Via ferrata del Diavolo

Der Klettersteig in Andermatt, die Via ferrata del Diavolo steht schon lange auf unserer Liste von Touren, die wir einmal machen wollen. Heute ist es nun soweit. Nach unserem gemütlichen Frühstück mit frischen Brötchen und Gipfeli vom Bäcker packen wir ein paar Brote, Klettersteigsets und Helme ein und machen uns auf den Weg nach Andermatt.

Hinterm Bahnhof kann man im Sommer kostenlos parken und von hier aus geht’s zu Fuss weiter. Der Strasse entlang, über den Urnerloch Strassentunnel und durch einen Treppenschacht kommen wir zur Teufelsbrücke. Hier müssen wir nur noch die Strasse überqueren, dann können wir unsere Ausrüstung schon anlegen. Neben uns sind heute noch einige andere auf die gleiche Idee gekommen und es ist schon einiges los am Einstieg.

Wir trödeln nicht lange rum und machen uns an den Start. Eine etwas grössere Gruppe ist vor uns, aber nach und nach können wir einen um den anderen an günstigen Stellen überholen und so kommen wir gut aneinander vorbei. Nach den ersten Höhenmetern ist von den kühlen Temperaturen vom Anmarsch nichts mehr zu spüren. Uns wird gleich wohlig warm und wir kommen zügig voran. Der Klettersteig ist technisch nicht besonders schwierig und mit Eisentritten und Stiften übermässig bestückt. Da aber hier anscheinend noch viele Eltern mit ihren Kindern herkommen, macht das sicherlich auch Sinn. Heute ist es eher feucht, die Tritte zwischen den einzelnen Abschnitten sind matschig und rutschig und der Fels wird an mehreren Stellen von Wasser überlaufen. So sind wir heute auch froh über die zahlreichen Tritte und Stifte, die hier zum Festhalten und Treten zur Verfügung stehen.

An einer kleinen Bank vor dem letzten Drittel des Klettersteiges machen wir eine kurze Trinkpause, bevor es weitergeht. Zwischendurch sind von den Erbauern des Steigs noch einige lustige Besonderheiten eingebaut worden. Erst kommt man zu einem Wasserhahn, der in die Wand geklebt ist und etwas später noch zu einem Zapfhahn mit Original Eichhorn Schild. Vielleicht ein Hinweis auf die Beiz, die beim Nätschen darauf wartet besucht zu werden.

Wir steigen weiter und erreichen so bald in der Sonne den Ausstieg des Klettersteigs, der mit einer Fahne gekennzeichnet ist. Von hier laufen wir noch ein paar Meter bergauf und machen dann auf einem gemütlichen Block in einer Geröllhalde erst einmal Mittagspause, essen Brote und geniessen die Aussicht auf Andermatt, den Gemsstock und all die anderen Berge. Anschliessend geht’s weiter. Da wir es heute gemütlich angehen entschliessen wir uns, zum Nätschen zu laufen und von dort mit der Matterhorn-Gotthard-Bahn ins Tal zu fahren.

Als wir an der Haltestation ankommen ist der Zug natürlich gerade abgefahren und wir müssen eine knappe Stunde auf den nächsten Zug warten. Aber selbst das kann uns heute nicht dazu bringen noch ins Tal zu laufen. Wir peilen die nächste Bank an und lümmeln uns gemütlichst hin. Wieder geniessen wir die Aussicht und lassen unsere Gedanken schweifen.

Oberhalb von uns sind zwei junge Burschen gerade daran die nächste Weide für die Mutterkuhherde, die weiter hinten weidet, abzustecken. Natürlich haben sie auch einen Hund dabei. Als sie sich mit ihrer Absteck-Aktion immer weiter zur aktuellen Weide bewegen (und der Hund dort natürlich auch immer herumschwänzelt), werden die Kühe anscheinend nervös. Die Leitkuh fängt an zu muhen und der Rest kommt hinterher. Immer mehr Kühe kommen über den Hügel und rennen in das kleine Tälchen in Richtung von Burschen und Hund. Vor der Abzäunung bleiben sie anscheinend stehen und weiter passiert erst mal nichts. Ein ungutes Gefühl hinterlässt das bei uns beiden aber schon, denn wild gewordene Mutterkühe in nur 50 Meter Entfernung sind kein Spass mehr. Wir sind froh, als ein paar Minuten darauf unser Zug eintrifft und wir von diesen “Monstern” weg kommen.

Ein schöner, gemütlicher Tag mit nachdenklichem Ende.

Details zur Tour

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Guspislücke

Nach einem kurzen Ausflug zur Guspislücke mit Steph geht es durch das Voralptal wieder retour nach Andermatt und wir fügen noch ein paar Übungsrunden auf der Piste hinzu.

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