Schwyz, Zug, Ägeri und Biberbrugg

#storyVelo

Endlich ist es mal wieder warm und es soll ausnahmsweise an zwei aufeinander folgenden Tage weder regnen, noch gewittern. Nein, es soll aber richtig, richtig heiss werden. Über 30 °C sind angesagt. Aber trotzdem will ich endlich mal wieder mit dem Velo zur Arbeit und auch wieder zurück fahren. Allerdings teile ich mir das auf zwei Tage auf (was ein bisschen an Organisation verlangt).

Tag 1: Schwyz – Zug

Heute starte ich um 5.20 Uhr in Oberiberg mit dem Auto. Das Velo liegt irgendwie zusammengequetsch im Fiat (ja, es passt sogar rein, ohne das Vorderrad ausbauen zu müssen ) und die Fahrt kann losgehen. Über die Ibergeregg geht’s runter nach Schwyz, wo ich mein Auto am Bahnhof abstelle. Schnell einen Parkschein geholt (5 CHF für 24 Stunden – ist ja mal richtig günstig) und dann fahre ich auch schon los. Der Bahnhof von Schwyz liegt ja eigentlich gar nicht in Schwyz, sondern in Seewen, einer Ortschaft innerhalb der Gemeinde Schwyz. Naja, jedenfalls beginnt hier meine Fahrt. Über einen Kreisverkehr fahren ich unterhalb der Autobahn durch und gelange auf einen Fahrradweg/kleine Strasse Richtung Arth. Der Weg führt an der Autobahn entlang und überquert diese beim Buchenhof, wo auch ein kleiner Campingplatz am Lauerzersee ist. Auf der anderen Seite der Autobahn geht es dann mal ein wenig bergauf, bis man kurz vor Goldau den Abzweig erreicht, der rechts nach Steinerberg führt. Ich halte mich aber links und fahre durch Goldau hinunter nach Oberarth und weiter bis Arth, direkt an den Zugersee. Rechter Hand vom See führt mich die Zugerstrasse wohl wohin? Natürlich Richtung Zug. Mit einer schönen Aussicht über den stillen See im Morgenlicht strampel ich mich die Strasse entlang. Ab Walchwil ist dann langsam mehr Verkehr, aber viele Teile darf man hier als Velofahrer auf dem breiten Fussgängerweg fahren – das macht die kurvige Strasse etwas ungefährlicher. Weiter geht’s nach Oberwil, bis ich kurz darauf dann schon die Altstadt von Zug erreiche. Hier ist nun Aufmerksamkeit gefragt. Im Berufsverkehr sind Velofahrer nicht sooo beliebt… Aber über Bundesplatz, Alpenstrasse, Pilatusstrasse und Gotthardstrasse (gibt es noch eine Stadt in der Schweiz mit mehr geografischen Strassennamen ) komme ich wohlbehalten über den Kreisel an der General-Guisan-Strasse (das Militär darf natürlich nicht fehlen) an meinem Zielort an. Geschafft!

Zurück geht’s dann nach der Arbeit mit dem Zug bis Schwyz und mit dem Auto zurück über die Ibergeregg.

Tag 2: Zug – Ägeri – Biberbrugg

Heute soll es noch heisser werden als gestern. Und gestern Nachmittag war es schon eine richtig brütende Hitze. Aber gut, so ist es halt. Früh mache ich mich auf den Weg zum Bahnhof in Biberbrugg. Dort parkiere ich den kleinen Fiat und fahre mit dem Zug über Arth-Goldau nach Zug und spaziere in der Morgensonne – die noch angenehm ist – zum Büro.

