Südliche Wösterspitze

#storyHike'n'Trail

Nach unserer ersten Nacht in der Ferienwohnung in Lech wollen wir heute nach dem Frühstück gleich etwas Schönes unternehmen. Unsere Wahl fällt auf die Wösterspitze. Schon als wir losgehen ist es brühend heiss und kaum dass wir das Dorf hinter uns gelassen haben und Richtung Tälialpe laufen, läuft mir das Wasser runter…

Beim Aufstieg in Richtung Wöstersattel wird das Gelände dann recht steil und der Weg führt in kleinen Serpentinen hinauf. Ich schwitze und schnaufe und es ist so drückend heiss, dass ich fast schon umdrehen will… Auch meine neuen Schuhe sind eine Qual und mich regt diese Wanderung gerade tendenziell richtig auf. Einfach die Flinte ins Korn werfen mag ich jetzt aber natürlich auch nicht. Es soll ja nach unserem eher missglückten Norwegen-Trip nun endlich mal schöner werden.

Also geht’s weiter! Ein Stück bevor wir den Wöstersattel erreichen, kürzen wir den Weg ab, um die grösste Kuhherde zu umgehen, die wir beide je in unserem Leben gesehen haben. Dort weiden sicherlich mehr als 200 Tiere, was wirklich beeindruckend ist – aber mitten hindurch wollen wir dann doch nicht laufen.

Wir gehen auf dem sogenannten den Friedrich-Meyer-Weg weiter, bis wir irgendwann den Bockbachsattel erreichen. Von dort führt uns der Weg auf dem breiten Grat entlang zu unserem Gipfel. Je weiter wir kommen, desto mehr verengt sich der Grat. Die Tritte müssen präziser werden, aber meine Füsse tun in den blöden Schuhen immer mehr weh. Kurz vor der südlichen Wösterspitze verlässt mich dann die Motivation. Ich habe keine Lust mehr, mich mit diesen Tretern weiterhin zu quälen. Eigentlich schade, denn zum Gipfel wäre es nicht mehr all zu weit, aber mit den Schuhen geht das gerade einfach gar nicht. Im Laden haben sie noch gepasst, aber jetzt sind sie nur noch eine einzige Qual… Da verzichte ich lieber zur Sicherheit auf die Balance-Übung bis hin zum Gipfel.

So kehren wir um und beschliessen, den Weg ins Tal mit der Bahn (die zum Glück in unserer Gästekarte inbegriffen ist) abzukürzen. Also laufen wir vom Bockbachsattel den Wanderweg durchs Ochensgümple zum Monzabonjoch hinüber und die letzten Meter hinauf zum Rüfikopf. Von hier können wir anschliessend mit der Gondel ins Tal gleiten.

Im Tal machen wir noch einen kurzen Abstecher zur 1. Etappenankunft der Läufer des GoreTex Transalpin Laufes. Hier ist einiges los und viele Läufer sind schon angekommen oder kommen gerade durchs Ziel. Natürlich sind hier auch viele Ausrüstungsanbieter und bei Salomon gönne ich mir hier noch einen Laufrucksack – mal sehen ob ich damit auch schneller auf den Mythen komme.

Zurück in der Ferienwohnung bin ich erst mal froh, als ich diese ungemütlichen Schuhe los werde und mich mit einer entspannenden Dusche frisch machen kann, bevor wir uns in Lech auf die Suche nach neuen, besser passenden Schuhen machen. Aber es ist immerhin besser, so etwas hier bei einer solchen Tageswanderung zu bemerken, als bei einer längeren Aktion. Und glücklicherweise war unsere Schuh-Suche ein paar Stunden später dann auch von Erfolg gekrönt.

Möchtest du diese Story teilen?
Previous Post
Warther Horn und Karhorn
Next Post
Besseggen

Ähnliche Stories

Menu