Berglauf zur Muttereralm

Trotz Sommerhitze lassen wir es uns nicht nehmen, einen kleineren Berglauf auf die Muttereralm im Tirol zu unternehmen. Natürlich nicht ohne dabei einen E-Biker zu ärgern…

Nachdem wir gestern mit der Gondel zur Muttereralm hoch gefahren sind und von dort unsere Wanderung auf die Saile gestartet haben, wollen wir heute die Runde komplettieren und einen Berglauf vom Tal bis hinauf zur Muttereralm machen.

Start in der Vormittags-Hitze

Nach einem gemütlichen Frühstück in unserem Hüttchen legen wir also die Laufschuhe an, packen das Nötigste in die kleinen Laufrucksäcke und los geht’s. Wieder fahren wir mit dem Auto bis zur Talstation der Muttereralm-Bahn. Aber anstatt gemütlich in die Godel zu springen, warten heute direkt von hier 655 Höhenmeter auf uns, die wir nun hoch joggen wollen. Obwohl es noch Vormittag ist, brennt die Sonne schon richtig. Dadurch ist es fast schon unangenehm heiss, als wir los laufen.

Über den Weg brauchen wir uns nicht viele Gedanken machen. Die Forststrasse, auf welcher wir starten, führt direkt bis an unser Ziel, der Bergstation der Bahn. Naja, vielleicht nicht direkt: ein paar Kehren und Kurven sind dann doch noch zu überwinden. In langsamen Lauftempo biegen wir also um die erste Kurve und joggen den stetig, aber sehr angenehm ansteigenden Weg hinauf. Bald laufen wir im Schatten der Bäume und bekommen so etwas mehr kühle Luft um die Nase geweht. Kurz unterhalb des Nockhofes müssen wir allerdings noch eine etwas längere Strecke überwinden, die über offene Wiesen führt. Hier knallt die Hitze jetzt so richtig auf die Strasse, auf die Wiesen und auf uns und die Luft ist stickig heiss. Und das, obwohl wir schon auf über 1’100 m ü. M. sind. Kurz nach dem Hof tauchen wir aber wieder in den Wald ein und sind besser geschützt vor der Hitze. Hier ist es eigentlich ganz angenehm zum Laufen und wir kommen zügig voran.

Gedankenspiele

Manchmal bin ich durch meine Gedanken oder vom Herumschauen abgelenkt und das Laufen geht relativ einfach. Links, rechts, links, rechts. Ohne viel drüber nachzudenken. Wenn es etwas steiler wird oder mal wieder ein paar Meter erbarmungslos in der Sonne zurück gelegt werden müssen, leide ich aber immer recht schnell. Die Gedanken drehen sich dann immer nur um den nächsten Schritt und die Überwindung, die nötig ist, nicht stehen zu bleiben. Es wäre ja so einfach – einfach aufhören, stehen bleiben, atmen bis der Puls wieder normal ist. Aber das geht dann (zumindest in einem gewissen Mass) doch gegen meinen Ehrgeiz. Ich will ja nicht einfach so aufgeben. Möglichst lange durchhalten, möglichst weit joggen, ein Schritt weiter geht immer!

Bei ca. 1’400hm verabschiedet sich Falko und läuft sein eigenes Tempo, um mir später wieder entgegen zu kommen. Ich laufe erst mal mein Tempo weiter, dann muss ich aber doch irgendwann einlenken und ein Stück gehen. Ich kann im Moment einfach nicht mehr… Es ist so heiss, es geht immer nur (wenn auch nur leicht) bergauf und ich schwitze wie ein Wasserfall. Nach einer weitere Kehre und ein paar Metern im Schatten geht’s dann aber schon wieder besser und schliesslich muss ich ja noch den älteren Herrn einholen, der da ca. 100 Meter vor mir in strammen Schritt hinauf wandert.

E-Biker ärgern macht Freude

Also jogge ich wieder los und komme meinem Konkurrenten ganz, ganz langsam näher, bis ich ihn dann endlich eingeholt habe. Mittlerweile habe ich zum dritten mal die Gondel gekreuzt und befinde mich nur bereits weniger als einen Kilometer von der Bergstation entfernt. Da kommt mir auch schon wieder Falko entgegen. Er steckt mir noch ein oder zwei Traubenzucker zu. Energieschub für den Schlussanstieg. Und dann nehmen wir zusammen die letzten Kurven in Angriff.

Kurz unterhalb der Muttereralm befindet sich ein grosser Wasserspielplatz, auf dem heute einige Familien mit vielen Kindern unterwegs sind. Die Kinder spielen, die Eltern sitzen im Schatten und geniessen das Sonntagswetter. Während wir das beobachten und vor uns hin joggen, rauscht plötzlich ein E-Moutainbiker an uns vorbei. Falko hat dafür immer ziemlich wenig übrig und will den etwas beleibteren Mann auf dem Bike noch ein bisschen ärgern. Also zieht er sein Tempo an und nimmt zu Fuss die Verfolgung auf. Bis zur nächsten Kurve kann er ganz gut mithalten. Doch als der E-Biker seinen Verfolger bemerkt, schaltet er einfach eine Stufe höher und zieht davon – einpeinlicher Auftritt. Wir joggen nun wieder in normalem Tempo weiter und erreichen wenige Minuten später endlich die Muttereralm.

Bergan “rollt’s” von alleine…

Eigentlich hatten wir überlegt, hier in Ruhe etwas zu trinken und anschliessend mit der Bahn wieder ins Tal zu fahren. Da aber gerade Sonntag Mittag ist, alle Schattentische belegt sind und jeder am Sonntags-Braten essen ist, beschliessen wir auf eine Einkehr zu verzichten. Im Schatten der Muttereralm mampfen wir unsere Müsliriegel und laufen dann wieder gemütlich unseren Aufstiegsweg zurück ins Tal hinunter.

Den Rest des Tages verbringen wir faul auf unserer Terrasse an unserer Hütte, schreiben Postkarten, lesen und essen Plätzchen. So, wie sich das für einen Sonntag gehört!

Details zur Tour

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