Hoch und wieder runter im Verzascatal

An einem nichts sagenden Parkplatz am Strassenrand der B13 nahe Bellinzona startet unserer Tour ins Verzascatal. Über Monte Carasso, Cugnasco und Gordola bahnen wir uns den Weg durch die Magadino-Ebene. In Gordola biegen wir rechts ab und gelangen so zum Anstieg ins Verzascatal. Kaum haben wir die Kreuzung hinter uns gelassen, steigt die Strasse auch schon an – und wie! Die Steigung gleich hier direkt am Anfang ist nicht ohne und schnell trennen sich unsere Wege. Falko fährt sein eigenes Tempo weiter und ich krieche in der Hitze der Sonne dahin. Wenn ich hier schon gewusst hätte, dass er mir am Abend die ganze Schoggi weg nascht, ohne mir ein einziges Stück abzugeben, wäre ich gleich wieder umgedreht. Aber ohne diese wichtige Information strample ich erst einmal weiter.

Die letzten Tage hat mir meine Kniekehle etwas zu schaffen gemacht, bei Belastung hatte ich immer leichte Schmerzen und das abendliche Kühlen hat auch nicht den gewünschten Effekt erzielt. Ich will aber nicht auf’s Velofahren verzichten und so hoffe ich jetzt, dass der Anstieg gut klappt. Die ersten Rampen haben es mit rund 10% Steigung wirklich in sich und ich versuche mein Tritttechnik mal etwas zu verbessern und mit vermehrtem Ziehen meinen Tritt runder zu machen. Das Knie macht sich trotzdem schon bald leicht bemerkbar.

Nach dem ersten kurzen Tunnel kommt mir dann Falko schon wieder entgegen und wir fahren zusammen weiter. Einen weiteren Tunnel später passieren wir die Staumauer des Lago di Vogorno und radeln diesen anschliessend immer das Tal weiter entlang. Die Steigung ist nun angenehm und hier können wir fast schon gemütlich fahren. Das tut auch meinem Knie gut. Gegenüber von Corippo ist der Stausee zu Ende und ab jetzt führt die Strasse neben dem Fluss, der Verzasca, weiter bergauf. In Lavertezzo müssen wir gut aufpassen – da heute Sonntag ist und herrlichstes Ausflugswetter herrscht, ist hier die Hölle los. Alles läuft, fährt oder parkt kreuz und quer, was nicht immer ungefährlich ist. Wir kommen aber ganz gut durch und ein Stück weiter das Tal entlang überqueren wir mit wunderschönen Ausblicken ins felsige Flussbett die Verzasca, wo wir kurz darauf Brione passieren.

Nach Gerra und Frasco sind es nur noch wenige hundert Meter, bis wir am Ortseingang von Sonogno ankommen, unserem Zielpunkt im Verzascatal und Ende der öffentlichen Strasse. Wir suchen uns ein kleines Schattenplätzchen, verdrücken den ein oder anderen Müsliriegel und trinken in Ruhe etwas. Dann geht’s auch schon wieder zurück und zwar genau den gleichen Weg. Dank der sehr moderaten Steigung der Strasse im Verzascatal dürfen wir auch auf dem Rückweg zumeist in die Pedale treten, aber immerhin fällt es in diese Richtung wesentlich einfacher.

Auf halber Höhe des Stausees und an der Staumauer selber machen wir noch kurze Fotostopps. Auf der Staumauer können sich wagemutige Touristen auch ganz spektakulär von der Mauer aus in die Tiefe stürzen. Dort befindet sich der Bungy Jump von James Bond – 007 Goldeneye. Wem der Nervenkitzel beim Rennrad fahren mit italienischen Autofahrern auf der Strasse noch nicht genug ist, kann sich hier also nochmal so richtig verausgaben. Wir belassen es allerdings beim Foto, bevor wir den Rest der Abfahrt in Angriff nehmen.

Die letzten steilen Kehren führen uns wieder runter nach Gordola, wo die restlichen 15 Kilometer mit ihrem etwas mühsamen Auf und Ab auf uns warten. In der Nachmittagssonne machen wir uns also an die “Arbeit” und schinden uns einen Mini-Anstieg nach dem nächsten hinauf, bis wir dann endlich irgendwann kurz vor Bellinzona wieder unser Auto erreichen.

Nachdem wieder alles im Kofferraum verstaut ist, geht’s zurück zum Rustico in Lottigna. Alles, was jetzt auf mich wartet, ist leckeres Essen (aber eben leider keine Schokolade) und eine erfrischende Dusche (und ein bisschen freu ich mich jetzt schon auf mein Bett heute Abend ).

 

Details zur Route

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