Panorama Wood Lodges Natterer See

Lage und Ambiente

Der Campingplatz am Natterer See liegt – oh Wunder – am Natterer See. Das ist eine mehr oder weniger bemerkenswerte Pfütze (ich bin mir nicht mal ganz sicher, ob der See überhaupt natürlich ist) auf einer Geländeterrasse wenige hundert Meter oberhalb von Innsbruck und dem Inntal. Der gesamte Campingplatz liegt zwischen einzelnen Bäumen und freien Flächen verstreut und nimmt eine relativ grosse Fläche ein.

Über das Ambiente auf dem Platz werden sich sicherlich die Geister scheiden. Auf der einen Seite hatten wir eine recht ruhige und gemütliche Zeit in einer Panorama Wood Lodge, auf der anderen Seite ist der ganze Platz durchaus auf Family, Kind und Kegel ausgelegt. Es gibt eine Unmenge von Kinder-“Attraktionen” wie Spielplätze, natürlich der See zu Baden, Wasserrutschen, Tretboote und was weiss ich noch alles. Um seinen Nachwuchs zu bespassen, muss man also nicht wirklich den Campingplatz verlassen (was wahrscheinlich den Zeitgeist von gar nicht so wenigen trifft). Wenn man dagegen auf der Suche nach einem ruhigen Campingplatz ist, der in einer schönen Lage und in natürlicher Art angelegt ist, dann ist man hier eher fehl am Platz. Mit einem Campingplatz wie der Camping Morteratsch braucht sich dieser Platz nicht zu messen, will er aber sicherlich auch gar nicht.

Generell bleibt zu sagen, dass man zwar gewissermassen in den Bergen ist, aber dennoch gilt irgendwie: “So nah und doch so fern.” Mal eben vom Campingplatz aus starten (zu Fuss), um zum Beispiel eine Wanderung zu unternehmen, ist eher schwierig und etwas langwierig, da man, um beispielsweise zur Muttereralm zu gelangen, von der aus man dann verschiedene Gipfelziele in Angriff nehmen könnte, erst einmal knappe 1000 Hm über breite Forststrassen an Höhe gewinnen muss. Auch die anderen, umliegenden Berge, die sich hoch über Innsbruck erheben, sind ohne Auto oder ÖV kaum zu erreichen. Da haben die Planer, als sie die Berge rund um den Campingplatz gebaut haben, nicht so richtig mitgedacht.

Die Panorama Wood Lodges

Es handelt sich hierbei um kleine Hütten mit halbrundem Dach für zwei Personen. Die Dinger sind relativ neu (Stand 2016) und in einem dementsprechend guten Zustand. Man hat eigentlich alles drin, was man so braucht: einen Tisch mit zwei Stühlen, einen Sessel, Zentralheizung (also auch im Winter nutzbar), ein Bett (160 cm Breite), eine kleine Küchenzeile mit zwei Herdplatten, Nespressomaschine, Kühlschrank, Geschirr, Besteck und Töpfen und – nicht unwichtig – ein eigenes Badezimmer mit Fenster, moderner Dusche und WC. Für die Kochutensilien kann man sich an der Rezeption einen extra Schlüssel geben lassen – offenbar haben einige asiatische Gäste ein etwas anderes Verständnis vom sauberen Zurücklassen dieser Gegenstände gehabt.

Als wir da waren, gab es die ein oder andere Stelle, wo nicht ganz sauber geputzt worden war (so etwas ist immer schade, denn das macht dadurch schnell einen ungepflegten Eindruck), aber im Grossen und Ganzen ist alles in einem guten Zustand. Bettwäsche und Handtücher werden gestellt, lediglich um Geschirrtücher, Schwamm und derlei Dinge muss man sich selber kümmern. Durch den kleinen Laden auf dem Campingplatz (mit frischen Brötchen am Morgen) kann man aber solche Sachen auch noch besorgen, wenn man sie denn (so wie wir) vergessen hat.

Die kleinen Hütten liegen zusammen mit den sogenannten Family Wood Lodges in Hanglage etwas oberhalb des eigentlichen Campingplatzes in einem lichten Wäldchen. Zur nächsten Hütte ist immer genug Abstand, um sich nicht auf den Wecker zu gehen. Ein kleiner Nachteil: es gibt einige Stellplätze für die Autos, aber nicht unbedingt genug für alle. Entweder man liegt also auf der Lauer und prescht in die Lücke des Nachbarn, sobald der mal den Platz verlässt und reibt sich anschliessend ob des errungenen Sieges auf diesem Schauplatz der Kleinkriege die Hände, oder man nimmt in Kauf, dass man seine Karre unter Umständen ausserhalb des Campingplatzes auf einem kleinen Parkplatz mit rund fünf Minuten Fussweg abstellen müsste (was auch nicht weiter schlimm ist).

Verpflegung und Restaurant

Da es in den Hütten eine vollständig eingerichtete Küche gibt, ist man eigentlich nicht auf externe Verpflegungsmöglichkeiten angewiesen. Wenn es einen dann aber doch mal juckt, könnte man auf die Idee kommen, in die nahegelegene, campingplatz-eigene Pizzeria am See zu gehen. Was nicht unbedingt zu empfehlen ist – über das mittelklassige Angebot und entsprechende Qualität eines Dorfgasthauses irgendwo im Nirgendwo kommt die Küche leider nicht hinaus – was man auch an den Portionsgrössen (Quantität über Qualität) sieht. Das ist schade, war aber fast zu erwarten. Im Umkreis gibt es aber sicherlich auch eine Menge anderer Restaurants, die Nähe zu Innsbruck (ca. 15 Minuten mit dem Auto) liesse auch einen Abstecher in die kleine Altstadt der Inn-Metropole zu.

Empfehlung

Schwierig zu sagen – kann man machen, aber wenn man es nicht macht, hat man nicht so viel verpasst. Speziell für Familien mit animationsverwöhnten Kindern ist dieser Campingplatz sicherlich eine Reise wert. Um Ruhe und Natürlichkeit zu erleben, muss man sich etwas anderes suchen, wobei das erfahrungsgemäss auf österreichischen Campingplätzen schwierig ist.

Die Hütten selber sind durchaus empfehlenswert, speziell wenn man vielleicht auf der Durchreise ist und noch einen Tag einlegen möchte, wäre das sicherlich eine Option. Voraussetzung ist, man hat in den engen Strässchen von Natters die richtigen Abzweigungen gefunden und den Platz überhaupt auf einer der Schleichwege-Zufahrten erreicht.

Unterkunftdetails

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