Color Fantasy

ReiseUnterkünfte

Über das Schiff

Die Color Fantasy wurde im Jahr 2004 fertiggestellt und ist seitdem zusammen mit ihrem Schwesterschiff auf der Strecke Kiel-Oslo unterwegs. Das 224 m lange Schiff gilt als eines der grössten Fährschiffe weltweit und in der Tat muss man sagen, dass man sich an Bord weniger wie auf einer Fähre als mehr wie auf einem Kreuzfahrtschiff fühlt. Dazu tragen neben der schieren Grösse (wir brauchten bei der Anreise nach Kiel kurz nach der Autobahn keinen Atlas mehr, es genügte, sich einfach in Richtung des alles überragenden Schiffes zu halten, welches nicht zu übersehen war) auch die Atmosphäre an Bord bei, ebenso wie die grosse Passage mitten im Schiff. Hier führt auf einer Höhe von drei oder vier Stockwerken eine Promenade entlang, wo es neben diversen Restaurants und Bars auch verschiedenste Geschäfte und Informationsstände gibt.

60 m Höhe sind wirklich beeindruckend – aber irgendwo wollen insgesamt 15 Decks natürlich auch untergebracht sein. Man muss aber sagen, dass das ganze Schiff recht übersichtlich ist: es gibt insgesamt zwei grosse Treppenhäuser (natürlich auch eine grosse Anzahl Lifte) vorne und hinten im Schiff, wo man aufgrund der grossen Panoramaverglasung auch eine schöne Aussicht auf das Meer geniessen kann. Die Kabinen und alle anderen Einrichtungen sind gut markiert und überall finden sich Zeichnungen über das gesamte Schiff, wo alles erläutert ist.

Zentrale Einrichtung im Heck ist das grosse À-la-Carte-Restaurant, wo man aus der über drei oder vier Stockwerke hohen  vollverglasten Rückseite des Schiffes eine herrliche Aussicht auf die See hat. Hier gibt es auch noch eine Bar und auf den oberen Innenseiten Kabinenfenster von Innenkabinen mit Promenadenfenster.

Kabinen

Es gibt an Bord eine Vielzahl unterschiedlichster Kabinen – das reicht von vier Luxuskabinen am Bug mit Frontaussicht bis hin zu recht kleinen Innenkabinen ohne Fenster. Wir hatten bei unserer Überfahrt im August 2015 eine ****-Aussenkabine gebucht. Diese haben einen angenehmen Grundriss, ein kleines Badezimmer mit Waschbecken, Dusche und WC befindet sich darin ebenso wie ein Schrank, TV, Minibar, Safe und eine kleine Sitzgruppe am grossen Panorama-Bullauge. Bullauge heisst in diesem Fall aber nicht nur ein Guckloch, sondern ein Fenster mit rund einem Meter Durchmesser – für gute Sicht ist also gesorgt. Die Kabinen sind natürlich alle klimatisiert, die Temperatur ist aber regelbar und dadurch immer in einem angenehmen Rahmen.

Von der Geräuschkulisse her merkt man überhaupt nichts – abgesehen von einem leisen Rauschen der Klimaanlage (was absolut nicht störend war) muss man schon aus dem Fenster schauen, um überhaupt zu bemerken, dass man auf einem Schiff ist. Je nach Seegang zumindest …

Bei dieser Kabinenkategorie ist das Frühstück im Preis inbegriffen und wird am Morgen im À-la-Carte-Restaurant im Heck des Schiffes serviert. Speziell auf der Hinfahrt ist das ziemlich cool, weil man sich da bereits im Oslofjord befindet und eine schöne Aussicht auf die Ufer hat.

Für das Abendessen kann man entweder in einem der teureren Restaurants reservieren (das geht entweder schon online oder per Telefon vor der Abreise oder bis 15.30 Uhr an Bord) oder man besucht eines der Restaurants in der Promenade. Wir haben uns für die Pizzeria entschieden, wo man typische italienische Gerichte findet, die auch sehr gut schmecken.

Skagerak und Kattegat

Wir hatten auf unserer Überfahrt keinen spürbaren Wellengang, trotz starkem Wind mit 5-6 Bt und Wellengang bis 2 Meter. Das mag auf der einen Seite daran liegen, dass ein solcher Riesenpott wahrscheinlich nicht so schnell aus der Ruhe zu bringen ist, andererseits haben alle Color Line Schiffe sogenannte Stabilisatoren eingebaut, die die Schiffe vor allem gegen das Aufschaukeln stabilisieren. Trotz aller Befürchtungen, es könnte eine unruhige Nacht werden, haben wir eigentlich sehr gut geschlafen und es war wirklich absolut nichts zu spüren (und ich habe das wirklich sehr genau im Auge behalten anhand diverser Fenster- und Horizontlinien … ). Trotzdem muss man sagen, dass speziell der Skagerak als turbulentes Gewässer bekannt ist und häufig mit starkem Wind oder sogar Sturm gerechnet werden muss. Auf der Rückfahrt sah das Ganze dann auf der SuperSpeed 2 von Color Line schon anders aus und bei einem Wellengang von mehr als drei Metern und Sturm gerät die Fuhre dann doch in Bewegung. Wie man darauf reagiert muss jeder selber wissen, es ist aber sicherlich gut zu wissen, dass der Skagerak auch andere Seiten aufziehen kann.

Die Strecke

Von Kiel aus geht es erst einmal durch die Kieler Förde auf die Ostsee hinaus. Ab hier fährt das Schiff, oftmals in Sichtweite zur dänischen und schwedischen Küste, durch die vielen Inselgruppen im Kattegat hindurch. Höhepunkt ist sicherlich die am späten Abend erreichte riesige Autobrücke Storebæltsbroen, die die dänischen Inseln in Richtung Kopenhagen miteinander verbindet und unter der man hindurch fährt. Wenn man bedenkt, dass das Schiff 60 m hoch ist und bei der Durchfahrt doch noch einiges an Platz ist, kann man ungefähr erahnen, wie hoch die Brücke sein muss.

Später geht es dann immer knapp in Sichtweite der schwedischen Küste entlang durch den Skagerak, das passiert dann aber in der Nacht und man bekommt davon (hoffentlich) nichts mit. Morgens nach dem Aufwachen ist man dann bereits am Beginn des Oslofjords und erreicht gegen 10 Uhr nach 20 Stunden Fahrzeit den Hafen von Oslo.

Empfehlung

Wir können diese Art der Überfahrt nur empfehlen – man spart sich immerhin rund 400 km Fahrt durch Dänemark, was in Anbetracht der Gesamtfahrstrecke (speziell aus der Schweiz) doch eine angenehme Einsparung ist. Und die Fahrt ist doch auch ein Erlebnis, welches man nicht jeden Tag hat. Der Service und Komfort an Bord ist sehr gut und es wird einem auf der Fahrt auch nicht langweilig – selbst Casino und diverse Show-Aufführungen werden je nach Lust und Laune geboten. Im Spa-Bereich könnte man sich auch in diversen Pools, Saunen und Rutschen die Zeit vertreiben und auch der grosse Aussenbereich lädt je nach Windstärke zum Verweilen ein. Hier sei übrigens noch ganz besonders der hintere Teil des Schiffes empfohlen – im Bereich des Schornsteins (der woanders von der Grösse her auch als kleines Einfamilienhaus durchgehen könnte) hört man den wirklich hammergeilen Sound extrem gut (und auch ziemlich laut) – das Bollern von mehr als 42.000 PS war zumindest für mich schon ein eigenes Erlebnis.

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