Ein gemütlicher Wandertag am Rüfikopf

#storyHike'n'Trail

Heute möchten wir noch ein zweites Mal dem Rüfikopf einen Besuch abstatten, dieses Mal allerdings von der anderen Seite her kommend. Da wir es auch heute ein bisschen ruhiger angehen möchten, kommt uns diese gemütliche Wanderung mit rund 950 Höhenmetern gerade recht.

Von unserem Appartement im Hus Hörili aus laufen wir auf der Strasse ins Zentrum von Lech und versorgen uns dort noch mit ein paar frischen Semmeln. Danach geht es hinter der Rüfikopfbahn steil eine Strasse an den südlichen Rand von Lech hinauf und schon bald beginnt der eigentliche Wanderweg. Der ist zurzeit kaum zu verfehlen, denn noch befinden sich überall die orangenen Markierungen für die Läufer eines Wettkampfes vom vergangenen Sonntag.

Anfangs laufen wir im schattigen Wald hinauf, heute ist es aber auch insgesamt etwas angenehmer als an den vergangenen beiden Tage. Durch das sogenannte Sonntagsplätzli schlängelt sich der Weg empor, etwas später erreichen wir dann aber offeneres Gelände und es geht durch Latschenkiefern hindurch. Da wir heute beide eine etwas unterschiedliche Vorstellung vom Gehtempo haben, laufe ich ein bisschen voraus, während es Marina gemütlicher angehen lässt.

Auf der Schafalpe auf rund 2000 m angekommen warte ich dann aber auf sie und wir machen hier gemeinsam Pause. Links von uns führt die Seilbahn empor, wir befinden uns jetzt genau auf Höhe der Stützen für die beiden parallel verlaufenden Bahnen Rüfikopf I und Rüfikopf II. Ausser uns ist aber hier im Aufstieg mal wieder niemand unterwegs, obwohl die Wanderung wirklich nicht gerade als “Extremtour” durchgeht. Das ist uns aber in den vergangenen Tagen bereits einige Male aufgefallen: in der Nähe der Bahnen sieht man immer sehr viele Menschen und “Wanderer” – die Anführungszeichen sind da, weil man maximal noch Leute im Abstieg sieht, die meisten laufen aber offensichtlich einfach nur ein paar Meter in der Nähe der Bahnen und Gipfelrestaurants herum, bevor sie wieder nach unten fahren. Eigentlich schade, so entgeht einem doch irgendwie ein Grossteil der Landschaft und des gesamten Erlebnisses.

Wir sind in der Zwischenzeit weiter hinaufgestiegen und nähern uns jetzt dem zerklüfteten Karstgebiet in der Nähe der Bergstation. Von hier aus sind es nur noch wenige Höhenmeter bis zur Station und während wir etwas irritiert über den jungen Kerl mit Baseballkappe, Ohrstöpseln, Baggy-Hosen und einer GoPro-Kamera vor der Brust nachdenken, der uns gerade entgegen gekommen ist, erreichen wir das Gipfelplateau und steigen noch die letzten Meter auf den etwas entfernt liegenden Rüfikopf-Gipfel hinauf.

Nun machen wir eine Pause, geniessen die Aussicht auf unser gestriges Ziel, die Wösterspitzen. Um Marinas Knie und vor allem Füsse heute etwas zu schonen, fahren wir mit der Seilbahn hinunter – vorher wollen wir aber gerne noch ein kleines Eis im Gipfelcafé zu uns nehmen. Die Aussicht von hier oben ist nämlich durchaus sehr beeindruckend. Als uns der junge Kellner nach dem Fallenlassen seines Tabletts aber mitteilt, dass das Vanilleeis ausgegangen ist (Mittags um zwölf???) machen wir uns wieder aus dem Staub und fahren direkt hinunter nach Lech, wo wir in einem Restaurant dann doch noch zu unserem Eisbecher kommen.

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