Uhr am Nachmittag unsere Fähre ablegen wird.

Nach Geilo fahren wir eine kleine Anhöhe hinauf. Hier ist die Landschaft ganz anders als bisher, ein wenig erinnert es an den Nationalpark im Engadin. Halbhohe Nadelbäume und wunderschöne Landschaftszüge. Wir geniessen die Fahrt, während wir den Skurdalsvegen entlang fahren. Ansonsten passiert auf dieser Fahrt nicht viel. Die Landschaft wird flacher und das Wetter schlechter, es regnet und stürmt mittlerweile.

Vor dem Boarding in Larvik machen wir noch einen kleinen Spaziergang am Hafen. Die Wellen sind schon recht hoch und das ein oder andere Mal müssen wir uns in Acht nehmen, nicht nass gespritzt zu werden. Den Rest der Wartezeit bis zum Boarding verbringen wir gelangweilt im Aufenthaltsgebäude. Hier gibt es nicht mal ein Café, was die Zeit noch länger macht… Falko macht sich sorgen wegen der hohen Wellen und des schlechten Wetters – naja, warten wir mal ab. Als unsere Fähre in den Hafen fährt gehen wir zurück zu unserem Auto und bald dürfen wir dann auch an Bord. Schnell finden wir unsere reservierten Sitzplätze und auch sonst findet man hier alles recht schnell. Das Schiff ist wesentlich kleiner als die Color Fantasy, dafür aber eben schneller

Falko ist ganz angespannt und mega nervös. Die Ansage des Kapitäns, dass es 3m hohe Wellen geben soll machen das nicht besser Ich bin nicht so nervös, sondern habe eher Hunger. Während Falko also angespannt am Platz bleibt und aus dem Fenster schaut mache ich mich auf die Suche nach etwas Essbarem. Erst mal gibt’s einen Hotdog und für Falko ein Körnerbrötchen Das Schiff schwankt mittlerweile doch merklich und bei meinem Besuch im Tax Free Shop (Norwegen-Schoggi für die Weiterfahrt) habe ich Mühe nicht auszusehen, als wäre ich total betrunken und am rumtorkeln Falko sitzt immer noch tapfer am Fenster, isst sein Brötchen und trinkt Tee.

Nach zwei Stunden wird die See dann ruhiger und um 21.15 Uhr kommen wir dann endlich in Hirtshals, Dänemark an. Wir haben uns in der Nähe in einem kleinen Dorf einen Unterkunft gebucht (Tannishus) – die leider auch wieder nur eine Absteige ist. Auch hier hat man uns den Schlüssel in der Schlüsselbox hinterlassen. Wir beziehen unser Quartier – alles ist irgendwie alt und abgewohnt und das Badezimmer hat auch schon bessere Tage (ohne Schimmel) gesehen. Das Geschirr ist mal wieder dreckig und die Campingkiste kommt wieder zum Einsatz.

Nach ein bisschen Recherche für Österreich gehen wir bald ins Bett und hoffen, dass die Nacht schnell vorbei ist. Morgen haben mir im Navigare in Buxtehude eine tolle und bekannte Unterkunft – so viel ist sicher

Donnerstag, 27. August 2015: Wieder mal Buxtehude

Heute startet die lange Fahrt durch Dänemark und Deutschland. Am Morgen trödeln wir deshalb nicht all zu lange herum und verlassen diesen nicht all zu schönen Ort schnell. Durch Dänemark kommen wir ganz gut voran, hier ist Tempolimit 130 km/h und alles läuft ordentlich auf den Strassen. In Deutschland ist es dann einfach mühsam. Drängler, Baustellen, notorische Linksfahrer – das macht alles keinen Spass.

Als wir in Buxtehude ankommen sind wir gereizt und müssen uns natürlich erst mal streiten :s Danach geht’s dann aber erst mal ins Navigare. Am Abend gehen wir im “Seabreeze” essen und geniessen den Abend so richtig. Perfektes Essen, ein sympathischer Kellner und ein guter Wein! Das einzige worauf wir uns im Anschluss noch freuen sind die samtweichen Betten

Freitag, 28. August 2015: Der ganz normale Wahnsinn…

Wieder einmal müssen wir mit dem Auto quer durch Deutschland. Das ist lang, anstrengend und macht keinen Spass. Unser Ziel heute ist Niefern, anschliessend geht’s weiter nach Lech am Arlberg.

Wenigstens haben wir im Navigare mal wieder richtig gut geschlafen und geniessen noch unser wahnsinnig tolles Frühstück dort, bevor es los geht. Wir sind den ganzen Tag unterwegs und erst irgendwann zwischen 17 und 18 Uhr in Niefern. Nach einer kurzen Verschnaufpause gehen wir mit Conny und Roland in einen (eigentlich) netten Biergarten, um dort zu Abend zu essen. Am Nachbartisch sitzen aber zwei Idioten mit ihren 4 Hunden, die tierisch nerven und dann fängt am anderen Tisch noch einer an mit seiner Quetsch-Kommode Schnulzen zu trällern. Schlimmer kann es fast nicht mehr werden – aber das sind wir ja schon gewohnt Nach einem viel zu freundlichen Hinweis an den Hundetisch und 3 Lieder später ist erst mal Ruhe und wir können uns unterhalten und zu Ende essen. Anschliessend geniessen wir dann die Ruhe im Wohnzimmer und lassen den Abend bei Wein ausklingen.

