Besseggen

Nach einem kurzen (ungemütlichen) Frühstück um kurz nach 7 Uhr machen wir uns auf den Weg nach Gjendesheim. Vor lauter Ärger über den Zeltplatz Maurvangen und einem nicht vorhandenen Zeitgefühl verpassen wir fast unsere geplante Abmarschzeit und müssen etwas überhetzt aufbrechen.

Von der Anlegestellte in Gjendesheim, das wir nach einem rund 30-minütigen Fussmarsch erreichen, wollen wir mit einem kleinen Kursschiff nach Memurubu fahren. Das Boot ist gut besetzt und nach einer halben Stunde Fahrtzeit kommen wir um 10 Uhr in Memurubu an. Memurubu besteht eigentlich nur aus einer Wanderunterkunft des DNT (Norwegisches Pendant zum DAV oder SAC) neben dem Fluss Muru, der hier in den Gjendesee mündet, liegt aber sehr idyllisch mitten in den Norwegischen Bergen. Schnell sind die Rucksäcke geschultert und wir können direkt starten. Anfangs geht es erst mal einen Trampelpfad hinauf, die letzten Büsche und Bäume haben wir aber bald hinter uns gelassen und laufen dann im offenen Gelände. Nachdem wir den steilsten Teil hinter uns gelassen haben, geht es etwas gemütlicher weiter, mal leicht ansteigend, dann wieder absteigend und an einem kleinen See vorbei hinauf zu einem Vorgipfel.

Wir geniessen die Ausblicke in die Weite, die umliegende Landschaft und hinunter auf den Gjendesee. Nach einem kurzen Abstieg geht es dann zu einer der markantesten Stellen der ganzen Wanderung. Auf ca. 1400 m Höhe stehen wir auf dem schmalen Landstück zwischen den beiden Seen Bessvatnet und Gjende. Zum Bessvatnet sind es nur ein paar Meter hinunter, der See liegt auf 1373 Metern. Zur anderen Seite bricht das Gelände steil ab, denn der Gjendesee liegt auf nur 984 Metern.

Damit ist die Wanderung aber noch lange nicht geschafft. Vor uns liegt nun der Grat zum Besseggen hinauf. Der Weg wird steiler und kurz vor dem “Gipfel” brauche zumindest ich auch das ein oder andere Mal die Hände, um hier sicher voran zu kommen. Ein schönes Erlebnis – so eine leichter “Kletterei” mit der Aussicht auf die beiden Seen rechts und links von uns. Am liebsten würde ich hier noch viel länger bleiben und die tolle Aussicht geniessen.

Nachdem wir die Kletterpassagen hinter uns gelassen haben, liegt wieder der Wanderweg vor uns. Wie in einer Mondlandschaft sieht es hier oben aus: endlos zieht sich der Weg von Kuppe zu Kuppe, überall liegen mehr oder wenig runde Steine herum und immer wieder sind Geröllhaufen zusammengetragen. Das Wetter ist wirklich top, aber der Wind, der uns um die Nase weht, macht es dann doch etwas kühl und ich will meine Softshelljacke gar nicht mehr ausziehen. Am höchsten Punkt kauern wir uns hinter einem riesigen Steinhaufen zusammen und machen eine etwas längere Pause – Brote essen und Aussicht geniessen sind jetzt erst einmal angesagt.

Nach einigen weiteren sanften Kuppen beginnt dann irgendann doch noch der Abstieg hinunter nach Gjendesheim. Im Verlauf des Abstiegs wartet dann noch eine Überraschung auf uns: an einem Schneefeld kommen wir an einer Rentierherde vorbei. Anfangs sehen wir erst nur etwas sechs oder sieben Tiere. Als wir ein Stück weiter gehen, sehen wir jedoch, dass es eine richtig grosse Herde von bestimmt über 20 Tieren ist. Die Rentiere scheinen überhaupt keine Angst zu haben, es stehen nämlich noch einige andere Wanderer in unserer Nähe und machen Fotos. Teilweise bewegen sich die Tiere sogar in unsere Richtung. Nach ein paar Minuten wollen wir sie aber nicht weiter stören und folgen weiter dem Weg bis zurück nach Gjendesheim und zum Campingplatz.

Zur Belohnung für die lange Wanderung (und der Kälte und den vielen Mücken in Maurvangen geschuldet) fahren wir am Abend noch nach Beitostølen und gehen dort gemütlich bei Peppes Pizza essen.

Details zur Tour

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