Fronalpstock

#storyHike'n'Trail

Es scheint mal wieder die Sonne, also gehen wir mal wieder wandern.

Heute fahren wir von der Sonne in Oberiberg über die Ibergeregg und Illgau in den Nebel, und zwar ins Muothatal zur Stoosbahn. Die alte Standseilbahn bringt uns in wenigen Minuten hinauf nach Stoos und somit zurück an die Sonne. Von dem Skiort auf der kleinen Hochebene auf 1272 m ü. M. starten wir unsere Wandertour.

Zuerst geht’s durchs „Dorf“ zum Teufböni, wo wir an einem kleinen See und Moorgebiet vorbei kommen. Dann tauchen wir ein ins Frontal. Das holprige Alpsträsschen schlängelt sich das immer noch im Schatten liegende Tal entlang. Obwohl wir keine Sonne haben, ist uns nach den ersten Minuten aber schon nicht mehr kalt. Es bläst ein rechter Föhn und die Luft ist unangenehm warm. Bei der Alp der Oberen Frontalhütte geht das Strässchen in einen Wanderweg über und zieht sich im Zickzack hinauf zum Furggeli, dem Sattel zwischen Fronalpstock und Huser Stock.

Im Sattel auf 1732 m bläst uns der Wind dann so richtig um die Ohren und wir ziehen schnell unsere Softshell-Jacken drüber. Nach einer kurzen Apfelpause machen wir uns an die letzten Meter unseres Aufstiegs. Wir kämpfen uns gegen den starken Wind bergauf und müssen schon fast aufpassen, dass es uns nicht umweht, so stark sind hier die Windböen. Oben wird es dann ein klein wenig besser. Immer am Grat entlang führt der gut ausgebaute Weg über leicht ansteigende Wiesen bis zum Gipfel. Hier erwartet uns die Bergstation des Sessellifts und das grosse Gipfelrestaurant. Beides interessiert uns aber nicht. Wir geniessen die Aussicht auf die umliegende Bergwelt und unsere Brote. Das Panorama von hier oben ist wirklich traumhaft. Unten liegt die geschlossene, schneeweisse Nebeldecke und oben drüber strahlt die Sonne und die Berggipfel strecken sich in den blauen Himmel. Nachdem wir diese Aussicht genug in uns aufgesogen haben, machen wir uns an den Abstieg.

Diesmal geht’s über die Fronalp hinunter. Ein gut ausgezeichneter Wanderweg führt über die Wiesen und Weiden bergab, bringt uns ums Charenstöckli herum weiter Richtung Tal und an der Zwischenstation der Sessellifte vorbei. Immer wieder freuen wir uns über die tolle Aussicht und das unter uns liegende Nebelmeer. Herrlich ist es hier oben. Jetzt sind es nur noch ein paar Minuten, bis wir wieder in Stoos sind. Auch zur Bergstation der Standseilbahn sind wir schnell gelaufen, die uns ein paar Minuten später wieder ins Tal bringt. Bei der Talfahrt sind wir um ca. 14 Uhr die einzigen Gäste, alle anderen fahren erst nach oben oder geniessen weiterhin die Sonne auf der Hochebene. Da Oberiberg jedoch über der Nebelgrenze liegt können wir beruhigt nach Hause fahren, ohne einen Sonnenstrahl zu verpassen – abgesehen davon, dass wir diesen Leuchtkörper langsam ohnehin etwas leid sind.

Auf dem Rückweg über die Ibergeregg ist richtig viel los. Auch hier tummeln sich die Sonnenhungrigen nur so. Und prompt ist es passiert – vor uns will jemand in eine Parklücke fahren an der er schon halb vorbei ist, er fährt rückwärts, wir können nicht, da hinter uns ein Töfffahrer steht und schon hängt Fahrradträger an Nummernschild … Zum Glück ist nicht viel passiert. Trotzdem tauschen wir mal Adressen aus und um einen kurzen Besuch in der Garage kommen wir wohl nicht herum – aber egal, schön war der Tag trotzdem, auch mit Beule im Nummernschild.

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