Samstag, 29. August 2015: …geht auch heute nochmal weiter

Nach einem gemeinsamen Frühstück geht’s – mal wieder – weiter. Die Fahrt nach Lech ist auch – mal wieder – nervig. Anstatt alles auf der Autobahn zu fahren, umfahren wir den offenbar notorischen Stau auf dem A7/A8 Teil um Ulm herum weiträumig via Landstrasse (Tipp von Roland und Conny) und packen uns beim Bäcker in Zwiefalten noch zwei leckere Kuchenstücke ein. Bei einer späteren Pause sind wir froh über diese süsse Aufmunterung

Nachdem wir in Oy wieder von der Autobahn müssen – wegen Stau vorm Grenztunnel – geht’s anschliessend nur noch auf der Landstrasse weiter. Um 16 Uhr kommen wir dann aber doch mal an und können auch bald darauf unsere Ferienwohnung beziehen. Die Wohnung im Hus Höreli ist toll, alles ist sauber, gepflegt und einfach schön.

Den Abend lassen wir mit einer zünftigen Brotzeit mit viiiiiel Extrawurst ausklingen. Vielleicht wird diese Woche besser, als die zwei vorangegangenen

Sonntag, 30. August 2015: Wösterspitze

Nach einer wunderbaren Nacht und einem gemütlichen Frühstück haben wir für heute eine Wanderung auf die Wösterspitze geplant. Alles weitere gibt’s im Wanderbeitrag zu dieser Tour.

Montag, 31. August 2015: Klettersteig Karhorn

Die Wanderlust hat uns gepackt – wir nutzen das schöne Wetter für eine Tour aufs Karhorn.

Dienstag, 01. September 2015: Rüfikopf

Den letzten richtigen Sommertag im Jahr wollen wir für die Wanderung auf den Rüfikopf nutzen. Nach dem Frühstück geht’s heute also wieder los in die Berge

Mittwoch, 02. September 2015: Regenwetter und spontane Ausfahrten

Heute hält der Herbst Einzug am Arlberg. Es regnet und gerade warm ist es auch nicht. Wir wollen eine kleine Wanderung am Spullersee machen. Da wir allerdings die Maut-Regeln der Österreicher nicht so ganz verstanden haben, müssen wir diese Aktion auf einen anderen Tag verlegen, denn mit dem Auto kommt man zwischen 8 und 16.30 Uhr gar nicht hier lang… Statt dessen entschliessen wir uns spontan zu einer Autorunde – hier drin ist es wenigstens schön warm und trocken

Über Zürs geht’s Richtung Klösterle und weiter nach Bludenz. Zwischendurch halten wir kurz in Langen am Arlberg am Bahnhof, um zu sehen, ob es einen günstigen Zug z. B. nach Innsbruck gibt – ist aber nicht so und deshalb geht’s mit dem Auto weiter. In Bludenz machen wir eine Pause, schlendern ein wenig durch die Gassen und holen uns dann leckere Leberkäsbrötchen zum Mittag. Über Damüls und Warth kommen wir wieder nach Lech, wo inzwischen auch die Sonne wieder scheint Am Nachmittag laufen wir noch ins Dorf und gönnen uns leckeren Kuchen im Café.

Regentage können auch mal schön sein

Donnerstag, 03. September 2015: Spullersee und Ravensbuerger Hütte

Weil heute wieder nicht so tolles Wetter ist, haben wir nur einen kleinen Ausflug geplant. Mehr dazu im Wanderbeitrag!

Freitag, 04. September 2015: Kriegerhorn

Auch heute sind wir trotz nicht perfektem Wetter wieder unterwegs. Wo genau könnt ihr hier nachlesen. Nach unserer schönen Wanderung geniessen wir eine heisse Dusche und einen gemütlichen Nachmittag

Samstag, 05. September 2015: Gemütlicher Ausklang

Heute ist unser letzter Tag hier in Lech. Das Wetter ist heute so richtig schlecht. Zum Wandern ist uns heute also nicht mehr zumute und so entscheiden wir uns für einen gemütlichen Spaziergang ums Dorf herum. Zudem können wir dabei den Läufern vom TransVorarlberg Triathlon zuschauen. Die Teilnehmer kommen vom Bodensee mit dem Rennvelo nach Lech, dort ist Wechsel und die letzten 12 km Laufstrecke geht’s in einer Doppelrunde um Lech herum. Bei den kühlen Temperaturen tun sie einem richtig leid, wie sie ganz verfroren hier mit den Rennvelos ankommen

Wir haben es gemütlich, gehen nochmal ins Café und geniessen es, einfach mal Nichts zu machen. Am Abend entschliessen wir noch in ein Restaurant essen zu gehen und verbringen noch einen schönen Abschluss im Pfefferkörndl bei gutem Essen und einem Glas Wein.

Sonntag, 06. September 2015: Wieder zu Hause

Heute ist es soweit – wir fahren wieder nach Hause. Nach mehr als 3 Wochen freuen wir uns auch wieder auf die eigenen 4 Wände. Auch wenn wir mit etwas gemischten Gefühlen aufgrund unserer “Nachbars-Situation” heim fahren, ist es schön wieder im eigenen Bett zu schlafen.

Die Woche in Lech war wirklich toll und hat unsere Sommerferien 2015 gerettet, nachdem wir in Norwegen einen eher schlechten Start hatten. Mittlerweile haben wir aber einige Schlüsse daraus gezogen und Überlegungen angestellt, wie wir es besser machen könnten. Norwegen ist für uns noch lange nicht abgehakt. Wir wollen wieder in den Norden fahren. Allerdings werden wir dabei einige Sachen anders machen und haben aus unseren Erfahrungen in diesen Tagen sicherlich vieles dazu gelernt.

Jetzt freuen wir uns erst mal (ein bisschen) auf den goldenen Wanderherbst und (noch viel mehr) auf den nahenden Winter, viel Schnee und hoffentlich viele tolle Skitouren

Möchtest du diese Story teilen?
Vorheriger Beitrag
Besseggen
Nächster Beitrag
Punt dal Gall – Munt la Schera

Ähnliche Stories

Menü