Rustico-Feeling im Casa Vignaccia in Lottigna

Das Casa Vignaccia ist ein kleines, 2015 modernisiertes Rustico im Valle Blenio. Es bietet gehobenen Komfort für zwei Personen (und ein Kind) und kann tage- oder wochenweise gemietet werden.

Lage und Umgebung

Das Casa Vignaccia liegt auf knapp 700 m Höhe am Rande der kleinen, verschlafenen Ortschaft Lottigna. In direkter Nachbarschaft befindet sich das zugehörige, ehemalige Bauernhaus. In Lottigna selber gibt es ausser einem Museum über das Valle di Blenio keine weiteren, bemerkenswerten Sehenswürdigkeiten, der Ort selber ist ohnehin wirklich sehr klein und es wohnen nur wenige Menschen dort. Insgesamt ist es daher entsprechend ruhig, tagsüber hört man manchmal etwas die Kantonsstrasse, die etwas unterhalb des Rustico entlang führt, aber der Lärm hält sich sehr in Grenzen.

Das Valle di Blenio bietet relativ viele Möglichkeiten zum Wandern, man erreicht in rund 45 Minuten den Lago Maggiore und die Städte Bellinzona, Locarno, Ascona und in einer knappen halben Stunde Biasca. Einkaufsmöglichkeiten gibt es im nahe gelegenen Motto und in Acquarossa, wenn man etwas grössere Supermärkte sucht, wird man in Biasca mit den üblichen Verdächtigen (Coop und Migros) fündig. Auch für Rennradtouren gibt es diverse Möglichkeiten, direkt vom Rustico aus kann man beispielsweise sehr gut auf den Lukmanierpass oder eine Runde via Nara fahren und auch der San Bernardino oder der Gotthardpass liegen in erreichbarer Entfernung.
Im Winter bietet das gegenüberliegende, kleine Skigebiet bei Nara Möglichkeiten für den Wintersport, im Sommer gibt es dort (neben einigen Wandermöglichkeiten) einige Mountainbike-Strecken, die gefahren werden können.

Ausstattung und Einrichtung

Das erst 2015 renovierte Rustico präsentiert sich in einem guten Zustand. Das Obergeschoss beinhaltet die Küche und den Wohnraum (auf Wunsch auch mit einem ausziehbaren Schlafsofa), im Untergeschoss gibt es ein modernes, offenes Badezimmer, Toilette und das eigentliche Schlafzimmer.

Die offene Küche bietet eigentlich alles, was man so braucht (für Pizzabäcker: ein Nudelholz fehlte bei unserem Aufenthalt ;) ), inklusive Glaskeramikherd mit vier Kochplatten, Backofen, Kühlschrank mit Eisfach und Geschirrspülmaschine. Der gesamte Kochbereich ist neben dem monumentalen Cheminée in eine rustikale Backsteinecke eingebaut worden. Geschirr, Töpfe etc. sind in ausreichender Anzahl vorhanden.

Im Wohnbereich gibt es (als Abgrenzung zur Küche) eine Art kleine Bar, einen Esstisch und in der anderen Ecke, gegenüber von TV und BlueRay/DVD-Player eine Sitzecke. Auch ein kleines Radio befindet sich im Raum.

Über eine enge und steile Wendeltreppe (übergewichtige Menschen dürften hier ab und an in lustige Situationen geraten) gelangt man eine Etage tiefer in den Schlafraum mit direktem Zugang zum Autoabstellplatz. Neben einem etwas quietschenden Metallbett und zwei Nachttischen gibt es noch einen alten Kleiderschrank. Für Ehekrisen kann unter Umständen die Bettdecke sorgen: es gibt nämlich nicht zwei, sondern nur eine grosse Decke. Wenn man das nicht gewohnt ist, gilt es nächtliche Kleinkriege um Bettzipfel auszufechten.

Angrenzend liegt das grosse Badezimmer mit Sprudelbadewanne, grosser Regendusche und separatem WC (welches durch eine Tür abgetrennt ist). Ausserdem gibt es eine Waschmaschine und Wäschetrockner, die man kostenfrei benutzen kann – sehr cool, wenn man zum Beispiel seine Velobekleidung waschen möchte.

