Spurarbeit am Hoch Fulen

Nach langer, langer Zeit klappt es heute endlich mal wieder, mit Patrick auf eine Skitour zu gehen. Angesichts der Neuschneefälle vom gestrigen Tag verabreden wir uns Samstag Morgens um halb sieben in Schwyz, um ins Schächental zu fahren und den Hoch Fulen anzugehen. Das Wetter soll sehr gut werden und so könnte es dieses Mal auch mit der Sicht klappen. Von der Lawinengefahr her dürfte der grösste Teil der Tour passen, es gibt zwei Hänge, die wir uns vor Ort etwas näher anschauen werden.

Nach kurzer Fahrt nach Unterschächen, wo wir den letzten freien Parkplatz ergattern können, starten wir in der Morgendämmerung und machen uns auf den Weg nach Brunni. Quatschend geht es über die planierte Forststrasse bis in den verschlafenen und im Winter verlassenen Weiler Brunni. Dort machen wir auf knapp 1400 m Höhe eine kleine Pause, bevor wir der Spur eines einzelnen Skitourengängers in Richtung der Querung unter der Widerfluh folgen. Die Spur ist anfangs etwas schwammig angelegt, offenbar kannte sich unser Vorgänger nicht so gut aus. Aber es passt und im lichten Wald gewinnen wir so stets an Höhe. Es folgt die Querung, die aber heute problemlos geht und auch trotz einer gewissen Steilheit kein Risiko darstellen sollte. Auch danach kommen wir problemlos voran und kurze Zeit später kommt uns der Kamerad schon entgegen – war der etwa schon ganz oben? Nach einer kurzen Unterhaltung ist aber schnell klar, dass er “nur” bis auf ~1900 m aufgestiegen ist und wegen eines Termins nun wieder umkehren musste. Bis dahin werden wir also in den Genuss seiner Spurarbeit kommen, danach ist eigenes Werken angesagt.

Eine steilere Traverse kurz vor dem Eingang ins Griesstal gehen wir mit grossem Abstand, dann folgt das langezogene und grösstenteils eher flache Tal. Auf dem Talboden gelangen wir so bald darauf an die Stelle, wo unser Vorgänger umgedreht ist. Wir machen hier in den ersten Sonnenstrahlen erneut eine kurze Pause, bevor Patrick die Spurarbeit beginnt und wir durch das Vordere Griesstal gleiten. An einer kürzeren und etwas steileren Stelle wechsle ich ihn dann ab. Nach einer kurzen Diskussion über die Routenwahl legen wir unsere weitere Aufstiegsspur auf einem kleinen Rücken an, um kein Risiko unterhalb eines grösseren und ungegliederten Hanges einzugehen.

Kurze Zeit darauf muss ich nochmal etwas Energie zuführen, wir legen jetzt in der Sonne auch noch eine Schicht ab, denn es wird bereits ordentlich warm. Dann übernimmt Patrick den letzten Teil hinauf über die Stichplatten in den Sattel auf 2366 m. Es strengt doch recht an und man merkt, dass wir bereits einige Höhenmeter in den Beinen haben. Hier folgen wir mehr oder weniger dem Sommerwanderweg, bis wir an die “Schlüsselstelle” der Tour kommen, ein ~35° steiler und 40-50 Höhenmeter hoher Hang. Aufgrund der aktuellen Lawinenlage gehen wir den Hang einzeln an und ich übernehme nochmal die Spurarbeit. Patrick und zwei weitere Tourengänger folgen kurz darauf nach und wenig später erreichen wir den 2501 m hohen Gipfel des Hoch Fulen, der mit einer tollen Rundumsicht aufwartet.

Nachdem Patrick festgestellt hat, dass er seine Thermosflasche vermisst, entdecke ich etwas weiter unten neben unserer Spur ein verdächtiges kleines Etwas, was aus dem Schnee herausschaut – er hat sie wohl dort aus Versehen stehen gelassen. Das ist aber kein Problem, da wir ohnehin wieder über die Aufstiegsroute abfahren. Nach einer Pause mit Essen und Panorama machen wir uns auf den Weg und rutschen wieder hinunter an den Beginn des steilen Hanges. Da sich gerade ein paar Personen darin befinden, warten wir ein wenig ab, bis wir ohne andere zu gefährden den toll zu fahrenden Hang hinunter cruisen können.

Wir erreichen die vermisste Thermosflasche und können nach einer Tasse warmen Tee’s unsere Abfahrt fortsetzen. In gutem Schnee geht es wieder mehr oder weniger auf der Aufstiegsroute retour. Es kommen uns noch einige Tourengänger entgegen, teilweise auch noch sehr weit unten, so dass wir uns etwas fragen, warum sie erst so spät starten. Aber das ist nicht unser Problem, eher die kleinen, aber nervigen Gegenanstiege, die wir etwas mühsam hinauf stapfen müssen. Aber nachdem sie geschafft sind, können wir ohne weitere Kraxelübungen bis nach Brunni abfahren und ab hier ist der weitere Rückweg nur noch eine Pflichtübung, denn auf der planierten Forststrasse geht’s fast wie auf einer Piste wieder bis zurück an’s Auto.

Details zur Tour

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