Ibergeregg und Seebli

Velo

Nach den verregneten Tagen der letzten Wochen (wo zwar auch immer mal wieder Rennvelo-Touren anstanden, meistens endeten die allerdings klatschnass …) nutze ich heute das schöne Wetter für eine kleine Fahrt mit dem Rennvelo in der Mittagspause. Ich mache mich auf den altbekannten Weg hinauf zur Ibergeregg. Es geht die kurze Abfahrt in Oberiberg hinunter, bevor der eigentliche Anstieg in der prallen Sonne beginnt. Heute ist praktischerweise auch nicht so viel los (gerade was die Töff-Fahrer anbelangt) und so habe ich meistens meine Ruhe beim Hinauffahren der Passstrasse. Die erste, bissige Steigung direkt am Ortsausgang bringe ich möglichst schnell hinter mich, bevor es dann wieder etwas weniger steil in den schattenspendenden Wald hinein geht.

An einer kleinen Baustellenampel habe ich Glück, sie schaltet in dem Moment auf Grün und so kann ich direkt weiterfahren. Ich komme am “Wandli” vorbei, wo man im Winter die kurze Skitour auf’s Laucherenstöckli starten kann, bevor es in die letzten Kurven und wieder etwas steiler hinauf geht zur Passhöhe auf 1406 m Höhe.

Hier mache ich nur eine kleine Pause (es ist ja von Oberiberg nicht wirklich weit hier hinauf, in einer knappen halben Stunde ist man schon oben) und dann mache ich mich auf den Weg in die Abfahrt. Kurz vor dem Ortseingang von Oberiberg fälle ich kurzentschlossen die Entscheidung, noch einen Anstieg dranzuhängen und biege im Weid rechts ab auf die winzige Strasse, die hinauf zum Seebli führt. Ich fahre die eigentlich nicht besonders gerne, vor allem nicht mit dem Rennvelo, denn sie ist einfach sacksteil. Nicht besonders lang, aber mit einer Durchschnittssteigung von über 12 Promille im Hauptanstieg durchaus eine Ansage – vor allem mit meiner Rennrad-Übersetzung von maximal 39-26 (also vorne auf dem kleinen Blatt 39 Zähne, hinten auf dem grössten 26).

Es geht dann auch direkt zackig los und am Anfang auch noch in der vollen Sonne. Ich kämpfe mich an einigen Alpwiesen vorbei, wo alle Bauern heute (und morgen wahrscheinlich auch noch) kräftigst am heuen sind – am Freitag wird das Wetter dann schon wieder schlechter und nach den langen Regenfällen müssen sie irgendwann ihr Heu mal ins Trockene bringen.

Ich habe mittlerweile den Waldanfang erreicht, wo die Strasse nun auf guten eineinhalb Kilometern über 200 Hm ansteigt. Das bedeutet für mich dann eine Geschwindigkeit von 6-7 km/h – nicht wirklich berauschend, aber schneller geht das bei dieser Wand einfach nicht mehr. Es gibt nur drei Kehren auf diesem Strässchen und das einzige “Gute” ist, dass man nicht hinter der nächsten kleinen Kurve darauf hoffen/warten muss, dass es flacher wird – es wird nämlich einfach nicht flacher. Erst ganz am Ende flacht die Strasse auf eine “normale” Steigung ab – das erscheint mir dann fast schon angenehm im Vergleich zu dem Geacker gerade eben. Gestern bin ich das noch zu Fuss hoch gejoggt, weil es geregnet hatte und ich muss sagen, dass das definitiv noch angenehmer als mit dem Rennvelo ist.

Mittlerweile habe ich meinen “Gipfel” erreicht und drehe eine kleine Runde auf dem Parkplatz vom Seebli, von wo aus ich auch einen schönen Blick ins Hoch-Ybrig habe. Danach geht’s in die Abfahrt, die mir insgesamt mehr Sorgen als der Anstieg macht. Rennvelo-Bremsen bremsen gut, allerdings ist der Berg hier so steil, dass ich wirklich permanent bremsen muss. Das wird dann so ein “melken”, also immer für ein paar Sekunden die Vorderradbremse, dann für ein paar Sekunden die Hinterradbremse, wobei ich mit der alleine trotzdem nicht mal die Geschwindigkeit halten kann, sondern immer leicht schneller werden. Dementsprechend mache ich auch nach einem Drittel der Abfahrt einfach mal einen Stopp und gönne den brandheissen Felgen und Bremsgummis eine kleine Abkühlung. Das gleiche mache ich dann nochmals am Ende des steilsten Stückes, bevor es dann weniger steil durch die Wiesen weiter runter geht, wo man es auch mal ein paar Meter einfach rollen lassen kann (und sich die Felgen dadurch dann selber wieder abkühlen können).

Kurz darauf erreiche ich nun wieder die Strasse, die links zur Ibergeregg führt und rechts nach Oberiberg hinein. Ich biege rechts ab und erreiche kurz darauf nach der kleinen, unangenehmen Gegensteigung beim Volg wieder unser Haus.

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