Warther Horn und Karhorn

Am Morgen nehmen wir (fast) direkt vor unserer Ferien-Haustüre den Landbus und fahren damit nach Warth. Von dort geht es mit dem Steffisalp-Bahn einige Höhenmeter hinauf und anschliessend zu Fuss weiter. Der Wanderweg vom Sessellift führt uns erst ein Stück unterhalb des Warther Horns vorbei, bevor ein Abzweig in dessen Richtung abzweigt.

Mit Blick auf den bevorstehenden Klettersteig laufen wir in den kleinen Sattel zwischen Warther Horn und Karhorn. Bevor wir allerdings den Klettersteig in Angriff nehmen, steigen wir noch auf’s Warther Horn hinauf. Die paar Höhenmeter sind schnell geschafft und am Gipfelkreuz erwartet uns ein toller Ausblick in die umliegende Bergwelt. Hier halten wir uns allerdings nicht lange auf, steigen das kurze Stück zurück in den Sattel und legen unsere Ausrüstung an: Gurt, Klettersteigset und Helm, dann geht’s auch schon los.

Der Einstieg ist etwas happig und ich muss ordentlich zugreifen, um über den ersten Block drüber zu kommen. Dann wird es allerdings einfacher und es macht richtig Spass. Der Steig ist an den meisten Stellen gut gesichert und wir kommen gut voran. Es gibt viel Tritte im Fels, aber wo nötig sind auch Stifte oder Trittbügel angebracht. So klettern wir uns unserem Gipfel entgegen und geniessen immer wieder die schöne Aussicht und die schattigen Plätze während des Kletterns.

Auf 2416 m ü. M. erreichen wir dann den Gipfel. Von hier könnte man direkt absteigen, oder auf der 2009 fertig gestellten Verlängerung auf den anschliessenden Grat weiter klettern. Der zweite Teil soll etwas schwieriger sein, da es bisher aber so gut lief, entschliessen wir weiter zu klettern. Nach einer Mittagspause geht es also wieder los. Nach einigen Minuten Kletterei kommen wir allerdings an eine richtig blöde Stelle. Zwei Meter sind mit einer Seilbrücke überspannt. Ich bin zu klein, um dort vernünftig einzusteigen bzw. auf der anderen Seite wieder heraus zu kommen und zudem hab ich wirklich Angst. Die Tiefblicke sind nicht gerade beruhigend und das Festhalten zehrt an meinen Kräften. Falko kann mir hier leider auch nicht wirklich helfen. Nach dem dritten Anlauf und sehr gereizter Stimmung habe ich auch keine Lust mehr und wir müssen – schwer genervt – wieder umkehren. Zurück am Gipfelkreuz legen wir unsere Ausrüstung ab und gehen den Fussweg ins Tal an.

Der ist allerdings auch nicht gerade ein Zuckerschlecken. Überall ist loses Geröll und steile Tritte, man muss höllisch aufpassen dort nicht abzurutschen oder einfach kopfüber einen Abflug zu machen. Teilweise habe ich das Gefühl, hier nie runter zu kommen, weil ich so langsam vorwärts komme. Irgendwann erreichen wir dann aber doch noch einfacheres Gelände. Auf dem Wanderweg angekommen laufen wir weiter Richtung Auenfeldsattel und entscheiden uns dann für einen (nicht mehr ganz aktuellen) Wanderweg durch den Gaisbachtobel. Zuerst sieht es wirklich so aus, als würde es diesen Wanderweg nicht mehr geben. Der “Weg” besteht nur aus 50cm tiefen Kuhtritten und unwegsamen Gelände – bis wir irgendwann auf eine Fahrstrasse treffen.

Die (Kompass-)Karten hier sind ziemlich ungenau und wir können deshalb immer nur ungefähr erahnen, wo wir uns gerade befinden. Aber wir laufen Richtung Tal und irgendwo müssen wir ja raus kommen, von daher sind wir zuversichtlich. Die Orientierung mit Hilfe einer Materialseilbahn, die wir entdecken macht es dann zum Glück wieder etwas einfacher und wir sind uns sicher, auf dem richtigen Weg zu sein.

Kurz vor dem Ziel mündet unsere Fahrstrasse auf die Strasse, die nach Oberlech führt. Hier müssen wir nur noch wenige Meter ins Tal laufen und kommen genau wieder an der Bushaltestelle heraus, an der unsere Tour am Morgen begonnen hat.

Am Abend belohnen wir uns mit selbst gebackener Pizza. Der Wein, den wir dazu gekauft haben war leider ein Griff ins Klo und so bleiben wir auch diesen Abend nüchtern.

Details zur Tour

,
Vorheriger Beitrag
Via ferrata del Diavolo
Nächster Beitrag
Südliche Wösterspitze

Gimpelhaus

Das Gimpelhaus ist ein stark frequentiertes Berggasthaus in sonniger Lage oberhalb von Nesselwängle im Tannheimer Tal und Ausgangspunkt für verschiedenste Bergsportaktivitäten.

Weiterlesen

Friedberger Klettersteig

Nach einer entspannten Nacht im Gimpel Haus wandern wir über die Rote Flüh zum Friedberger Klettersteig. Auf dem Schartschrofen angekommen führt uns der Wanderweg zurück nach Nesselwängle.

Weiterlesen
Menü