Am Nachmittag geht’s dann heim. Nachdem ich meine Veloklamotten wieder aus dem Keller geholt hab und die Wasserflasche voll ist fahre ich los. Erst mal muss ich aus der Stadt raus. Immer am See entlang fahre ich nicht meinen gewöhnlichen Autoweg nach Ägeri, sondern biege erst am Casino in die Zugerbergstrasse ab, um dem grössten Verkehr zu entgehen. Hier habe ich zwar ein paar Meter mehr zu fahren, dafür ist es wesentlich ruhiger und es gibt überall einen Velostreifen. Die Hitze ist jetzt schon fast unerträglich und in der prallen Sonne fahre ich nur langsam den Berg hinauf. Nach einer grösseren Kehre biege ich in eine Einbahnstrasse ab und habe die ersten Höhenmeter erst einmal hinter mir. Jetzt geht es gerade aus bis ich wieder auf die Hauptstrasse komme. Aber auch hier geht es noch mit moderater Steigung weiter. Irgendwann erreiche ich dann nach einem Kreisverkehr die Kreuzung, an der ich nach Allenwinden abbiege. Im Schatten von ein paar Bäumen mache ich hier eine erste Pause.

Es ist brütend heiss und ich habe das Gefühl gleich vom Rad zu kippen. Vor Anstrengung läuft es mir abwechseln heiss und kalt vom Rücken über den Kopf – kein gutes Zeichen. Ich trinke erst mal ein paar Schlucke und radle dann langsam weiter. Mal sehen, wie sich das so entwickelt. Die Steigung ist erträglich, die Hitze aber kaum. Zudem weht auch kaum ein Lüftchen, welches mir etwas Abkühlung verschaffen könnte. In Allenwinden halte ich kurz an und rufe Falko an – Vorwarnung, falls ich wirklich nicht mehr kann und er mich abholen soll. Vorerst will ich aber nach der etwas längeren Pause jetzt auf jeden Fall bis nach Ägeri zu fahren. Wenn ich dann wirklich nicht mehr kann (bis dahin gehts nur bergab oder gerade aus), dann muss ich eben aufgeben.

Also geht die Fahrt weiter. Nach ein paar wenigen weiteren Höhenmetern erreiche ich nach gesamt ca. 300 Höhenmetern den höchsten Punkt in Allenwinden. Ab jetzt rollts erst mal von alleine und der Fahrtwind kühl mich etwas ab – ein richtige Wohltat. In Neuägeri komme ich dann wieder auf die Hauptstrasse, wo um diese Uhrzeit natürlich viel Feierabendverkehr rollt. Hier gibt es aber keine Alternative und ich muss auf der Strasse nach Unteräger und weiter nach Oberägeri fahren. Auf dem letzten Stück gehts direkt am Ägerisee entlang, was das Klima auch noch erträglicher macht.

Im allgemeinen geht’s mir mittlerweile etwas besser und so beschliesse ich meine Fahrt fortzusetzen. In Oberägeri biege ich in ein ruhiges Wohngebiet ab und fahre dort immer weiter der Rämslistrasse hinauf. Diese führt mich um den Ratenpass herum, immer oberhalb des Ägerisees. Zu manchen Zeiten verfluche ich meine Idee, an so einem heissen Tag mit dem Velo gehfahren zu sein. Die Ausblicke über den See und zu den schneebedeckten Gipfel der zentralschweizer Alpen hinüber entschädigen aber auch etwas für die Qualen und ich pedaliere also weiter vor mich hin.

Kurz nach Rämsli erreiche ich eine Kreuzung, bei der ich noch ein Foto von meinem Velo schiesse und froh darüber bin, endlich den höchsten Punkt meiner Tour auf 1011m erreicht zu haben! Ab jetzt geht’s (fast) nur noch flach oder bergab. Die Strasse führt mich zum Rossboden hinunter – gegenüber der Mittleren Altmatt, die auf der anderen Seite des Rothenthurmer Moors liegt. Immer weiter gerade aus geht’s für mich nun mit nur noch seltenen kleinen Anstiegen bis nach Wyssenbach, wo ich wieder auf die Ratenpassstrasse treffe. Diese rolle ich bis nach Schwyzerbrugg hinunter.

Der letzte Anstieg führt mich in Biberbrugg auf die Brücke über die Bahngleise, bevor ich noch durch den Kreisel rolle und am Bahnhof Biberbrugg endlich am Auto stehe. Was für eine Fahrt!

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