Im gesamten Untergeschoss gibt es eine Fussbodenheizung, im Obergeschoss sind zwei modernere Heizstrahler und ein etwas älteres, bombenähnliches Unikat verteilt.

Im Aussenbereich hat man neben einer kleinen Terrasse noch eine Pergula mit gemütlicher Sitzecke auf rustikalen Stühlen. Auf zwei Liegen kann man es sich auch mal länger draussen in der Sonne bequem machen und den grossen Garten rund um das Rustico bestaunen. Direkt vor der Türe gibt es noch einen Behälter mit diversen Küchenkräutern, die man (hoffentlich) auch benutzen darf – wir haben es einfach mal getan.

Empfehlung

Generell können wir das Casa Vignaccia wirklich empfehlen – man sollte allerdings eine gewisse Toleranz gegenüber Tierchen mitbringen. Wir hatten folgende Exemplare während unseres Aufenthalts zu Gast im Haus (von denen wir wussten und die unsere Gastfreundschaft grösstenteils nicht überlebt haben):

  • Einige Fliegen und Mücken,
  • diese komischen fliegenden Ameisen,
  • eine Motte im Schlafzimmer,
  • viele Spinnen und eine entsprechende Anzahl Behausungen,
  • diverse grosse, unglaublich laut brummende und undefinierbare Viecher, die sich erst nach einer längeren Schlacht, die unter anderem auf den Barhockern stehend ausgetragen wurde, exekutieren liessen,
  • mehrere Ohrenkneifer (unter anderem in Marina’s Hose, liebe Anwohner von Lottigna: der Urschrei am 26. August im Jahre 2016 bezog sich auf diese Entdeckung und ich bitte untertänigst um Entschuldigung für die Lärmbelästigung),
  • eine Kakerlake (von der Marina erst durch das Lesen dieser Zeilen erfahren wird, hehe …),
  • einen riesigen, grün-schwarzen Käfer (item Marina einen halben Meter lang, realistisch lag das Mass irgendwo bei rund 4 cm), der uns eines Abends lüstern vom Fensterbrett über dem Bett anstarrte, nachdem er sich laut raschelnd dort eingeschlichen hatte
  • und last, but not least, eine Fledermaus, die sich Nachts in das Schlafzimmer verirrte und uns eine Weile lang auf Trab hielt, bis sie sich freundlicherweise von selber wieder durch das offene Fenster davon gemacht hat.

Irgendetwas lebt auch auf dem Hauptbalken im Dachstuhl oberhalb des Sessels und wirft dort fleissig mit toten Fliegen, Käfern und ähnlichem um sich, ansonsten hat es sich aber nur durch gelegentliches Rascheln bemerkbar gemacht.

Wenn man also eine Frau oder Freundin mit Abneigung gegen Insekten hat, sollte man(n) sich auf entsprechende Sonderschichten und abendliche Patroulliengänge einrichten – eine Fliegenklatsche ist (seit unserem Besuch) im Haus vorhanden.
Da wir aber kurz mit dem Besitzer sprechen konnten, haben wir auch angeregt, Moskitonetze an den Fenstern und Türen zu installieren. Damit sollte dann dieses Zoo-Problem auch nicht mehr (so stark) auftreten.

Trotz dieser Punkte hat es uns (mir sofort, Marina sobald sie die negativen Insektenerlebnisse ausgeblendet hat) sehr gut gefallen und wir können das Casa Vignaccia durchaus weiterempfehlen. Insbesondere die gute Ausstattung lässt kaum Wünsche offen und man kann hier ein schönes, ruhiges Plätzchen in der sonnigen Wärme und dem milden Klima des Tessins finden.

Unterkunftdetails

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Nach einem Schnellkurs im Wechseln von Veloreifen nehmen wir den Pass vor unserer Ferientür in Angriff. Von Lottigna fahren wir über Olivone auf den Lukmanierpass, geniessen den wenigen Verkehr und leiden in der Abfahrt über halsbrecherische Betonplatten zurück ins Valle di Blenio.

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